Gotion High-Tech Co., Ltd., von chinesisch国轩高科, Guoxan Hightech, kurz Gotion, ist ein chinesischer Hersteller von Lithium-Ionen-Akkumulatoren, Energiespeichersystemen sowie Stromübertragungs- und -verteilungsanlagen. Im Jahr 2025 hatte das Unternehmen einen weltweiten Marktanteil von 3,5% und war damit der sechstgrößte Batteriehersteller.[2]
Das Unternehmen gehört teilweise der Volkswagen AG, die 2020 für 1,1 Milliarden Dollar einen Anteil von knapp 25% erworben hat.[6] Die Investitionen werden für den Aufbau von Gigafactoriesgenutzt. Die 2022 gegründete Volkswagen-Tochterfirma PowerCo in Salzgitter soll ab 2025 die Volkswagen Einheitszelle produzieren.[7] Gotion ist hierbei Technologiepartner für das Fabriklayout, die Anlagen und Produktionsprozesse und soll auch die erste Einheitszellen-Generation für das Volumensegment entwickeln.[8]
Der Unternehmensgründer Zhen Li übernahm 2005 ein Team aus Wissenschaftlern an der Chinesischen Universität für Wissenschaft und Technik in Hefei. 2006 erfolgte die Ausgründung der Hefei Guoxuan Hi-Tech Power Energy, angesiedelt in einem Gewerbepark für die Automobilindustrie von Hefei.[9] 2007 erfolgte die erste Produktion von LFP hoher Kapazität. Das Unternehmen hatte mehrere Jahre lang mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, bevor die chinesische Regierung 2009 begann, die Lithium-Ionen-Batterieindustrie des Landes massiv zu subventionieren.[10] 2014 beantragte man einen Reverse Takeover der Jiangsu Dongyuan Electrical Group Co als Börsenmantel.[11] Seit 2015 wird Gotion High-Tech an der Shenzhen Stock Exchangenotiert.[12] Dabei wurde der chinesische Name Guoxan Hightech (国轩高科 - guó xuān gāokē) zu Gotion High-Tech anglisiert.[9]
Im Mai 2020 vereinbarte Volkswagen eine Investition von 1,1 Milliarden Euro in Guoxuan High-Tech. Nach Zustimmung der Behörden wurde Volkswagen China am neuen Unternehmen Gotion High-Tech ab Dezember 2021 größter Einzelaktionär mit 26,47 Prozent.[6][13] Mit der Kapitalausweitung wurden Gigafactories in Hefei und Liuzhou finanziert.[14] Außerdem wurde 2021 ein ehemaliges Bosch-Werk in Göttingen von Gotion gekauft, und über die Tochter Gotion Germany Battery GmbH mit der Errichtung einer Fabrik zur Batterieproduktion begonnen. Produktionsbeginn war im September 2023.[15]
Im Jahr 2022 wurde Gotion auch in der Schweiz an der SIX Swiss Exchange notiert und erzielte einen Erlös von 685 Millionen US-Dollar.[16] Im Juli 2023 unterzeichneten Gotion und BASF eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung von Batteriematerialien.[17]
Im Jahr 2025 verklagten drei ehemalige Mitarbeiter von Gotion in dessen Werk in Fremont, Kalifornien, das Unternehmen wegen unrechtmäßiger Entlassung und behaupteten, dass die Unternehmensleitung regelmäßig chinesische Staatsbürger ohne Visum beschäftigt, rassistische Äußerungen über nicht-chinesische Arbeitnehmer gemacht und Mitarbeiter belästigt habe, die sich über Sicherheitsprobleme beschwert hätten.[19][23]