Zum Inhalt springen

Gerhard Ohm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Gerhard Ferdinand Eugen Ohm (* 23. November 1924 in Clausthal-Zellerfeld; † 21. Mai 1990 in Köln-Rodenkirchen) war ein deutscher Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr.

Ohm, Sohn eines Kreis-Kämmerers, besuchte die Oberschule und legte die Reifeprüfung ab. Er trat am 6. Februar 1943 als Reserveoffizieranwärter beim Grenadier-Regiment 17 in Braunschweig in die Wehrmacht ein. Vom Februar bis Mai 1943 war er beim Infanterie-Ersatz-Regiment 31 im Ersatz-Bataillon 17 in Mons in Belgien. Von Mai bis November 1943 absolvierte er den Reserveoffizierlehrgang im Infanterie-Ersatz-Regiment 31 im Ersatz-Bataillons 17 in der 1. Kompanie. Von November 1943 bis Mai 1944 erfolgte die Verlegung auf den Truppenübungsplatz Bergen und im Mai 1944 die Abstellung zu einer Marschkompanie in Braunschweig. Von Mai bis Juli 1944 war er Gruppenführer in der 1. Kompanie des Grenadier-Regiments 431 (Infanterie-Regiment 431) der 131. Infanterie-Division im Raum Kowel in der Sowjetunion und wurde am 1. Dezember 1944 zum Leutnant befördert. Im Juli 1944 war er im Reserve-Bataillon 12 in Halberstadt und von August bis Dezember 1944 an der Kriegsschule X in Hannover. Von Januar bis März 1945 gehörte er der Führerreserve West in Wildflecken an und war von dort Kompanieführer einer Volkssturm-Einheit im Raum Kaiserslautern. Am 23. März 1945 wurde er verwundet und war von März bis August 1945 in Kriegsgefangenschaft der Vereinigten Staaten.[1][2][3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Ohm Holzfäller bei der Firma Diplom-Ingenieur Rudolf Kost in Clausthal-Zellerfeld von Mai 1956 bis 1948. Von 1948 bis 1949 war er Schriftsetzer-Lehrling bei der Firma Piepersche Buchdruckerei in Clausthal-Zellerfeld und absolvierte vom Wintersemester 1949/50 bis zum Sommersemester 1951 eine Fachschul-Ausbildung an der Meisterschule für Buchdruck in München. Am 12. Juli 1951 erhielt er den Meisterbrief in Buchdruck und war von August 1951 bis August 1953 technischer Betriebsleiter in der Zeitungsdruckerei des Herner Stadtanzeigers. Vom Wintersemester 1953/54 bis August 1957 studierte er Geschichtswissenschaft und Nationalökonomie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und war daneben journalistisch tätig.[1][2][3]

Am 2. September 1957 trat Ohm als Oberleutnant in die Bundeswehr ein und war bis Dezember 1957 Zugführer im Grenadierbataillon 32 in Wolfenbüttel. Danach war er von Januar 1958 bis April 1959 Offizier für Militärisches Nachrichtenwesen (S 2) der Kampfgruppe B 2 in Kassel, die zur Panzergrenadierbrigade 5 umgegliedert und nach Homberg (Efze) verlegt wurde. Im Mai 1959 war er kurz Ordonnanzoffizier in der 2. Panzergrenadierdivision in Marburg, von Juni 1959 bis April 1960 Offizier für Personalwesen (S 1) der Panzergrenadierbrigade 5, wo er im Dezember 1959 zum Hauptmann ernannt wurde, von Mai 1960 bis Mai 1962 Kompaniechef im Panzergrenadierbataillon 51 im Lager Stegskopf im Westerwald, später in Rotenburg an der Fulda und von Juni 1962 bis September 1964 Sachbearbeiter und Presseoffizier im Führungsstab des Heeres I 3 (Innere Führung, Öffentlichkeitsarbeit) im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn.[1][2][3]

Vom Oktober 1964 bis September 1966 war Ohm stellvertretender Bataillonskommandeur des Panzergrenadierbataillons 323 in Schwanewede, wo er im Juni 1965 zum Major befördert wurde, von Oktober 1966 bis September 1968 Lehr-Stabsoffizier für Personalwesen (G 1) im Stabsoffizierlehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, von Oktober 1968 bis März 1971 Bataillonskommandeur des Panzergrenadierbataillons 13 in Northeim, wo er im April 1969 Oberstleutnant wurde, von April 1971 bis Mai 1974 Chef vom Dienst und Referatsleiter im Presse- und Informationsstab des Bundesministeriums der Verteidigung in Bonn, wo er im Mai 1974 Oberst wurde, und war von Juni 1974 bis November 1975 dessen stellvertretender Leiter.[1][2][3]

Im Dezember 1975 wurde Ohm Brigadekommandeur der Panzergrenadierbrigade 32 in Schwanewede,[4.1] im April 1980 zum Brigadegeneral ernannt[1] und im April 1981 Kommandeur der Kampftruppenschule I in Hammelburg.[4.2] Mit Ablauf des März 1985 wurde er in den Ruhestand versetzt.[5]

Ohm war evangelisch-lutherisch[3] und unverheiratet.[1]

  • Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 371.
  • Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr 1955–1999 – Die militärischen Werdegänge (= Dermot Bradley [Hrsg.]: Deutschlands Generale und Admirale. Teil VIb). Band 3, Laegeler – Quiel. Biblio-Verlag, Bissendorf 2005, ISBN 978-3-7648-2382-5, S. 438–440.
  • Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie 1982/1983. Bernard & Graefe, Bonn 1982, ISBN 3-7637-5262-5, S. 117.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 Bradley et al. 2005 a.a.O.
  2. 1 2 3 4 5 6 Range 2013 a.a.O.
  3. 1 2 3 4 5 Sadlowski 1982 a.a.O.
  4. Reinhard Teuber: Die Bundeswehr 1955–1995 (= Kurt Mehner und Reinhard Teuber [Hrsg.]: Schriftenreihe Führung und Truppe. Band 5). Militair-Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 1996, ISBN 978-3-931533-03-8.
    1. S. 65
    2. S. 44
  5. Clemens Range: Die geduldete Armee: 50 Jahre Bundeswehr. Translimes Media, Berlin 2005, ISBN 978-3-00-015382-2, S. 283.
  6. Der Chef des Bundespräsidialamtes: Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland vom 4. Juli 1985. In: Bundesminister der Justiz (Hrsg.): Bundesanzeiger – Amtlicher Teil. 1985.