Kai Figge, Andreas Pinkwart und Andreas Lüning bei der Eröffnung des G Data Campus (2018)
Die G Data CyberDefense AG (Eigenschreibweise: G DATA CyberDefense AG; bis September 2019 G DATA Software AG) mit Sitz in Bochum ist ein deutsches Unternehmen aus der IT-Sicherheitsbranche mit Schwerpunkt auf Sicherheitslösungen.
Das Unternehmen wurde 1985 in Bochum von Kai Figge und Andreas Lüning nach einem Besuch der Hannover Messe als G-Data GbR gegründet.[3] Im zweiten Jahr nach der Gründung, 1987, stellte G Data das weltweit erste kommerzielle Antivirenprogramm vor, welches für den 1985 vorgestellten Atari ST entwickelt wurde.[4][5][6]
Aufgrund eines Rechtsstreits mit dem Unternehmen Galactic durchsuchte die Kriminalpolizei Herne am 19. April 1989 die Geschäftsräume von G-Data. Hintergrund war eine Anzeige von Galactic (Aktenzeichen 39 JS 170/89, Amtsgericht Bochum) wegen eines von ihr vermuteten unerlaubten Verkaufs eines Schachprogramms. Eine einstweilige Verfügung G-Datas gegen Galactic vom 8. Juni 1989 wurde am 20. Juni 1989 vom Landgericht Essen aufgehoben, demnach durfte Galactic weiterhin behaupten, G-Data fertige Raubkopien. In einer Stellungnahme im ST Magazin wies der laut Eigenaussage alleiniger Inhaber von G-Data, Kai Figge, alle Vorwürfe zurück und behauptete, 120 Kopien auf Basis einer mündlichen Absprache mit Galactic anfertigen zu dürfen als Kompensation für ein von G-Data bereits beworbenes, aber von Galactic nicht fertiggestelltes Produkt.[7]
Das Antiviren-Programm wurde währenddessen kontinuierlich weiterentwickelt: 1990 bekam dieses Programm zum ersten Mal eine grafische Benutzeroberfläche für MS-DOS. Im Jahr 1993 entwickelte G Data die Software GeoRoute. Sie war der erste Routenplaner mit intelligenter Karte. 1995 kam der erste Antiviren-Hardwareschutz hinzu, 1997 folgte Logox, ein Programm zur Sprachausgabe für Windows.[8] Im November 2000 wurde die im März 1990 gegründete GmbH gleichen Namens in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, das Unternehmen richtete sein Portfolio vollständig auf Computersicherheit aus.[9]
In den 2000ern expandierte das Unternehmen stark, es folgte der Markteintritt in verschiedenen Ländern wie auch die Eröffnung einer japanischen Niederlassung in Tokio 2004. Im darauffolgenden Jahr wurde die CloudSecurity veröffentlicht.[10][11]
Cyber Security für Privatanwender und Unternehmen (2006–heute)
Im Jahr 2007 hatte G Data rund 100 Beschäftigte.[12] In den Jahren 2008 und 2009 kamen Brasilien und Mexiko, sowie die USA, Kanada und Russland hinzu. Im Jahr 2009 machte G Data rund 25 Millionen Euro Umsatz, und im Sommer 2010 hatte das Unternehmen rund 300 Beschäftigte.[6] Im Jahr 2010 eröffnete G Data eine Zweigstelle in Italien, 2011 folgten Zweigstellen in Frankreich, den Niederlanden und Belgien.
Im Jahr 2014 wurde G Data vom EU-Gemeinschaftsprojekt IPACSO die Auszeichnung als innovativstes IT-Sicherheits-Unternehmen des Jahres verliehen.[13]
2015 waren es zum 30-jährigen Bestehen des Unternehmens ungefähr 500 Mitarbeiter und die Sicherheitslösungen des Unternehmens waren in 90 Ländern weltweit erhältlich.[14] Zusätzlich wurde im gleichen Jahr G Data als AV-Hersteller exklusiver Launch-Partner der Microsoft-Cloud in Deutschland ausgewählt, die seit Mitte 2016 in Deutschland verfügbar ist.[6]
Im Dezember 2015 gründete G Data die Tochtergesellschaft G Data Advanced Analytics. Geschäftsfelder sind IT Security Consulting, Security Assessment, Penetration Test, Red Team Assessment, Incident Response und Malware-Analyse. Im Februar 2016 arbeitete G Data Advanced Analytics mit den Ermittlungsbehörden bei der Cyberattacke auf das Lukaskrankenhaus Neuss zusammen.[15] Im April 2020 hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik das Unternehmen in die Liste der qualifizierten Dienstleister für die Abwehr und Analyse von APT-Angriffen auf Unternehmen und Behörden aufgenommen.[16]
2016 verlieh die AV-Test den „Innovation Award“ an G Data Network Monitoring.
Im September 2019 beschloss die Hauptversammlung[6] eine Namensänderung von G Data Software AG zu G Data CyberDefense AG.[17]
Seit 2018 veranstaltet das Unternehmen Benefizveranstaltungen für das benachbarte Hospiz St. Hildegard. 2019 kamen 15.000 Euro zusammen.[18] Zusätzlich bekam die mobile Sicherheitslösung von G Data zum zehnten Mal in Folge die Höchstwertung von AV-Test.[19]
Im Jahr 2021 erhielt G Data das European Cyber Security Organisation-Gütesiegel „Cybersecurity Made in Europe“. G Data ist Mitglied von Eurobits.[20]
Im Jahr 2022 wurde G Data mit den Comenius-EduMedia-Siegel[21] sowie dem eco://award ausgezeichnet.[22]
Das Unternehmen ist Mitglied im Bundesverband IT-Sicherheit e.V. (TeleTrusT).
Im Jahr 2010 wurde G Data Endpoint Security als Business Netzwerk-Sicherheitslösung mit integriertem, individuell konfigurierbarem Policy Manager veröffentlicht. 2012 folgte G Data BankGuard, das signaturunabhängig in Echtzeit vor bekannten und unbekannten Banking-Trojanern schützen soll.[25]
Im Jahr 2016 brachte G Data den USB Keyboard Guard heraus[26] ein Programm, das schädliche Angriffe von USB-Sticks mit infizierter Firmware (oder anderen kompromittierten USB-Geräten) – die sich als USB-Tastatur ausgeben – verhindern soll.
Im Jahr 2017 folgte G Data Network Monitoring, welche Verschlüsselungsversuche durch Ransomware frühzeitig erkennen soll. Gleichzeitig erhielten alle Security-Lösungen ein AntiSpam-Modul.
2019 wurde die DeepRay-Technologie veröffentlicht.[27] DeepRay soll mithilfe von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning Malware-Kampagnen identifizieren. Im selben Jahr kam die neue BEAST-Technologie[28] dazu, die eine ganzheitliche Betrachtung des Systemverhaltens liefert.