Der VEB Kombinat Sportgeräte „Germina“ Schmalkalden wurde 1981 gegründet und war ein Kombinat in der Deutschen Demokratischen Republik. Unter dem Dach des Kombinats wurde eine große Zahl von Sportgeräten hergestellt und vertrieben.
Die Marke Germina (Eigenschreibweise GERMINA) wird bis heute (Stand: 2025) genutzt. Der Name ist ein Kunst- oder Lehnwort, das von den Begriffen Germanien bzw. Germany (engl. für Deutschland) abgeleitet wurde.
Der Vorläufer der Germina war die VVB Musikinstrumente und Kulturwaren Plauen. Einer der Bestandteile war der 1976 gegründete VEB Möbel- und Sportgeräte Schmalkalden (Thüringen). Bei Ski, Schlitten und Metallsportartikeln konnte die Produktion maßgeblich gesteigert werden. Jährlich wurden mindestens 300 neue Turnhallen ausgerüstet, der Export steigerte sich überdurchschnittlich.
Neben der Entwicklung in der VVB selbst trugen auch begleitende Maßnahmen zum Erfolg der DDR-Sportindustrie bei. 1965 wurde der Kooperationsverband Sportartikel, 1967 der Warenzeichenverband für Freizeit- und Sportartikel und 1969 schließlich die Freizeitschau EXPOVITA auf der Leipziger Messe gebildet.
Germina war das Zentrum der Sport- und Freizeitwarenproduktion der DDR. Die 14 Kombinatsbetriebe stellten mit insgesamt fast 8000 Beschäftigten Sportgeräte für den individuellen Gebrauch sowie für den Schulsport her und rüstete die Leistungssportler der DDR mit Weltklasseprodukten aus, die mit ihnen zahlreiche Olympiasiege und Weltmeistertitel errangen.
Nach der Wende 1989 war die Konkurrenz von Langlaufskiherstellern enorm. DDR-Firmen wurden abgewickelt, verkauft oder teilweise ausgegründet. Von 1990 bis 1992 wird der bisherige Kombinatschef Wolfgang Neupert von der Treuhandanstalt als Geschäftsführer der Germina Vertriebs- und Dienstleistungs-GmbH Schmalkalden eingesetzt. Nach Verwirrungen um den Namen und einigen Neustarts traten weitere Unternehmer an, die Marke weiterzuführen:
1992–1998: Michael von Schweinichen (ursprünglich als Sanierer der Treuhandanstalt bestellt) übernimmt mit zwei Partnern die Firma und investierte 2,7Millionen D-Mark in den damals 80-Mann-Betrieb.[9]
1998–2001: unveränderter Namensrechteinhaber und Produzent ist Frank Nothnagel.
2001–2007: Bernhard Seidl und Georg Reichart übernehmen nach Nothnagels Insolvenz und stellten ca. 3000 Paar Ski pro Jahr her.
2007-ca. 2009: Rückkehr Seidls zum Standort Floh (Thüringen) und Spezialisierung auf Sprungski
ab ca. 2009: Seidl produziert nach Namensstreit Ski unter dem neuen Label „Crazy-Falcon“, Nothnagel mit seinen Namensrechten die Germina in Unterschönau[4]
Heute versteht sich das Unternehmen als Premium-Sportartikel-Hersteller „Made in Germany“. Es hat seinen Sitz in Unterschönau (Stadt Steinbach-Hallenberg, Thüringen) und beschäftigte 2010 15Mitarbeiter. Produziert werden neben der traditionell umfangreichen Skikollektion z.B. auch Sommerprodukte wie Mountainbikes und Skiroller sowie umfangreiches Zubehör, Fahrrad- und Funktionsbekleidung oder Retro-Sneakers.[10]
Fluege.de (heute S.K.I.) und Sport 2000 ließen ihre Ski bei der Nachfolgefirma des einstigen DDR-Sportartikelherstellers Germina herstellen. Germina klopfte einst auch bei Audi und Lufthansa an, um seine Sprungski-Produktion zu retten. Am Ende schlug das umstrittene Leipziger Internet-Unternehmen Unister zu. Es sah Skispringen für sein Reiseportal als ideale Plattform – und lässt sich die Werbung angeblich 700. 000 Euro pro Jahr kosten. Auch bei Sport 2000 heißt es ganz offen, dass man sich „Sprungski statt Werbeinserate“ leiste.[11]
↑„Die Wirtschaft – Unabhängige Wochenzeitung für Wirtschaft, Handel und Finanzen“ (Hrsg.): Kombinate: Was aus ihnen geworden ist. Reportagen aus den neuen Ländern. Verlag Die Wirtschaft, München 1993, ISBN 3-349-01041-5, S. 377–381. (Anhang: Zentralgeleitete Kombinate der Industrie und des Bauwesens nach Ministerien, Stand 30. Juni 1990, basierend auf Zahlen des statistischen Betriebsregisters der DDR)
↑Liste der privatisierten Unternehmen der Treuhandanstalt Liste der Treuhandunternehmen in: Zusammenstellung der beim Versorgungsträger für die Zusatzversorgungssysteme zu den ehemaligen Betrieben und Einrichtungen der DDR vorhandenen Unterlagen bei Deutsche Rentenversicherung (in archive.org)