Der Stein an der Quelle der Schwalm an der Dyker Straße im Erkelenzer Ortsteil Geneiken im Herbst 2020
Geneiken liegt an der Straße Schwanenberg – Tüschenbroich. Nördlich des Dorfes liegt die Gemeindegrenze zur Stadt Wegberg. Auf der östlichen Seite des Dorfes liegt der Dyker Hof.
Nördlich des Dorfes beginnt noch auf Erkelenzer Gebiet der Tüschenbroicher Wald und das Quellgebiet der Schwalm.
Zur Herrlichkeit Tüschenbroich gehörte auch der Dycker Hof als Lehnsgut. Südlich des Dorfes gelegen bildete er mit Wohnhaus, Scheunen- und Stallbauten und mit seinem alten geschlossenen Wehrturm (Berfes) eine geschlossene, rechteckige Wehranlage. Dieser Berfes ist noch 1650 und 1790 bezeugt und ist um 1800 eingestürzt. Der Hof ist im Laufe der Geschichte mehrfach abgebrannt und wieder aufgebaut worden (zuletzt 1908)[2]
„Im Oktober 1794 besetzte die französische Revolutionsarmee das Erkelenzer Land. Unter ihrer Regie wurde der Adel enteignet und aller Vorrechte enthoben. Um 1798 wird daher der Dyckerhof durch Kauf von dem Freiherren von Spiering an seinen ehemaligen Halfen Petrus II. Gackels übergegangen sein, so daß seine Descendenten (Nachfahren) Gutsbesitzer und nicht mehr Erbpächter waren.“[3]
„Das Dorf Geneiken liegt 3,8 km südlich von Wegberg an dem Gemeindeweg von Tüschenbroich nach Grambusch–Schwanenberg. Es zählt 47 Haushaltungen, 47 bewohnte, 12 unbewohnte Wohnhäuser und 104 männliche, 109 weibliche, zusammen 213 Einwohner, welche etwa je zur Hälfte der katholischen und der evangelischen Konfession angehören. Als die Zahl der evangelischen Schulkinder aus Geneiken und Genfeld 48 erreicht hatte und die bisher besuchte Schule zu Schwanenberg zu ihrer Aufnahme nicht mehr ausreichte, forderte die Königliche Regierung zu Aachen durch Verfügung vom 13. Januar 1857 die Errichtung einer neuen evangelischen Schule zu Geneiken. Trotzdem die Gemeinde sich weigerte, mußte sie die Schule mit Ostern 1858 vorläufig bis zum Bau eines Schulsaales in einem gemieteten Raume unterbringen. Das nutzlose ferneren Widerstandes einsehend, beschloß der Gemeinderat dann am 12. Juli 1858 die Aufnahme eines Darlehns von 2300 Thlr. zum Neubau einer Schule, welcher Bau 1860 ausgeführt wurde. Die Zahl der evangelischen Schulkinder geht andauernd zurück, heute beträgt sie nur noch 17. Ein Antrag der hiesigen Gemeinde auf Vereinigung der evangelischen Schule zu Geneiken mit den Schulen der Gemeinde Schwanenberg zu einem gemeinsamen Schulverbande wurde leider 1909 abgelehnt, dagegen erklärte sich Schwanenberg wohl zur vollen Eingemeindung der Orte Geneiken und Genfeld bereit, worauf Wegberg jedoch nicht eingehen konnte.“[4]
Nach dem „Einwohner-Adreßbuch für die Kreise Geilenkirchen-Heinsberg und Erkelenz“ von 1935 hatte Geneiken 1935 266 Einwohner; in diesem Adressbuch werden als Leiter der evangelischen Volksschule in Geneiken Lehrer Otto Fischer genannt, der auch die Poststelle im Dorf leitete. In diesem Adressbuch sind alle erwachsenen bzw. berufstätigen Einwohner Geneikens (Stand 1935) mit Berufsangaben und genauer Adresse aufgeführt (so sieht man u.a., dass es neben den zahlreichen Landwirten damals einige Selbstständige im Dorf gegeben hat – z.B. Viehhändler, Kaffeehändler, Eierhändler, Butterhändler, Gutsbesitzer [Dieker Hof] etc.).[5]
Am 1. Januar 1972 wurde Geneiken aus der Gemeinde Wegberg aus- und in die Stadt Erkelenz eingegliedert.[6]
Die Bevölkerung ist teils evangelisch, teils katholisch, kirchlich gehört der Ort zur evangelischen Gemeinde von Schwanenberg[7]
und zur katholischen Pfarre Tüschenbroich.
↑ Markus Horn: Historische Orte in Schwanenberg und Umgebung, Teil 5: Der Dyckerhof bei Geneiken. In: Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Schwanenberg, März - Mai 2026, S. 58 ff.
↑H. Joachim Engels:Der Dyckerhof bei Geneiken 1550–1850. In: Heimatkalender der Erkelenzer Lande 1955. 1955, ISSN1615-780X, S.60f.
↑Adolf Vollmer:Geschichte der Gemeinde Wegberg nach urkundlichem Material bearbeitet, nebst einem Anhang enthaltend die ortsstatutarischen und Ortspolizei-Verordnungen. Th. Quos, Köln 1912, DNB576817279.
↑Adressbuch 1935.In:wiki.genealogy.net.Abgerufen am 27.März 2025. vor allem S. 389–390