Grubber

Der Grubber (englisch to grub ‚graben‘) ist ein landwirtschaftliches Gerät zur nichtwendenden Bodenbearbeitung, das zur Lockerung und Krümelung des Bodens sowie zur Unkrautbekämpfung und Einarbeitung von organischen Materialien (z. B.: Erntereste, Dünger etc.) in den Boden eingesetzt wird. Kleinformen als Gartengeräte (mit beweglichen messerähnlichen Rädern oder drei Zinken an einem Stiel) werden ebenfalls als Grubber bezeichnet.
Grubber als Bezeichnung für ein Gartengerät
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Grubber sind händisch zu bedienende Gartengeräte. Sie werden zur Lockerung des Bodens und zur Unkrautbekämpfung eingesetzt. Typischerweise wird die Klinge des Grubbers etwas unter der Erdoberfläche durch das Beet gezogen und schneidet dort die Unkräuter ab, ohne die Erde zu wenden. Diese Form ermöglicht es, das Werkzeug flach unter der Erdoberfläche durchzuziehen, um Unkrautwurzeln zu durchtrennen und den Boden aufzulockern ohne tief graben zu müssen. Der bogenförmige Halter sorgt dafür, dass die Erde durchgelassen wird und sich nicht staut. An der Tülle des Grubbers kann ein Stab befestigt werden.
Die erste Abbildung zeigt die einfachste Form eines Grubbers, ein Metallband, das durch die Erde gezogen wird.
Die zweite Abbildung zeigt einen Grubber mit einer leicht gebogenen (geschwungenen) scharfen Klinge, die an den Bügeln angenietet ist.
Der Grubber auf der dritten Abbildung besitzt zusätzliche vertikalen Klingen und kann auch zum Zerkleinern von Kraut/Kohl (z. B. für Sauerkraut), Kräutern, Futterrüben verwendet werden.
Beim vierten Grubber kann man den Winkel der Klinge einstellen.
Der fünfte Grupper wurde für Reihenkulturen entwickelt. Beim Jäten zieht man die Hacke durch die Reihe. Das Blatt schneidet das Unkraut 1–2 cm unter der Oberfläche ab. Die beiden Fühler tasten dabei links und rechts die Kulturpflanze ab und schieben sie sanft zur Seite, ohne sie zu verletzen oder abzuschneiden. Und die letzte Abbildung zeigt einen Grubber ohne Tülle. An deren Stelle befindet sich ein Griff der es im Knien ermöglicht den kleinen Grubber durch ein Beet zu ziehen.
- Grubber mit Eisenband
- Grubber mit Klinge
- Grubber mit zusätzlichen vertikalen Klingen
- Grubber mit einstellbarer Klinge
- Grubber für Reihenkulturen
- Grubber mit kleinem Griff anstatt der Tülle
Grubber in der Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Grubber kann in der Landwirtschaft für folgende Aufgaben eingesetzt werden:
- In den leichteren, ursprünglichen Ausführungsarten wird er auch Feingrubber, Kultivator oder Krümler genannt. Das überwiegende Einsatzgebiet bei der Saatbettbereitung wird nachfolgend beschrieben.
- In Kombination mit Eggen und anderen Bodenbearbeitungsgeräten werden Grubber als Saatbettkombination zur Saatbettbereitung verwendet.
- In Kombination mit Saat- und Pflanzmaschinen sind Grubberschare auch an Strip-Till- und Mulchsaatgeräte angebracht.
- Eine weitere Variante des Grubbers ist der Schwergrubber. Dieser kann den Ackerboden ohne Vorarbeit krumentief lockern, ein Verfahren zur Bodenlockerung, welches in der pfluglosen Bodenbearbeitung verbreitet ist.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Grubber ist die Mechanisierung des Sauzahns (vom hakenförmigen Grabstock abgeleitet), beziehungsweise von Karst und Krail. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Grubber in starrer Bauweise gefertigt. Der Tiefgang, die Arbeitsbreite und die Zahl der Zinken war aufgrund der geringen Zugkraft der Zugtiere beschränkt. Der Grubber wurde von Beginn an zur Einsparung von Pflugarbeiten benutzt. Er diente der Lockerung der Winterfurche im Frühjahr bzw. auf unkrautfreien Ackerflächen der Saatbettbereitung für Frühjahrskulturen. In Regionen mit sandigen Böden wurde er auch zur Stoppelbearbeitung und Saatbettbereitung für Sommerzwischenfrüchte benutzt.
Mit dem Beginn der Mechanisierung wurden ab 1900 sehr unterschiedliche Grubbertypen entwickelt. Federzahnzinken – und in neueren Versionen an Hydraulikzylindern befestigte Zinken – lösten die ursprünglich – durch Scherbolzen gesicherten – starr am Rahmen befestigten Zinken ab.
Einsatzmöglichkeiten
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- Mit dem Kultivator (= leichter Federzinkengrubber) werden gepflügte Ackerflächen eingeebnet, um ein ideales Saatbett zu bereiten. Das Pflügen kann dabei sowohl im Herbst (Winterfurche) oder im Frühjahr geschehen. Je nach Kultur und Aussaattechnik ist eine Saatbettbereitung mit dem Kultivator notwendig, um die optimalen Gegebenheiten (feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett) zu schaffen.
- Bei der Ausbringung von Gülle oder Jauche reichen Eggen zur fachgerechten Einarbeitung dieser Dünger nicht aus. In diesen Fällen ist ein Grubber mit genügend Bearbeitungstiefe und Durchmischungseffekt (z. B. mit Gänsefußscharen) ein ideales Bearbeitungsgerät.
- Als Teil einer Saatbettkombination zur Bereitung eines optimalen Saatbettes dient der Grubber zum Aufreißen und Lockern der obersten Bodenschicht. Die nachlaufenden Geräte, meist eine Egge mit nachlaufender Walze, krümeln den gelockerten Boden weiter und drücken ihn zur Vorbereitung des notwendigen Bodenschlusses des einzubringenden Saatgutes in Saattiefe an. Der Tiefgang des Grubbers wird hierbei so begrenzt, dass untergepflügtes Material nicht wieder an die Oberfläche gelangt.
- Nach der Ernte eignet sich der Feingrubber auch als Gerät zur Stoppelbearbeitung. Dazu ist die Menge des verbliebenen Strohs auf dem Feld zu beachten, da eine gute Durchmischung von Boden und Stroh durch die flache Bearbeitung nur bedingt möglich ist.
- Verbreitern von Brandschneisen und vergleichbare Vorhaben.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Udo Bols: Landwirtschaftliche Anbaugeräte für Traktoren in früherer Zeit. Verlag Podszun-Motorbücher GmbH, Brilon, ISBN 978-3-86133-441-5
- Die Landwirtschaft: Band 3 – Landtechnik Bauwesen. BLV Verlagsgesellschaft, München, ISBN 3-405-14349-7
- Bodo Frahm: BGJ Agrarwirtschaft. 4. Auflage, Ulmer, Stuttgart, 1980, 1991, S. 116 ff., ISBN 3-8001-1049-0
- Wilhelm Martin: Handbuch der Landwirtschaft. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1895.
- Norbert Entrup, Bernhard Schäfer: Lehrbuch des Pflanzenbaus Band 2: Kulturpflanzen, 3. Auflage, Agroconcept (Verlag), ISBN 3-9810575-8-9