Innenraum des JagdwagensGoliath Jagdwagen Typ 34 (Einzelexemplar mit geschlossener Fahrgastzelle)
Der Goliath Jagdwagen Typ 34 bzw. LKW 0,25 t gl (4×4) Goliath Typ 34 ist ein Geländewagen, den Goliath 1957 als Nachfolgemodell des für die Bundeswehr entwickelten Prototyps Goliath Typ 31 baute.
Der Typ 31 hatte den Ausschreibungswettbewerb nicht bestanden, weil er als technisch unausgereift befunden wurde, nachdem viele Mängel in den Erprobungsphasen festgestellt worden waren. Getriebe, Antrieb und vor allem der bei Goliath übliche Zweitakt-Einspritzmotor galten als störanfällig.[2]
Deshalb besserte Goliath beim Typ 34 erheblich nach. Der Typ 34 erhielt einen wassergekühlten Vierzylinder-Viertakt-Boxermotor aus Aluminium, mit dem das Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 100 km/h erreichte. Das Getriebe hatte vier Gänge und Vorgelege. Geschaltet wurde mit einem Mittelschalthebel.
Die Karosserie des Wagens unterschied sich nur unwesentlich vom Typ 31, war aber mit dem veränderten Antriebsaggregat zehn Zentimeter länger als der Vorgänger und hatte nun drei statt zwei Sicken an den Flanken. Die Zuladung des Fahrzeugs betrug ungefähr 590 Kilogramm. Der Wagen hatte Allradantrieb mit abschaltbarer Hinterachse.
Der inzwischen erheblich verbesserte Typ 34 mit Viertaktmotor wurde in einer Karosserievariante mit 2000mm Radstand im April 1958 der Bundeswehr zu Erprobungszwecken zur Verfügung gestellt. Bereits nach 600km musste der Wagen wegen eines Motorschadens stillgelegt werden; eine Ventilfeder war gebrochen. Das Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer 34.0100 01 hatte außerdem am 10. Mai 1958 einen Unfall in der Erprobungsphase und musste beim Herstellerwerk instand gesetzt werden. Danach wurde der Test nicht fortgeführt.[3]
Die insgesamt für die Bundeswehr beschafften 50 Goliath Geländewagen blieben bis zur Aussonderung bei der Truppe.
Nach den technischen Änderungen hätte der Typ34 im Ausschreibungswettbewerb gute Chancen gehabt, kam aber zu spät, denn die Bundeswehr hatte sich bereits für den Kauf des DKW Munga von der Auto Union GmbH entschieden.[4] Insgesamt baute Goliath etwa 95 Jagdwagen, darunter 30 Stück vom Typ 31 und 65 Stück vom Typ 34.
Hechmecke-Studio:Goliath Jagdwagen Typ 34auf YouTube, 21.Februar 2021, abgerufen am 23.Juli 2023(Vorstellung und Entwicklungsgeschichte Typ 31 und Typ 34 bei einem Exponat im PS-Speicher-Museum).
↑Eberhard Kittler, Thomas Rönnberg:Deutsche Autos Offroader und SUV seit 1945. Offroader und SUV. 1. Auflage. Band7. Motorbuch, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-02490-X, S.79,81.