Küssnacht SZ
| SZ ist das Kürzel für den Kanton Schwyz in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Küssnacht zu vermeiden. |
| Küssnacht | ||
|---|---|---|
| Staat: | ||
| Kanton: | ||
| Bezirk: | Küssnacht | |
| BFS-Nr.: | 1331 | |
| Postleitzahl: | 6402 Merlischachen 6403 Küssnacht SZ 6405 Immensee | |
| UN/LOCODE: | CH KSR (Küssnacht) CH IMM (Immensee) | |
| Koordinaten: | 676125 / 215156 | |
| Höhe: | 445 m ü. M. | |
| Höhenbereich: | 414–1797 m ü. M.[1] | |
| Fläche: | 29,38 km²[2] | |
| Einwohner: | 14'148 (31. Dezember 2024)[3] | |
| Einwohnerdichte: | 471 Einw. pro km² | |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 26,5 % (31. Dezember 2024)[4] | |
| Website: | www.kuessnacht.ch | |
Lage Küssnachts am Vierwaldstättersee von der Seebodenalp aus gesehen | ||
| Lage der Gemeinde | ||
| Parteil | Wähleranteil | Veränderung |
|---|---|---|
| FDP | 28,9 % | −5,8 % |
| SVP | 28,7 % | +1,8 % |
| Mitte | 18,2 % | +3,5 % |
| SP | 12,3 % | −3,5 % |
| glp | 4,5 % | −0,8 % |
| GPS | 2,9 % | +0,7 % |
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1909 wurde die Landwirtschaftliche Genossenschaft Küssnacht a./R. gegründet. Inzwischen wurde sie in LG RIGI und anschliessend in LG RIGI, Genossenschaft umbenannt. 2024 fusionierte sie mit der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Hünenberg aus Hünenberg zur LGZ Landwirtschaftliche Genossenschaft Zentralschweiz.[11][12][13] 2025 will sie, unter Vorbehalt der Zustimmung der ausserordentlichen Generalversammlung der LGZ am 6. Mai 2025, 80 Prozent der Amrein Futtermühle AG aus Sempach übernehmen. Die beiden Mischfutterwerke an den Standorten Hünenberg und Küssnacht sollen danach eingestellt werden.[14]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Bahnhof Küssnacht am Rigi befindet sich an der am 1. Juni 1897 von der Gotthardbahn-Gesellschaft eröffneten Bahnstrecke Luzern–Immensee. So wurde das Bauerndorf erstmals mit Luzern und Immensee verbunden. Die vier Buslinien führen nach Immensee, Schwyz, Rotkreuz und Root D4. Es gibt eine Seilbahn auf die Seebodenalp. Auch hat der Ort einen Hafen für die Linien-Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf dem Weg von Küssnacht nach Immensee befindet sich die Hohle Gasse, die durch Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell weltweite Bekanntheit erlangte, da dort Wilhelm Tell den Landvogt Gessler mit einer Armbrust erschossen haben soll. Zwischen Küssnacht und Merlischachen steht die Astrid-Kapelle zum Gedenken an die dort im Jahr 1935 tödlich verunglückte Königin Astrid von Belgien.
Brauchtum
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Bekanntestes Brauchtum ist das Küssnachter Klausjagen, ein Sankt-Nikolaus-Brauch, der jeweils am 5. Dezember mit einem Umzug begangen wird. Beim ursprünglich heidnischen Brauch wurden mit Lärm die Wintergeister vertrieben; später kamen christliche Motive wie weisse Hirtenhemden, Bischofshüte (Infuln) und der Samichlaus hinzu. Der Umzug wird vom heute grössten Männerverein in Küssnacht organisiert, der 1928 gegründeten St. Niklausengesellschaft.
In Küssnacht wird eine kleine Innerschweizer Fasnacht begangen; der Schmutzige Donnerstag wird wie in Sattel SZ eine Woche früher als üblich durchgeführt. Dabei finden Fasnachtsumzüge und Monsterkonzerte statt. Es bestehen vier lokale Guggenmusik-Gruppen Blächchutzeler, Cossinius Fäger, Gessler Chessler und Rigigusler, die auch Maskenbälle organisieren. Die Alte Fasnacht (Sonntag nach Aschermittwoch) ist der lokale Höhepunkt der Küssnachter Fasnacht, bei dem in verschiedenen Restaurants Schnitzelbankgruppen und Kabarettisten auftreten.
Wenn früher im Herbst die Älpler zu Tal zogen, feierte man im Dorf mit Tanz und Gesang. Diese Feste sind der Ursprung der Sennenchilbi, die alle sechs Jahre in Küssnacht am Sonntag nach dem Schmutzigen Donnerstag stattfindet. Auf der Bühne vor dem Hotel Engel beginnen am frühen Morgen mit Tanz, Gesang, Jodelliedern, Alphornvorträgen und Fahnenschwingen folkloristische Darbietungen, die den Tag über andauern. Spezielle Attraktion ist der über 40 m hohe Kletterbaum, den junge Männer zu bezwingen versuchen. In Alphütten wird Käse zubereitet und den Festbesuchern gratis Kaffee mit Kirsch und «Nidle» abgegeben. Den Höhepunkt des Festes bildet der Festumzug mit der Alpabfahrt.
Seit 54 Jahren ist Küssnacht mit dem Küssaberger Ortsteil Küßnach im Landkreis Waldshut befreundet: «Im kleinsten Ortsteil der Gemeinde Küssaberg kam es [Ende Mai 2018] zu einem besonderen Treffen: Paul Bürk (84), der zu Zeiten, als Küssnach noch eine selbstständige Gemeinde war, als Ratsschreiber fungierte, erhielt Besuch von Ruedi Steinegger (88) aus Küssnacht am Rigi. […] Die beiden Senioren waren 1963 aktiv an der Gründung der Partnerschaft beider Orte beteiligt und sind die letzten lebenden Zeitzeugen der damals entstandenen Freundschaft.»[15]
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bekannte Sportvereine sind der Eishockeyverein Küssnachter SC sowie der Fussballverein FC Küssnacht.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Franz Josef Ignaz Trutmann (1752–1818), Kaufmann und Politiker
- Alois Stutzer (1810–1871), Mediziner und Politiker
- Joseph Räber (1872–1934), Richter und Politiker
- Ludwig Räber (1912–1976), Benediktiner
- Franz Wyrsch (1914–2006), Lehrer, Landschreiber und Heimatforscher
- Ernst Huber (1916–2003), Teilnehmer der ersten Schweizer Himalaya-Expedition 1939, Grundbuchgeometer
- Josef Ulrich (1916–2007), Politiker
- Hans Siegwart (1925–2003), Betriebswirtschafter und Hochschulrektor
- Petra Gössi (* 1976), Politikerin (FDP), lebt in Küssnacht
Fotos
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Unterdorf
- Bi Chilen-Hus von 1620
- Haus zur Taube 1717
- Rathäuser am Seeplatz
- Astrid-Kapelle
- Seebodenalp
- Blick von der Seebodenalp
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Franz Wyrsch: Küssnacht (SZ). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- 3 Orte, 2 Seen, 1 Berg: Bezirk Küssnacht. Hrsg. vom Bezirk Küssnacht, o. J., ISBN 978-3-905886-01-6.
- Quellen zur Geschichte der Landschaft Küssnacht am Rigi. Bearb. von Edi Ehrler und Franz Wyrsch. Hrsg. vom Historischen Verein Küssnacht, 1982–1999, 5 Bd. (Band 1: 1351–1400, 2: 1401–1450, 3: 1451–1477, 4: 1478–1500, 5: 1501–1550).
- Kurt Annen u. a.: «Me isch halt nid so heikel gsy». Küssnachter Geschichte(n) 1848 bis 1998. Offizielle Jubiläumsschrift zum 150-Jahre-Jubiläum des Bezirks Küssnacht. Bezirksverwaltung Küssnacht am Rigi, 1998.
- Markus Bamert u. a.: Gesslerburg und Hohle Gasse mit Tellskapelle (= Schweizerische Kunstführer. Band 790). Bern 2006, ISBN 978-3-85782-790-7.
- Klausjagen. Hrsg. von der St. Nikolausgesellschaft. Küssnacht am Rigi 1988.
- Erika Schumacher: Vierwaldstättersee & Zentralschweiz (= Dumont Reisetaschenbuch). Dumont, Köln 2000, ISBN 3-7701-4311-6, S. 68.
- Franz Wyrsch: Die Landschaft Küssnacht am Rigi im Kräftefeld von Schwyz und Luzern. In: Mitteilungen des historischen Vereins des Kantons Schwyz, Band 53. 1959. S. 29–45 (Digitalisat).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 492.
- ↑ «Die mda. Aussprache des Namens und teilweise auch die Schreibweise mit dem Reibelaut ch zeigen, dass der Name von der alemannisch-sprachigen Bevölkerung übernommen worden ist, als die Verschiebung von k > ch der zweiten oder althochdeutschen Lautverschiebung im 7. und am Anfang des 8. Jahrhunderts noch wirkte.» Viktor Weibel: Schwyzer Namenbuch. Die Orts- und Flurnamen des Kantons Schwyz. 6 Bände. Schwyz 2012, zitiert nach ortsnamen.ch.
- ↑ «Eine volksetymologische Reminiszenz stellt das Ortswappen von Küssnacht, ein Kissen, dar. Dieses kann man sich nur damit erklären, dass mda. Chüss- an schwzdt. Chüssi ‘Kissen’ erinnert. Die Versuche, den Namen Küssnacht mit einem ahd. PN *Kusso und ahd. aha ‘Bach, Fliessgewässer’ zu verbinden, sind nicht stichhaltig.» Viktor Weibel: Schwyzer Namenbuch. Die Orts- und Flurnamen des Kantons Schwyz. 6 Bände. Schwyz 2012, zitiert nach ortsnamen.ch; Schweizerisches Idiotikon, Band III, Spalten 329 f, Artikel Chüssi.
- ↑ Hans Kläui: Das Gemeindewappen von Küsnacht. In: Küsnachter Jahresblätter 1970, S. 5–14.
- ↑ Bevölkerungsstatistik Bezirk Küssnacht per 01. Januar 2022. (PDF) Bezirk Küssnacht, 2022, abgerufen am 18. Januar 2022.
- ↑ Nationalratswahlen 2023. Küssnacht SZ. Bundesamt für Statistik, 22. Oktober 2023, abgerufen am 17. Januar 2025.
- ↑ LGZ Landwirtschaftliche Genossenschaft Zentralschweiz. In: Handelsregister des Kantons Schwyz. Abgerufen am 8. Mai 2024.
- ↑ LGZ Landwirtschaftliche Genossenschaft Zentralschweiz. In: Zefix. Abgerufen am 8. Mai 2024 (zuvor: LG RIGI, Genossenschaft).
- ↑ Fusionierte Landi mischt den Markt auf. In: schweizerbauer.ch. 19. April 2024, abgerufen am 8. Mai 2024.
- ↑ Mischfutter: Mit Übernahme Position stärken. In: schweizerbauer.ch. 18. April 2025, abgerufen am 18. April 2025.
- ↑ Tina Prause: Küssnacht trifft Küssnach. Südkurier, 29. Mai 2018.




