Giulia Andreani
Giulia Andreani (* 1985 in Venedig) ist eine italienische Malerin.[1] Ihre Arbeiten setzen auf Recherche in Archiven, Fotografien und eine zeitgenössische Fortschreibung der Historienmalerei, die kunsthistorische, politische und feministische Akzente setzt.[2][3]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Andreani studierte Malerei in Venedig und zog anschließend nach Paris, wo sie Kunstgeschichte an der Sorbonne studierte.[2] Im Jahr 2018 beendete sie eine Residenz an der Villa Medici in Rom.[2] 2022 wurde sie für den Prix Marcel Duchamp nominiert.[4] 2024 nahm sie auf Einladung von Adriano Pedrosa[1] an der 60. Biennale di Venezia teil.[5] 2026 richtete der Hamburger Bahnhof in Berlin mit Sabotage ihre erste Einzelausstellung in Deutschland aus.[6]
Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Andreani entwickelt ihre Bilder aus Bibliotheken, Archiven, alten Fotografien und Familienalben, die sie malerisch neu zusammenfügt.[7] Dabei ist ihre fast durchgängige Arbeit in Paynesgrau charakteristisch, das ihren Gemälden eine Nähe zu historischen Schwarzweißaufnahmen verleiht und den Blick auf Sujet und Kontext konzentrieren soll.[8][9] Die Kritik beschrieb ihre Malerei als Aneignung der traditionell männlich kodierten Historienmalerei, in der sich kunsthistorische Referenzen und Feminismus- und Machtgeschichte überlagern.[3] In L’improduttiva, das 2023/2024 in der Collezione Maramotti, gezeigt wurde, verarbeitete sie Recherchen in Reggio Emilias Archiven zur lokalen Geschichte und zu Frauenbiografien; dabei rückte sie Näherinnen, frühere Patientinnen des Ospedale San Lazzaro, Maria Melato und Nilde Iotti, in neue Bildzusammenhänge.[9][10] 2022 zählte sie bei der Biennale de Lyon zu den herausragenden Positionen der Ausstellung, deren vergessene und fantastische Frauengeschichten in Paynesgrau besonders hervorzuheben waren.[11] In Sabotage zeigte sie 2026 im Hamburger Bahnhof in Berlin Gemälde und museale Objekte und stellte kindliche Bildnisse Wladimir Putins und Donald Trumps in irritierende räumliche Bezüge.[6][7]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Artists announced for the 60th Venice Biennale. In: ArtReview. 31. Januar 2024, abgerufen am 16. März 2026 (englisch).
- 1 2 3 Artisti da copertina. Parola a Giulia Andreani. In: Artribune. 9. Juli 2018, abgerufen am 16. März 2026 (italienisch).
- 1 2 Sélection galerie : Giulia Andreani chez Max Hetzler. In: Le Monde. 4. Oktober 2019, abgerufen am 16. März 2026 (französisch).
- ↑ Nominees announced for the 2022 Prix Marcel Duchamp. In: ArtReview. 14. Januar 2022, abgerufen am 16. März 2026 (englisch).
- ↑ Giulia Andreani. In: labiennale.org. Abgerufen am 27. März 2026.
- 1 2 Giulia Andreani in Berlin: Wenn das Dahinter in den Blick rückt. In: Monopol. 3. März 2026, abgerufen am 16. März 2026.
- 1 2 „Sabotage“ im Hamburger Bahnhof: Von Knaben und Katzen. In: taz.de. 16. März 2026, abgerufen am 16. März 2026.
- ↑ Le microstorie di Giulia Andreani. In: Il Giornale dell'Arte. 27. Oktober 2023, abgerufen am 16. März 2026 (italienisch).
- 1 2 Fotografie von Gursky und Andreani: In der Terra dei Motori. In: taz.de. 12. Dezember 2023, abgerufen am 16. März 2026.
- ↑ Reggio Emilia, la storia e le donne. La mostra alla Collezione Maramotti di Giulia Andreani. In: Artribune. 13. Dezember 2023, abgerufen am 16. März 2026 (italienisch).
- ↑ The Lyon Biennale Has Many Big, Beautiful Works—But Too Many Competing Curatorial Ideas. In: Artnet News. 15. September 2022, abgerufen am 16. März 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Andreani, Giulia |
| KURZBESCHREIBUNG | italienische Malerin |
| GEBURTSDATUM | 1985 |
| GEBURTSORT | Venedig |