Grand Curtius

Grand Curtius ist ein 2009 eröffneter Museumskomplex in Lüttich, Belgien, mit den Sammlungen mehrerer ehemals eigenständiger Museen: das Curtius Museum (Museums für Archäologie und dekorative Kunst), das Museum für religiöse Kunst und Mosan-Kunst, das Waffenmuseum, das Glasmuseum sowie die ehemalige Sammlung der Ägyptologie der Universität Lüttich. Die einzelnen Museen befinden sich aufgeteilt im Palais Curtius, Hotel Hayme in Bomal, Hotel Brahy sowie dem Haus Dewilde. Insgesamt stehen mehr als 5000 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung, 5000 Einzelobjekte werden gezeigt. Der Name geht auf Jean De Corte zurück, auch bekannt als Jean Curtius, der als Manufakturbesitzer und Waffenhändler im 17. Jahrhundert bekannt wurde.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geschichte der Sammlungen
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Im Jahr 1850 wurde das Archäologische Institut Lüttich (IAL) mit dem Ziel gegründet, ein Museum zu eröffnen. 1874 wurden die Funde in einem Flügel des Fürstbischöflichen Palasts ausgestellt. Der Curtius-Palast wurde 1901 von der Stadt übernommen und nahm nach einer langen Restaurierung durch den Architekten Joseph Lousberg das Curtius Museum auf (ursprünglich Archäologisches Museum Lüttich genannt), das am 1. August 1909 eröffnet wurde.
Die Gläsersammlung der Familie Baar wurde 1946 von der der Witwe Armand Baars an das Curtius Museum übergeben. 1952 kaufte sie die Stadt, um 1959 die Sammlung zu einem eigenständigen Teil zu machen, der nach und nach angereichert mit anderen Objekten wurde.
Das Waffenmuseum der Stadt im Herrenhaus Hotel Hayme de Bomal geht auf eine Spende Pierre-Joseph Lemilles zurück, der ein führender Handwaffenproduzent in Lüttich war. In der nationalen Waffenfabrik in Herstal wird die Tradition fortgeführt.
Das Museum für religiöse Kunst und Maasländische Kunst (MARAM) wurde 1891 von der „Gesellschaft für Kunst und Geschichte der Diözese Lüttich“ gegründet und 1976 von der Stadt Lüttich übernommen.
Curtius-Palast
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jean Curtius (1551–1628) baute zwischen 1597 und 1610 einen Privatpalast am Maasufer in Lüttich, er bezahlte 14o.ooo Gulden (Brabant) für das Haus, 2oo.ooo Gulden für Möbel und diverse andere Dinge. Curtius wurde reich durch die Lieferung von Munition und Waffen an die spanische Armee. Mit den abwechselnden Schichten von rotem Ziegel und Naturstein und den gekreuzten Fenstern vertritt der Palast den regionalen Stil der Maasländischen Renaissance-Architektur. Im Hauptgebäude wurde nach Curtius’ Tod lange ein Kloster untergebracht, während der Rest Familienbesitz blieb.
Sammlungen
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Mit 100.000 Objekten aus 7000 Jahren menschlicher Geschichte im Bestand wird in den Ausstellungen eine große Vielfalt ermöglicht. Es gibt einen Neandertalerschädel, ägyptische Funde, eine römische Büstenvase oder die Lütticher Chronik (1565). An Maasländischer Kunst finden sich Reste mittelalterlichen Kirchenschmucks und mehrere Evangeliarien. Mit der gotischen Kunst werden herausragende Gemälde gezeigt wie die Madonna mit Kind und Maria Magdalena (um 1475), dann folgen Beispiele der regionalen Renaissance- und Barockkunst. Möbel, Silber, Glas und Uhren ergänzen die Sammlungen.
Einzelbelege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geyer, Chariot, Lemeunier: 7000 ans d'art et d'histoire au Grand Curtius (museumcatalogus). Luik/Brussel, 2009
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- BALaT KIK-IRPA. Abgerufen am 16. November 2025.
- Grand Curtius - Musée à Liège Homepage. Abgerufen am 16. November 2025.
Koordinaten: 50° 38′ 48,9″ N, 5° 35′ 2,3″ O