George Henry
George Henry (* 1859 in Ayrshire; † 1943 in London) war ein englischer Maler.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]George Henry arbeitete als Zeichner für Holzschnitte, Reklame und Glasmalerei. Später besuchte er die Kunstschule in Glasgow und studierte in den Hochlanden und Berwickshire, wo seine ersten bekannten Werke wie Waldesdunkel und Novembertag entstanden. Diese präsentierte er 1881 der Öffentlichkeit. Er malte auch Landschaften wie Die Spitze des Holy Loch, Straße in Eyemouth und Around the Farm, mit denen er sich zur älteren schottischen Schule bekannte. Seine künstlerische Entwicklung wurde stark durch die französischen Impressionisten und die Präraffaeliten beeinflusst, die er in Glasgow sah.
In den späten 1880er Jahren erlebte seine Kunst eine umfassende Wandlung. Er entwickelte einen dekorativeren Ansatz und eine freiere Bildkomposition und stellte 1890 in dieser neuen Richtung aus. Diese Arbeiten stießen teilweise auf heftigen Widerspruch, da sie die traditionellen Werte und das intime Naturgefühl der älteren schottischen Schule vernachlässigten. Henry trat als führender Vertreter der Glasgower Schule auf Ausstellungen in Europa und Amerika auf. Obwohl er die Natur in einer dekorativen Weise darstellte, wurde die für die Schotten typische, farbenreiche Palette in seinen Arbeiten sichtbar und milderte die naturfeindliche Tendenz seiner frühen Werke.
Zu seinen bekanntesten Landschaften zählen Mittag und Der Heckenschneider, die sein Verständnis für die Natur und ländliche Typen zeigen. Ein bedeutendes Bild war Galloway-Landschaft aus dem Jahr 1889, in dem er die herbstliche Schönheit der Natur darstellte. Mit seinen Freunden schuf er die bunten Werke Die Druiden und Stern im Osten. In späteren Jahren näherte er sich mit Werken wie Der Strohhut und Ayrshire-Landschaft seiner ursprünglichen naturalistischen Malerei.
Eine Reise nach Japan von 1893 bis 1895, die er nach einer schweren Krankheit unternahm, hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf seine Kunst. Die dortigen Motive und die Farbenkunst prägten seinen Stil und führten zu einer stärkeren Betonung von Einfachheit und reinem malerischen Ausdruck. Zu seinen nach japanischen Eindrücken geschaffenen Werken gehören Federboa, Vogelbeeren und Goldfisch.
Nach den 1890er Jahren wandte er sich überwiegend der Porträtmalerei zu. Während seine frühen Porträts noch farbenreich waren, wurde sein Stil einfacher und dekorativer. Seine Modelle stellte er oft in stilvollen Interieurs oder vor einfachen Hintergründen dar. Die charakteristische Darstellung und die harmonische Farbgebung seiner Porträts schufen eine ansprechende Wirkung. Seine Werke sind in der Glasgow Gallery, in Museen von Edinburgh, Kapstadt und Montreal zu finden. Henry war Mitglied der Royal Scottish Academy und der Londoner Royal Academy.
Werke (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Spitze des Holy Loch, 1882
- Die Druiden, 1890
- Der Strohhut,
- Geisha-Mädchen, 1894, National Galleries of Scotland
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Henry, George. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 16: Hansen–Heubach. E. A. Seemann, Leipzig 1923, S. 423–424 (Textarchiv – Internet Archive).
- Robert Darmstaedter: Künstlerlexikon. Über 4400 Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Pawlak, Herrsching 1986, ISBN 978-3-88199-300-5, S. 316.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Henry, George |
| KURZBESCHREIBUNG | englischer Maler |
| GEBURTSDATUM | 1859 |
| GEBURTSORT | Ayrshire |
| STERBEDATUM | 1943 |
| STERBEORT | London |