Godspell
| Musicaldaten | |
|---|---|
| Titel | Godspell |
| Originalsprache | Englisch |
| Musik | Stephen Schwartz |
| Buch | John-Michael Tebelak |
| Liedtexte | Stephen Schwartz |
| Uraufführung | 17. Mai 1971 |
| Ort der Uraufführung | Off-Broadway |
Godspell ist ein US-amerikanisches Off-Broadway Musical aus dem Jahr 1971; eine als Studentenaufführung produzierte Vorläuferfassung entstand bereits 1970. Das Textbuch stammt von John-Michael Tebelak, die Musik und einige der Songtexte von Stephen Schwartz. Wie die Rockoper Jesus Christ Superstar entstammt es der Zeit einer Jesus-Bewegung (Jesus-People) in den USA, die sich auch auf andere Länder ausdehnte.
Die Handlung folgt der Schilderung des Matthäusevangeliums von der Taufe Jesu im Jordan über die Berufung der Jünger, die verschiedenen Gleichnisse, die Bergpredigt bis zu Verrat, Gefangennahme und Kreuzigung.
Eine Filmversion des Musicals erschien 1973, gedreht in New York, in der Regie von David Greene mit Victor Garber, David Haskell und Lynne Thigpen in ihrer ersten Filmrolle. Eine der Filmlocations war das Dach der Twin Towers des World Trade Centers.
Aufführungen im Londoner West End folgten bereits 1971, 1972 erfolgte die deutschsprachige Erstaufführung, und im Juni 1976 hatte das Stück Premiere am Broadway.
Entstehungsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der aus einer evangelischen Familie stammende John Michael Tebelak wurde 1970 durch den Besuch einer Ostermesse und einer dem Gottesdienst folgenden Polizeikontrolle, in der er aufgrund seiner langen Haare für einen Drogenabhängigen gehalten wurde, zum Schreiben von Godspell inspiriert. Tebelak reichte das Buch als Studienarbeit in seinem Fach der Theaterwissenschaften ein, woraufhin es im gleichen Jahr an seiner Universität, der Carnegie-Mellon-University, aufgeführt wurde.
Tebelak brach sein Studium ab, ging nach New York und bot das Stück dem Off-Off-Broadway-Theater „La Mama“ an. Tatsächlich wurde Godspell dort einige Wochen gespielt. In dem Publikum befanden sich auch einige Produzenten, die Interesse an dem Musical zeigten, jedoch nur unter der Bedingung, dass die Musik komplett neu geschrieben und arrangiert werden sollte. Tebelaks Songs waren mit Hardrockmusik unterlegte Kirchengesänge aus verschiedenen Epochen und Ländern.
Der damals 22-jährige Stephen Schwartz bekam nun die Aufgabe, neue, massentaugliche Stücke für Godspell zu komponieren, eine Arbeit, die er innerhalb von fünf Wochen leistete. Der einzige Song, der ihm gefiel und aus der Originalaufführung blieb, war die Ballade By my side (dt. „Hier bei mir“), die von einem der damaligen Schauspieler, nicht von Tebelak, geschrieben worden war.
1971 fand die Off-Broadway-Premiere von Godspell statt. Für fünf Jahre waren sämtliche Aufführungen schon im Voraus ausverkauft, sodass die Aufmerksamkeit der Presse und der Intellektuellenszene New Yorks nicht auf sich warten ließ: es wurde im berühmten Ambassador-Theater aufgeführt, wo es über 500 Mal über die Bühne lief, bis es 1977 aus dem Programm genommen wurde. Inszenierungen in London und ein gleichnamiger, für den Golden Globe nominierter, Film folgten. Das Ensemble wurde sogar vom damaligen Papst Paul VI. 1975 in den Vatikan eingeladen.
In den 1990er Jahren wurde Godspell in Australien und Großbritannien vollends bekannt und gefeiert, in Deutschland war es bereits 1972 als deutsche Erstaufführung[1] in der Hamburger St. Petrikirche aufgeführt worden, blieb jedoch dem normalen Theaterpublikum weitgehend unbekannt. Der Komponist Stephen Schwartz schien zudem von der deutschen Inszenierung enttäuscht. Nach einer desaströsen Berliner Aufführung 1994 entzog er dem deutschen Verlag sämtliche Aufführungsrechte. Godspell wurde daraufhin fast ein Jahrzehnt nicht mehr in Deutschland aufgeführt.
Erst die Landesbühne Hannover unternahm einen erneuten Versuch, das Stück nach Deutschland zu holen. Der Intendant dieses Theaters, Gerhard Weber, unterstützte seinen Mitarbeiter Christian Gundlach, in enger Zusammenarbeit mit Stephen Schwartz eine neue, dem Original besser entsprechende Übersetzung anzufertigen.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Godspell ist ein Musical ohne durchgehende lineare Handlung im klassischen Sinn. Die Struktur basiert vielmehr auf einer episodischen Abfolge von Spielszenen, Gleichnissen, Liedern und Lehrstücken, die lose aus dem Matthäusevangelium (mit einzelnen Elementen aus dem Lukasevangelium) abgeleitet sind. Im Mittelpunkt steht dabei die Vermittlung der ethischen Lehren Jesu.
Zu Beginn treten Ensemblemitglieder als Vertreter unterschiedlicher philosophischer und intellektueller Strömungen auf und tragen jeweils bedeutende Aussagen über Moral, Gesellschaft oder Sinnfragen vor. Diese kontrastierenden Stimmen überlagern sich zunehmend und führen zu Unordnung und Unverständnis. Erst mit dem Auftritt Jesu, der durch Johannes den Täufer eingeführt wird, kehrt Struktur ein. Jesus ruft die anderen Figuren dazu auf, ihre bisherigen Rollen hinter sich zu lassen und sich ihm anzuschließen.
Im weiteren Verlauf bilden Jesus und seine Anhänger eine spielerische Gemeinschaft. Durch Pantomimen, Spiele, Clownsnummern und improvisationsähnliche Szenen werden zentrale Gleichnisse Jesu dargestellt, darunter unter anderem:
- das Gleichnis vom Sämann,
- das Gleichnis vom barmherzigen Samariter,
- das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner
Jesus erscheint dabei als charismatischer Lehrer, der seine Botschaften mit Humor, Kreativität und direkter Ansprache vermittelt. Die Jünger übernehmen abwechselnd die Rollen von Erzählern, Darstellern und Lernenden, wodurch die Lehre Jesu gemeinschaftlich erarbeitet wird.
Gegen Ende des Musicals verdunkelt sich die ansonsten heitere Atmosphäre. Jesu Lehren stoßen nun auf Widerstand. Die Jünger wenden sich schrittweise von ihm ab, bis Jesus schließlich isoliert bleibt. Die Kreuzigung wird nicht realistisch dargestellt, sondern symbolisch gezeigt, etwa durch Gesten, Musik und Lichtgestaltung. Jesus wird von der Gemeinschaft verlassen und abgeführt.
Nach der Kreuzigung trauern die Jünger. Schließlich tragen sie Jesu Leichnam (oder ein symbolisches Banner) gemeinsam über die Bühne. Das Musical endet jedoch nicht mit Verzweiflung, sondern mit einem hoffnungsvollen Ausblick: Die Gemeinschaft erkennt, dass Jesu Botschaft weiterlebt, solange seine Lehren im alltäglichen Handeln weitergetragen werden.
Lieder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Akt 1
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Akt 2
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Original Cast
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten](In Alphabetischer Reihenfolge)
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Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Carl Malsch: „Kirche für die Stadt – St. Petri-Gemeinde in der City von Hamburg“ in der Schriftenreihe „zur sache“, Heft 23, Lutherisches Verlagshaus Hamburg 1981, ISBN 3-7859-0478-9, Seite 80