Zum Inhalt springen

Gary Walsh

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Gary Walsh
Gary Walsh (2025)
Personalia
Voller Name Gary Walsh
Geburtstag 21. März 1968
Geburtsort Wigan, England
Größe 191 cm
Position Torwart
Junioren
Jahre Station
Wigan Athletic
Manchester United
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1985–1995 Manchester United 50 (0)
1988  Airdrieonians FC (Leihe) 3 (0)
1993–1994  Oldham Athletic (Leihe) 6 (0)
1995–1997 FC Middlesbrough 44 (0)
1997  Bradford City (Leihe) 5 (0)
1997–2003 Bradford City 128 (0)
2000  FC Middlesbrough (Leihe) 3 (0)
2003–2006 Wigan Athletic 3 (0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1987 England U-21 2 (0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Gary Walsh (* 21. März 1968 in Wigan) ist ein ehemaliger englischer Fußballtorwart. Nach Anfängen als Ersatztorhüter von Manchester United stand er in der Premier League für Oldham Athletic, den FC Middlesbrough und Bradford City zwischen den Pfosten. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere begann er als Torwarttrainer zu arbeiten.

Sportlicher Werdegang

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge bei Manchester United

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walsh reifte als Torwarttalent in seiner Heimat Wigan und wechselte früh in den Nachwuchsbereich von Manchester United, wo er im Alter von 17 Jahren seinen ersten Profivertrag unterschrieb. Darüber hinaus war er Stammtorhüter der Jugendmannschaft der „Red Devils“, die 1986 das Finale des FA Youth Cup erreichte und dort dem Lokalrivalen Manchester City unterlag. Sein Profidebüt gab er am 13. Dezember 1986 auswärts bei Aston Villa. Der neue Trainer Alex Ferguson war kaum fünf Wochen im Amt und hatte sich dafür entschieden, auf den mehrmonatigen Ausfall des damaligen Stammkeepers Gary Bailey mit der Berufung des „Youngsters“ zu reagieren und damit den unbeständigen Chris Turner aus dem Tor zu verbannen. Trotz dreier Tore von United im Villa Park kassierte United auch drei Gegentreffer, doch Walsh erntete an diesem Tag viel Lob und behielt seinen Platz für das nächste Heimspiel gegen Leicester City. Bei seinem Einstand im Old Trafford zeigte er eine weitere gute Leistung und feierte beim 2:0-Sieg seinen ersten „Zu-Null-Sieg“. Ein weiterer Sieg ohne Gegentor in der darauffolgenden Woche in Anfield bescherte United einen 1:0-Erfolg gegen den FC Liverpool und damit den ersten Auswärtssieg der Saison. Der junge Torhüter etablierte sich zunehmend, bevor Bailey im März 1987 für fünf Spiele zurückkehrte, dann aber seine Karriere in Manchester beenden musste. Damit schien Walshs Weg zum Stammkeeper frei und er absolvierte zu Beginn der Saison 1987/88 die ersten 16 Ligaspielen komplett. Dazu zählte ein Auftritt am 10. Oktober 1987 beim 4:2-Auswärtssieg gegen Sheffield Wednesday, als er einen Schlag auf den Kopf erlitt, aber trotz Gehirnerschütterung „durchspielte“. Unglücklicherweise gesellte sich aus einem Freundschaftsspiel auf Bermuda zur Saisonmitte eine weitere Kopfverletzung hinzu, die sich als so schwerwiegend erwies, dass er in der laufenden Spielzeit nicht mehr zum Einsatz kam.

Im folgenden Sommer 1988 kehrte Ferguson an alte Wirkungsstätte nach Aberdeen zurück, um von dort Jim Leighton, seinen bewährten Torwart, der ihm in Schottland so gute Dienste geleistet hatte, nach Manchester zu lotsen. Walsh sollte in den folgenden sieben Jahren nur noch vereinzelte Partien für United absolvieren, doch weitere Verletzungen sollten ihn ebenso für höhere Aufgaben behindern wie die Verpflichtung von Peter Schmeichel im Jahr 1991. Zuvor war ihm neben Leighton noch Les Sealey vorgezogen worden.[1] Insgesamt kam er auf 63 Pflichtspiele in der ersten Mannschaft. Bei drei „großen“ Finalspielen saß er als Ersatztorhüter auf der Bank: beim 2:1-Sieg gegen den FC Barcelona im Europapokal der Pokalsieger 1991 sowie in den beiden Endspielen im FA Cup gegen den FC Chelsea (4:0 in 1994) und den FC Everton (0:1 in 1995). Um Spielpraxis jenseits der Reservemannschaft zu sammeln, wurde Walsh während seiner Zeit in Manchester zweimal ausgeliehen.[2] Im August 1988 wechselte er für kurze Zeit zum schottischen Zweitligisten Airdrieonians FC und gut fünf Jahre später half er in der Premier League bei Oldham Athletic aus, konnte jedoch den Abstieg dort als Tabellenvorletzter nicht verhindern. In der Meistersaison 1993/94 von United hatte er Schmeichel immerhin bei drei Ligaspielen vertreten, in der folgenden Spielzeit 1994/95 sogar zehnmal, was jedoch nur für die Vizemeisterschaft genügte.

Über Middlesbrough nach Bradford

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walsh wechselte im August 1995 für 500.000 Pfund zum Premier-League-Konkurrenten FC Middlesbrough, wo er sich schnell als Stammtorhüter etablierte und Alan Miller beim Erstligaaufsteiger ablöste. In der Saison 1995/96 absolvierte er 32 Ligaspiele, kassierte 44 Gegentreffer, spielte dabei neunmal zu null[3] und trug zum soliden zwölften Abschlusstabellenplatz bei. In der Spielzeit 1996/97 war er neben Turner, Ben Roberts und als Neuzugang Mark Schwarzer nur noch einer von vier Torhütern und die mangelnde Stabilität auf der Schlussmann-Position war sinnbildlich für die sportliche Krise, die in den Abstieg als Tabellenvorletzter mündete (erschwerend hatte sich ein 3-Punkte-Abzug ausgewirkt). Dessen ungeachtet hatte der Klub sowohl im Ligapokal als auch im FA Cup das Finale erreicht. In beiden Spielen, die jeweils verloren gingen, stand Roberts zwischen den Pfosten. Kurz darauf wurde Walsh im September 1997 an den Zweitligakonkurrenten Bradford City zunächst ausgeliehen und im Monat darauf für 500.000 Pfund fix transferiert.

Auch in Bradford eroberte sich Walsh schnell einen Stammplatz und nach 35 Ligaeinsätzen in seinem ersten Jahr verpasste er unter Trainer Paul Jewell keine der 46 Meisterschaftspartien in der Saison 1998/99, die Bradford den Aufstieg in die Premier League bescherte. In der Folgezeit erhielt er in Person von Matt Clarke einen internen Konkurrenten, mit dem sich Walsh seine Einsatzzeiten in den beiden Premier-League-Jahren bis 2001 teilte. Dazu kehrte er im September 2000 aufgrund einer Verletzungskrise für einen Monat zum FC Middlesbrough zurück, nachdem mit Mark Schwarzer, Marlon Beresford, Mark Crossley und Brad Jones alle etatmäßigen Torhüter ausgefallen waren. Zurück in Bradford hatten sich die finanziellen Probleme dort bis hin zur Insolvenz verschlimmert und so stellte der damals aktive Trainer Nicky Law Walsh, der zu den „Großverdienern“ gehörte, zum Ende der Saison 2002/03 frei. Dieser kehrte ablösefrei in seine Heimatstadt zu Wigan Athletic zurück, unterschrieb einen Einjahresvertrag und wurde erneut von Paul Jewell trainiert. Während seiner letztlich dreijährigen Vereinszugehörigkeit von 2003 bis 2006 kam Walsh nur auf sechs Einsätze – jeweils drei im Ligapokal und in der Liga – und fungierte hauptsächlich als dritter Torwart hinter Stammtorwart John Filan und Ersatztorwart Mike Pollitt. Sein Aufgabenfeld erstreckte sich mehr auf die Betreuung der jüngeren Torhüter. Auch dank der Stabilität auf der Torwartposition gelang Wigan 2005 über die Zweitliga-Vizemeisterschaft der Aufstieg in die Premier League. Im Sommer 2006, im Alter von 38 Jahren, gab Walsh nach der Premier-League-Debütsaison des Vereins seinen Rücktritt als Spieler bekannt.[4][5]

Nach der aktiven Profikarriere

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Juli 2006 und Januar 2008 arbeitete Walsh als Torwarttrainer von Wigan Athletic unter den Trainern Paul Jewell und Chris Hutchings. Im März 2008 folgte Walsh Jewell zu Derby County als Tabellenletztem der Premier League. Er war dort bis Juni 2009 aktiv und heuerte im Monat darauf beim Drittligisten Hartlepool United an, wo er bis Dezember 2011 tätig war. Unmittelbar darauf wechselte Walsh zu Hull City, zunächst in die zweite Liga. In seine Amtszeit fielen zwei Aufstiege in die Premier League, in den Jahren 2013 und 2016, und er arbeitete unter verschiedenen Trainern wie Steve Bruce, Nick Barmby und Mike Phelan zusammen. Im November 2016 wurde Gary Walsh Torwarttrainer bei Aston Villa und folgte dabei Steve Bruce.[6]

Aston Villa war kurz zuvor als der Premier League abgestiegen und versuchte sich nun in der Zweitklassigkeit zu stabilisieren. Seine Zeit bei den „Villans“ endete abrupt im Oktober 2018, als er zusammen mit Bruce und dem restlichen Trainerstab nach einem schwachen Saisonstart entlassen wurde. Villa belegte zu diesem Zeitpunkt als erklärter Aufstiegsaspirant nur den zwölften Platz in der Championship.[7] Nächste Station war ab Januar 2019 mit West Bromwich Albion ein weiterer Zweitligist. Dieser wurde von seinem Ex-Bradford-Mitspieler Darren Moore trainiert und hatte mit Sam Johnstone einen Torwart, den Walsh bereits bei Aston Villa betreut hatte. Walsh blieb während der erfolgreichen Zweitliga-Saison 2019/20 bei „West Brom“, die mit dem Aufstieg in die Premier League über die Playoffs endete, bevor der Verein in der darauffolgenden Saison wieder abstieg. Walsh verließ „WBA“ im Juli 2023 im Zuge eines Trainerwechsels hin zu Carlos Corberán. Im Februar 2024 folgte er Darren Moore zum Drittligisten Port Vale, mit dem er nach Ablauf der verbliebenen Saisonpartien in die vierte Liga abstieg, aber bereits im Jahr darauf wieder in die Drittklassigkeit zurückkehrte.[8]

  • Gary Walsh in der Datenbank von soccerbase.com (englisch)
  • Gary Walsh in der Datenbank von weltfussball.de

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]