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Gjesdal

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Gjesdal
Gjesdal (Norwegen)
Gjesdal (Norwegen)
Gjesdal
Basisdaten
Staat: Norwegen Norwegen
Kommunennummer: 1122
Provinz (fylke): Rogaland
Verwaltungssitz: Ålgård
Koordinaten: 58° 47′ N,  1′ OKoordinaten: 58° 47′ N,  1′ O
Fläche: 617,98 km²
Einwohner: 12.715 (1. Jan. 2026)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km²
Sprachform: neutral
Webpräsenz:
Verkehr
Straße: Europastraße 39
Lage in der Provinz Rogaland
Lage der Kommune in der Provinz Rogaland

Gjesdal ist eine Kommune im norwegischen Fylke Rogaland. Die Kommune hat 12.715 Einwohner (Stand: 1. Januar 2026) und liegt südlich von Stavanger. Verwaltungssitz ist die Ortschaft Ålgård.

Blick auf Ålgård

Die Kommune Gjesdal grenzt im Norden an die Kommune Sandnes, im Osten an Sirdal, im Süden an Bjerkreim und im Westen an Time. Die Grenze zu Sirdal stellt zugleich die zwischen den Fylkern Rogaland und Agder dar. Das Stadtgebiet Stavanger/Sandnes liegt nordwestlich der Kommune. An der Nordwestgrenze der Kommune Gjesdal liegt die Ortschaft Ålgård, das gemeinsam mit dem Ort Figgjo in der Kommune Sandnes zusammengewachsen ist.[2]

Von Nordwesten kommend schneidet sich der Frafjord, der südliche Teil des Høgsfjords, in das Gebiet der Kommune ein. Der Frafjord wird auf dem Land vom Tal Frafjorddalen fortgesetzt, durch das die Frafjordåna fließt. In den Fjord mündet zudem die Dirdalsåna, die von Süden aus durch das Tal Dirdalen zum Fjord fließt. In der Kommune liegen zudem mehrere Seen. Südlich von Ålgård befindet sich das Edlandsvatnet, südöstlich des Orts das Limavatnet. Im Südosten Gjesdals liegt unter anderem der See Stora Myrvatnet.[2] Die Gesamtfläche der Kommune beträgt 617,98 km², wobei Binnengewässer zusammen 59,75 km² ausmachen.[3]

Die höchsten Erhebungen der Kommune befinden sich im Osten der Kommune, wo Höhen von über 1000 moh. erreicht werden. Das nordöstliche Areal geht in das Landschaftsschutzgebiet Frafjordheiane ein.[4] Die Erhebung Strålaus an der Nordostgrenze von Gjesdal stellt mit einer Höhe von 1141,63 moh. den höchsten Punkt der Kommune dar.[5] Im Süden der Kommune liegt im Grenzbereich zu Bjerkreim im Tal Gloppedalen das Geröllfeld Gloppedalsura. Es ist eines der größten Skandinaviens und entstand, als eine Felswand durch Frost gesprengt wurde.[6][7]

Der Großteil der Einwohner lebt im Westen der Kommune. Im Osten sind vor allem einige Täler etwas dichter besiedelt. Unter anderem aufgrund der Nähe zu Stavanger und Sandnes stieg die Zahl der Einwohner mit der Zeit stark an.[8] Gjesdal zählt zu den Kommunen mit der jüngsten Bevölkerung Norwegens.[9][10] In der Gemeinde liegen mehrere sogenannte Tettsteder, also mehrere Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine städtische Siedlung gewertet werden. Vollständig in Gjesdal liegen die Tettsteder Oltedal mit 1013 und Gilja mit 390 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2025). Des Weiteren leben 9874 der insgesamt 12.164 Einwohner von Ålgård/Figgjo in der Kommune Gjesdal. Der Rest gehört zur Kommune Sandnes.[11]

Die Einwohner der Gemeinde werden Gjesdalbu genannt.[12] Gjesdal hat wie viele andere Kommunen der Provinz Rogaland weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.[13]

Entwicklung der Einwohnerzahl
JahrEinwohnerzahl[14]Veränderung
AnzahlProzent
1960 3166
1970 4403 +1.237 +39,1 %
1980 5516 +1.113 +25,3 %
1990 7263 +1.747 +31,7 %
2000 8911 +1.648 +22,7 %
2010 10.208 +1.297 +14,6 %
2020 12.002 +1.794 +17,6 %
Dirdal kyrkje

Die Kommune Gjesdal wurde im Rahmen der Einführung der lokalen Selbstverwaltung im Jahr 1837 gegründet und 1911 in Gjestal umbenannt.[15] Zum 1. Januar 1965 wurde ein von 40 Personen bewohntes Gebiet von Bjerkreim, ein von 37 Personen bewohntes Gebiet von Høle und ein von 621 Personen bewohntes Gebiet von Forsand nach Gjestal eingegliedert. Die Kommune erhielt in diesem Zug zudem wiederum den Namen Gjesdal. Am 1. Januar 1970 wurde ein unbewohntes Areal von Time nach Gjesdal überführt, 1989 folgte von dort ein weiteres Gebiet.[16]

In der Kommune liegen mehrere Kirchen. Die Gjesdal kyrkje ist eine Holzkirche aus dem Jahr 1848.[17] Im Jahr 1903 fertiggestellt wurde die Dirdal kyrkje. Sie ist ebenfalls eine Holzkirche.[18] Die Ålgård kirke hat einen fächerförmigen Grundriss und wurde 2015 fertiggestellt.[19]

Wirtschaft und Infrastruktur

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Durch den Westen der Kommune verläuft in Nord-Süd-Richtung die Europastraße 39 (E39). Die Straße führt durch die Ortschaft Ålgård und stellt in den Norden die Verbindung zu Sandnes und Stavanger her. Von der E39 zweigen in Gjesdal mehrere Straßen in den Osten und Westen ab.[2] Ålgård war Endstation der Bahnstrecke Ganddal–Ålgård. Der Personenverkehr wurde 1955 eingestellt.[8]

Madland und der See Madlandsvatnet

Im Bereich der Landwirtschaft ist vor allem die Haltung von Schafen und Rindern verbreitet. Die Schafe weiden sowohl im Osten der Kommune als auch außerhalb der Kommune. Für die Industrie ist die Holzverarbeitung von Bedeutung. In Gjesdal ist unter anderem ein Fensterproduzent angesiedelt. Des Weiteren ist unter anderem auch die Lebensmittelindustrie von wirtschaftlicher Bedeutung.[8]

Das Wintersportgebiet Madlandsfjellet gilt als das der Stadt Stavanger am nächsten gelegene. Es liegt westlich des Tals Dirdalen. Auch der in Ålgård gelegene Freizeitpark Kongeparken ist für den Tourismus von Bedeutung. Er ist der größte Freizeitpark der Region Vestlandet.[8] Das größte Wasserkraftwerk der Kommune ist das 1930 in Betrieb genommene Kraftwerk Maudal Nedre. Es hatte zwischen 1991 und 2020 eine jährliche Durchschnittsproduktion von etwa 60 GWh. Beim Wasserkraftwerk Maudal Øvre lag der Wert im selben Zeitraum bei rund 35 GWh. Bei beiden Kraftwerken wird eine Fallhöhe von über 250 Metern genutzt.[20][21]

Im Jahr 2021 arbeiteten von etwa 6450 Arbeitstätigen nur 2340 in Gjesdal selbst. Jeweils über 1000 weitere waren in Sandnes und Stavanger tätig. Zudem pendelten je über 100 Personen in die Kommunen Sola, Klepp, Time und .[22]

Das seit 1985 offizielle Wappen der Kommune zeigt einen silbernen Widderkopf auf blauem Hintergrund. Das Wappen soll die Haltung von Schafen sowie die Textilproduktion und damit zwei traditionell wichtige Wirtschaftszweige darstellen.[8]

Persönlichkeiten

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Commons: Gjesdal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 07459: Population, by region, contents and year. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 Gjesdal kommune. In: Norgeskart. Abgerufen am 13. Februar 2022 (norwegisch).
  3. 09280: Areal (km²), etter arealtype, statistikkvariabel, år og region. In: Statistisk sentralbyrå. Abgerufen am 13. Februar 2022 (norwegisch).
  4. Frafjordheiane landskapsvernområde. In: naturbase.no. Miljødirektoratet, abgerufen am 15. Februar 2022 (norwegisch).
  5. Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, 10. September 2021, abgerufen am 13. Februar 2022 (norwegisch (Nynorsk)).
  6. Das eiszeitliche Geröllfeld Gloppedalsura. In: Visit Norway. Abgerufen am 15. Februar 2022 (norwegisch).
  7. Geir Thorsnæs, Per Roger Lauritzen: Gloppedalsura. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 15. Februar 2022 (norwegisch).
  8. 1 2 3 4 5 Geir Thorsnæs, Per Roger Lauritzen: Gjesdal. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 13. Februar 2022 (norwegisch).
  9. Sonja Holterman: Dette er landets yngste kommune. In: Dagbladet. 10. Juni 2009, abgerufen am 15. Februar 2022 (norwegisch).
  10. Møtte Kongen med flagg og sang. In: kongehuset.no. 17. April 2018, abgerufen am 15. Februar 2022 (norwegisch).
  11. Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 20. November 2025 (englisch).
  12. Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 13. Februar 2022 (norwegisch (Nynorsk)).
  13. Forskrift om språkvedtak i kommunar og fylkeskommunar (språkvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 13. Februar 2022 (norwegisch).
  14. Population. 06913: Population 1 January and population changes during the calendar year (M) 1951 - 2025. In: ssb.no. Abgerufen am 20. Januar 2026 (englisch).
  15. Geir Thorsnæs: Gjestal. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 14. Februar 2022 (norwegisch).
  16. Dag Juvkam: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. (PDF) In: Statistisk sentralbyrå. 1999, abgerufen am 13. Februar 2022 (norwegisch).
  17. Gjesdal kyrkje. In: Kirkesøk. Abgerufen am 11. August 2025 (norwegisch).
  18. Dirdal kyrkje. In: Kirkesøk. Abgerufen am 11. August 2025 (norwegisch).
  19. Ålgård kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 11. August 2025 (norwegisch).
  20. Maudal Nedre. In: NVE. Abgerufen am 17. Januar 2026 (norwegisch).
  21. Maudal Øvre. In: NVE. Abgerufen am 17. Januar 2026 (norwegisch).
  22. Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 13. Februar 2022 (norwegisch).