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Groß Kelle

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Wappen Deutschlandkarte
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Groß Kelle
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Groß Kelle hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 53° 24′ N, 12° 33′ OKoordinaten: 53° 24′ N, 12° 33′ O
Bundesland:Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Röbel-Müritz
Höhe: 80 m ü. NHN
Fläche: 6,68 km²
Einwohner: 110 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17207
Vorwahl: 039931
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 053
Adresse der Amtsverwaltung: Marktplatz 1
17207 Röbel/Müritz
Website: www.amt-roebel-mueritz.de
Bürgermeister: Axel Krüger
Lage der Gemeinde Groß Kelle im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
KarteFriedland
Karte

Groß Kelle (bis 1998 „Groß-Kelle“) ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Röbel-Müritz mit Sitz in der Stadt Röbel/Müritz verwaltet.

Groß Kelle ist eine der kleinsten mecklenburgischen Gemeinden. Sie liegt inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte, nahe dem Westufer der Müritz. Die landwirtschaftlich geprägte Gemeinde liegt am Kellerbach, der den Groß Keller See und die weiter westlich liegenden Seen zur Müritz entwässert (Großer Kreßinsee). Das leicht hügelige Gebiet westlich von Groß Kelle erreicht 88 m ü. NHN. Die Stadt Röbel/Müritz ist etwa sechs Kilometer entfernt.

Umgeben wird Groß Kelle von den Nachbargemeinden Sietow im Norden, Gotthun im Osten, Röbel/Müritz im Südosten, Leizen im Südwesten sowie Walow im Nordwesten.

Im Jahre 1230 tauchte der Ort Kelle erstmals in einer Urkunde auf. Einen gewissen Bekanntheitsgrad erhielt die Ortschaft früh durch das Erd- und Steinkegelgrab.[2] Als Klein Kelle wurde ein zirka zwei Kilometer entfernt liegendes Dorf bezeichnet, von dem heute nur noch Ruinen vorhanden sind.

Das Gut Groß Kelle befand sich von 1285 bis ins 17. Jahrhundert im Besitz der Familie von Pritzbuer. Es kam dann an die Familie Morin, 1678 kurz in landesherrlichen Besitz, dann an die von Vieregge, denen die von Flotow folgten, danach wieder an die Pritzbuer, sodann an die von Dähn, von Altrock, 1798 von Bülow, wieder von Flotow und von 1883 bis zur Enteignung 1945 an die Familie Glantz.[3]

August von Bülow erwarb das Gut 1798 mit seinem Bruder Georg von Bülow, unter den Nachfolgern war der großherzoglich mecklenburg-schwerinsche Kammerherr Hans von Bülow,[4] verheiratet mit Friedrike[5] von L’Estocq. Es blieb danach ein Lehngut mit Klein Kelle, Hauptsmühle und Winkelhof, gesamt 670 ha.[6] Vor der Weltwirtschaftskrise besaßen es der Gerichtsassessor a. D. Emil Glantz[7] mit Wohnsitz in Below und der Oberleutnant d. R. Walter Glantz[8] zu Groß Kelle.

In der DDR-Zeit bestand in Groß Kelle ein Volkseigenes Gut. Der zentrale Punkt im Dorf war das ehemalige Gutshaus. Hier waren ein Kindergarten, eine Verkaufsstelle, ein Saal mit gastronomischer Betreuung sowie einige Wohnungen untergebracht.

Im Jahre 1996 wurde das wegen Baufälligkeit abgerissene Fachwerk-Gutshaus aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf den alten Grundmauern neu errichtet, jedoch nicht im ehemaligen Stil. Heute wird es von der alten pommerschen Adelsfamilie von Heydebreck, die das Gut 1991 erworben hat, als Wohnhaus genutzt. In den letzten Jahren wurden auch die ehemaligen Tagelöhnerkaten zu komfortablen Wohnungen ausgebaut, dazu kamen einige neue Eigenheime.

Gemeindevertretung und Bürgermeister

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Der Gemeinderat besteht (inkl. Bürgermeister) aus sechs Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai 2019 hatte folgende Ergebnisse[9]:

Partei/Bewerber Prozent Sitze[10]
Wählergruppe Groß Kelle 70,41 4
CDU 29,59 2

Bürgermeister der Gemeinde ist Axel Krüger, er wurde mit 72,88 % der Stimmen gewählt.[11]

Die Gemeinde verfügt über kein amtlich genehmigtes Hoheitszeichen, weder Wappen noch Flagge. Als Dienstsiegel wird das kleine Landessiegel mit dem Wappenbild des Landesteils Mecklenburg geführt. Es zeigt einen hersehenden Stierkopf mit abgerissenem Halsfell und Krone und der Umschrift „GEMEINDE GROß KELLE“.[12]

Regelmäßige Veranstaltungen

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Eine feste Tradition ist das jährlich zu Pfingsten von der Dorfgemeinschaft organisierte Dorffest.

Groß Kelle liegt nahe der Verbindungsstraße von Sietow an der Bundesstraße 192 über Röbel/Müritz nach Mirow an der Bundesstraße 198. Die Autobahn-Anschlussstelle Röbel an der Bundesautobahn 19 (Berlin–Rostock) ist etwa neun Kilometer entfernt. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Malchow und Waren (Müritz).

Sehenswürdigkeiten

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  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise und Gemeinden 2024 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. Samuel Christoph Wagener: Handbuch der vorzüglichsten, in Deutschland entdeckten Alterthümer aus heidnischer Zeit. 1842. Bernhard Friedrich Voigt, Weimar 1842, S. 283–284 (google.de [abgerufen am 20. Mai 2022]).
  3. Gutshaus Groß Kelle, gutshaeuser.de
  4. Paul von Bülow, Jacob Friedrich Joachim von Bülow: Familienbuch der von Bülow. Nach der im Jahre 1780 herausgegebenen Historischen, Genealogischen und Kritischen Beschreibung. In: Familien-Chronik. 1858. Auflage. Abschnitt. Neue Zeit. Linie Plüskow, Tabelle X. Königliche Geheime Ober-Hofbuchdruckerei (R. v. Decker), Berlin 1858, S. 293–294 (google.de [abgerufen am 20. Mai 2022]).
  5. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1870. In: "Der Gotha". 20. Auflage. Freiherrliche Häuser nach alphabetischer Ordnung., Maltzahn, Bülow. Justus Perthes, Gotha 23. Oktober 1869, S. 549 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 20. Mai 2022]).
  6. Ernst Seyfert, Hans Wehner, W. Baarck: Niekammer’s Landwirtschaftliches Güter-Adreßbücher, Band IV. Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe von Mecklenburg-Schwerin und -Strelitz. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts mit Angabe der Gutseigenschaft, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. In: Mit Unterstützung vieler Behörden und der Landbünde zu Güstrow und Neubrandenburg (Hrsg.): 4. Letzte Ausgabe. 4. Auflage. IV Reihe Paul Niekammer. Verlag von Niekammer’s Adreßbüchern G.m.b.H., Leipzig 1928, S. 197 (g-h-h.de [abgerufen am 20. Mai 2022]).
  7. Carl Holle: XXXI. Jahresbericht des Städtischen Gymnasiums zu Waren 1900. Schulnachrichten. Waren 31. Progr. - Nro. 705 Auflage. Band 4., Das Zeugnis der Reife erhielten: 2. Emil Glantz. Druck von C. Quandt, Waren 1900, S. 9 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 20. Mai 2022]).
  8. Programm des Groszherzoglichen Gymnasium Friderico-Francisceum zu Doberan. Ausgegeben zu Ostern 1904 von Dr. W. Kühne, Director. Schulnachrichten. 1904. Progr. Nr. 760 Auflage. 5. Verzeichnis der Schüler. (Nach der Ordnung von Weihnachten 1903)., Unter-Secunda. 13. Herm. Rehse & Co, Doberan 1904, S. 32 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 20. Mai 2022]).
  9. Wahlergebnisse auf www.amt-roebel-mueritz.de
  10. Reihenfolge nach Stimmenanteil
  11. Wahlergebnisse auf www.amt-roebel-mueritz.de
  12. Hauptsatzung § 1
  13. Erfassungsbeleg Geotop: Findling Groß-Kelle. (PDF; 7 kB) Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern, 6. Januar 2005.
  14. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017.
Commons: Groß Kelle – Sammlung von Bildern