Galaxy Leader
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Die Galaxy Leader ist ein 2002 bei der Stocznia Gdynia im polnischen Gdynia gebauter Autotransporter. Es wurde von der japanischen Reederei Nippon Yusen betrieben und befand sich im Besitz der Galaxy Maritime Ltd. Diese gehört wiederum der Ray Car Carriers Ltd., an der der israelische Reeder und einer der größten Fahrzeugimporteure Israels Abraham „Rami“ Ungar Hauptmiteigentümer war. Im November 2023 wurde das Schiff von den de facto in Sanaa regierenden Huthi-Rebellen vor der Küste Jemens in der Meerenge Bab al-Mandab gekapert. Im Juli 2025 wurde das Schiff von der israelischen Luftwaffe und der US-Luftwaffe bombardiert.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Schiff wurde 2002 unter der Baunummer 8213/1 bei der Werft Stocznia Gdynia im polnischen Gdingen gebaut. Die Kiellegung fand am 5. November 2001, der Stapellauf am 18. Mai 2002 statt. Die Fertigstellung des Schiffes erfolgte am 26. Juni 2002. Es ist eines von zwei baugleichen Schiffen, das Schwesterschiff ist die Global Leader. Beide Schiffe werden von der STAMCO Shipmanagement in Piräus bereedert.[3]
Entführung 2023
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 19. November 2023 wurde die Galaxy Leader (die in Zeitcharter für die japanische Reederei Nippon Yūsen (NYK Line) fuhr und unter der Flagge der Bahamas stand) in Ballast auf der Reise von der Türkei nach Indien in der Nähe von Al-Hudaida im Roten Meer von den Huthis gekapert. Die Huthi teilten mit, das israelisches Schiff aufgrund der Angriffe Israels im Gazastreifen gekapert zu haben (Völkermordvorwürfe gegen Israel im Gaza-Krieg seit 2023).[4][5] An Bord der Galaxy Leader befanden sich 25 Besatzungsangehörige, die unter anderem aus Bulgarien, der Ukraine, den Philippinen, Mexiko und Rumänien stammten.[6] Die Galaxy Leader lag danach vor Al-Hudaida, einem Hafen an der jemenitischen Küste.[7] Im Hafen durften Besucher den gekaperten Frachter besichtigen und dabei über eine israelische Flagge spazieren, um Israel symbolisch mit Füßen zu treten, da der Frachter dem israelischen Milliardär Abraham „Rami“ Ungar gehörte.[8][9] Ungar unterhielt seit den Anfänge seiner Geschäftskarriere in den frühen 1970er Jahren Verbindungen zu israelischen Politikern. Eben diese Verbindungen führten dazu, dass er in der Vergangenheit in zwei große Skandale verwickelt war; einer davon stand im Zusammenhang mit Präsident Ezer Weizman.[10]
Ein US-amerikanischer Verteidigungsbeamter behauptete, die Entführer seien von Streitkräften ausgebildet worden, und verwies auf die Streitkräfte des Iran als mögliche Option. Iran dementierte eine Verstrickung in die Entführung des Frachtschiffes. Widerstandsgruppen der Region träfen Entscheidungen auf Grundlagen ihrer eigenen Interessen, erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Nasser Kanaani.[11]
Nach weiteren Angriffen der Huthi auf Handelsschiffe vor der Küste des Jemen entstand eine multinationale Militärkoalition, angeführt durch die USA. Ziel der Operation Prosperity Guardian ist der Schutz der Schifffahrtsfreiheit, das Bündnis sollte Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer – etwa mit ballistischen Raketen und Drohnen – abwehren.[12]
Am 22. Januar 2025 ließen die Huthi die 25 Besatzungsmitglieder frei. Die Freilassung sei „zur Unterstützung der Waffenruhe“ im Gazastreifen erfolgt. Der Oberste Rat habe „die Freilassung der Besatzungsmitglieder der ›Galaxy Leader‹ verkündet, die am 19. November 2023 während der Gazasolidaritätskampagne festgesetzt wurden“, meldete die jemenitische Nachrichtenagentur Saba.[13][14]
Am 16. März 2025 berichteten Huthi-Medien, die US-Luftwaffe habe bei ihren Angriffen auf die Huthi im März 2025 den Kommandobereich der Brücke bombardiert.[15]
Am 28. April berichtete die mit den Huthi verbundene Nachrichtenagentur Al-Masirah, dass drei US-Luftangriffe das Schiff getroffen hätten.[16]
Am 7. Juli 2025 griffen Israels Luftwaffe und Marine drei Häfen und ein Kraftwerk im Jemen an. Im Hafen Ras Isa wurde auch die Galaxy Leader angegriffen. Die Huthi sollen ein Radarsystem auf dem Schiff installiert haben und damit den Schiffsverkehr kontrolliert haben. Die Huthis schossen wenige Stunden nach den Angriffen zwei Raketen auf Israel.[17]
Technische Daten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Autocarrier wird von einem Sulzer-Zweitakt-Siebenzylinder-Dieselmotor des Typs 7RTA-62U mit 15.540 kW Leistung angetrieben. Der Motor wirkt auf einen Propeller. Für die Stromerzeugung stehen drei Generatoren, die von zwei MAN-Dieselmotoren des Typs 7L28/32H und einem MAN-Dieselmotor des Typs 6L28/32H angetrieben werden, zur Verfügung. Außerdem ist ein von einem weiteren Dieselmotor angetriebener Notgenerator vom Typ MAN D 2866 verbaut. Das Schiff ist mit einem elektrisch angetriebenen Bugstrahlruder ausgestattet. Das Schiff verfügte über zwei Laderampen. Die Heckrampe hat eine Kapazität von 120 t. Die zweite Rampe mit geringerer Kapazität befindet sich etwa mittschiffs an Steuerbord. Die Galaxy Leader hat sechs Decks, die untereinander mit Rampen verbunden sind. Die Fahrzeugkapazität beträgt etwa 4500 CEU.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Galaxy Leader. balticshipping.com, 22. Oktober 2010, abgerufen am 21. November 2022.
- ↑ Galaxy Leader - IMO 9237307. scheepvaartwest.be, 9. August 2013, abgerufen am 21. November 2022.
- ↑ Stamco Galaxy Leader. In: stamco.gr. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 7. Dezember 2023; abgerufen am 21. November 2023. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Two Ray Car Carriers Ships Divert After ‘Galaxy Leader’ Seizure. gcaptain.com, 20. November 2023, abgerufen am 21. November 2023.
- ↑ Seizure of Pure Car and Truck Carrier Chartered by NYK. Pressemitteilung. nyk.com, 19. November 2023, abgerufen am 21. November 2023.
- ↑ Seized Galaxy Leader ship in Yemen's Hodeidah port area -owner. Pressemitteilung. In: reuters.com. 21. November 2023, abgerufen am 21. November 2023.
- ↑ Huthi nutzen entführten Frachter als Ausflugsziel, Ntv (Deutschland), abgerufen am 7. Dezember 2023
- ↑ Daniel-Dylan Böhmer: Jemen: Huthi-Angriffe kosten „360 Millionen Euro pro Stunde“ – EU erwägt Einsatz von Waffen. In: Die Welt. 23. Dezember 2023, abgerufen am 16. Juni 2024.
- ↑ Alex Blair: Signal: Yemen’s Houthis hijack “Israeli ship” in the Red Sea. In: Army Technology. 21. November 2023, abgerufen am 16. Juni 2024 (amerikanisches Englisch).
- ↑ The Top 30 Richest People in 2019 Israel, and Where They Get Their Money, Haaretz, 19. Juni 2019
- ↑ Analysis: Iran-backed Yemen rebels' helicopter-borne attack on ship raises risks in crucial Red Sea. In: AP News. 21. November 2023, abgerufen am 25. November 2023 (englisch).
- ↑ Was macht die „Operation Prosperity Guardian“ im Roten Meer? Kurier, 19. Dezember 2023.
- ↑ Huthis lassen Crew von gekapertem Autofrachter »Galaxy Leader« frei. In: spiegel.de. 22. Januar 2025, abgerufen am 22. Januar 2025.
- ↑ Waffenruhe: Ansarollah lassen Besatzung frei, 23. Januar 2025
- ↑ Houthis claim 2 attacks on USS Truman; US strikes said to target seized Israel-linked ship. In: The Times of Israel. Abgerufen am 11. Juli 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Eight killed in new US airstrikes on Yemeni capital. In: The Statesman. 28. April 2025, abgerufen am 11. Juli 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Israel führt Schläge gegen Huthi-Ziele durch. In: n-tv.de. 7. Juli 2025, abgerufen am 7. Juli 2025.
