Fürstenzell
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 48° 31′ N, 13° 19′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern | |
| Landkreis: | Passau | |
| Höhe: | 358 m ü. NHN | |
| Fläche: | 79,36 km² | |
| Einwohner: | 8442 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 106 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 94081 | |
| Vorwahlen: | 08502, 08506 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PA | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 2 75 122 | |
| LOCODE: | DE FUZ | |
| Marktgliederung: | 124 Gemeindeteile | |
| Adresse der Marktverwaltung: |
Marienplatz 7 94081 Fürstenzell | |
| Website: | www.fuerstenzell.de | |
| Erster Bürgermeister: | Manfred Hammer (SPD) | |
| Lage des Marktes Fürstenzell im Landkreis Passau | ||

Fürstenzell ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geografische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde liegt im typisch niederbayerischen Hügelland inmitten des Klosterwinkels und des Neuburger Waldes südlich der Donau und westlich des Inn nahe der Bundesautobahn 3 (Ausfahrt Passau-Mitte und Passau-Süd). Nach Passau sind es rund 12 km, nach Schärding (Oberösterreich) 15 km, nach Pocking 18 km, nach Bad Griesbach 14 km und nach Vilshofen an der Donau 20 km.
Gemeindegliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt 124 Gemeindeteile:[2][3]
- Aiching
- Altenmarkt
- Aspertsham
- Aubach
- Aumühle
- Ausham
- Bad Höhenstadt
- Bibing
- Bromberg
- Brunndobl
- Burgdobl
- Dinglreit
- Distlzweil
- Dorf
- Edenweg
- Edlwang
- Edt
- Eggerswiesen
- Endau
- Engertsham
- Fünfeichen
- Fürstenzell
- Gadham
- Geiselberg
- Gföhret
- Gimplarn
- Ginglsöd
- Gollwitzer
- Großsandten
- Großtann
- Gründobl
- Grüntobel
- Gurlarn
- Hafering
- Haufenberg
- Haunreut
- Hausberg
- Hieblmühle
- Hiefing
- Hilleröd
- Hissenau
- Hocheck
- Hofmark
- Hohenau
- Holzbach
- Holzhammer
- Holzhäuser
- Holzstadl
- Höng
- Hörbertsham
- Hub
- Hundsöd
- Irsham
- Irsöd
- Jägerwirth
- Kalkberg
- Kaps
- Kemating bei Bad Höhenstadt
- Kemating bei Voglarn
- Kitzbichl
- Kleingern
- Kleinloipertsham
- Kleintann
- Klessing
- Krottenthal
- Kühloh
- Kumpfmühle
- Kurzholz
- Lachham
- Liebenreut
- Loipertsham
- Mahd
- Maieröd
- Moosbauer
- Munzing
- Oberaign
- Obereichet
- Oberhaushof
- Oberirsham
- Obermühle
- Oberreisching
- Obersimbach
- Obersulzbach
- Oderer
- Parsting
- Parzham
- Pemelöd
- Peslöd
- Pfalsau
- Pilzweg
- Prims
- Rehschaln
- Reising
- Reut
- Sandten
- Scheuereck
- Schönau
- Spirkenöd
- Spitzöd
- Steindobl
- Steinhügl
- Strangmühle
- Straß
- Tannet
- Unteraign
- Untereichet
- Unterhaushof
- Untersimbach
- Untervoglarn
- Urlharting
- Voglarn
- Wallham
- Wallmberg
- Wallmer
- Wartmanning
- Weidenberg
- Weidenthal
- Welln
- Wiesen
- Wiesenöd
- Willenreut
- Wimberg
- Würfelsdobl
- Zwieselsberg
Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Klosterhofmark
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Von 1120 bis 1130 wurde in den Traditionen von Kloster Vornbach erstmals eine Siedlung namens Cella bezeugt. Es handelte sich um einen Einödhof, bei dem eine Kapelle stand, die dem Hl. Laurentius geweiht war. Der Hof gehörte später zur Pfarrei Irsham, die im Jahre 1075 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Im 13. Jahrhundert waren Hof und Kirche unbewirtschaftet und verlassen.
Domherr Hartwig von Passau kaufte den Hof samt Grundstücken und stiftete 1274 den Zisterziensern ein Kloster. Im gleichen Jahr verlieh Herzog Heinrich XIII. von Niederbayern dem Zellhof Erlass aller dinglichen und persönlichen Leistungen, Zollfreiheit und niedere Gerichtsbarkeit. Wegen dieser Gnadenerweise wurde Zell in Fuerstencelle umbenannt. Die Besiedelung des neu gestifteten Klosters erfolgte von Kloster Aldersbach aus.
Danach war die Geschichte des Ortes und der klösterlichen Hofmark eng mit Kloster Fürstenzell verbunden. Bis ins 15. Jahrhundert gab es im eigentlichen Fürstenzell außer dem Kloster keine Häuser. Die danach für die Bewohner von Fürstenzell zuständige Pfarrkirche stand in Unterirsham.
Fürstenzell nach der Säkularisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der Säkularisation in Bayern wurde Kloster Fürstenzell aufgelöst. Die Familie Wieninger erwarb die Kloster- und Ökonomiegebäude, gab den Bewohnern der Umgebung Arbeit und ließ eine Besiedlung des Ortes zu. 1807 wurde die Klosterkirche Pfarrkirche. Die bisherige Pfarrkirche in Unterirsham wurde abgebrochen.
Bis 1838 gehörte die Gemeinde Fürstenzell zum Landgericht Griesbach und wurde dann dem neu errichteten Landgericht Passau II zugeteilt. 1840 waren in Fürstenzell neben dem Klostergut drei Bauern, 29 Häusler und elf Handwerker vorhanden.
Die Familie Wieninger verkaufte den Gebäudekomplex des ehemaligen Klosters im November 1928 an die bischöfliche Brauerei Hacklberg, die ihn jedoch schon 1930 an die Deutsche Provinz der Maristenpatres veräußerte. Die Maristen eröffneten 1948 das Maristengymnasium.
Fürstenzell seit dem Zweiten Weltkrieg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte, nicht zuletzt wegen des Zustroms von Flüchtlingen, in Fürstenzell eine rege Bautätigkeit ein. Fürstenzell erhielt 1950 ein Rathaus, 1953 eine evangelische Kirche, 1955 eine achtklassige Volksschule, 1962 ein Freischwimmbad und 1967 eine mechanisch-biologische Kläranlage.
Das örtliche Krankenhaus wurde 1932 erheblich erweitert, 1997 musste es aber geschlossen werden. In den Räumen befinden sich nun ein medizinisches Versorgungszentrum[4] mit Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie, Internistische Praxis, eine Augenärztliche Praxis und ein Schlaflabor. Das Dialysezentrum bezog 2008 ein neues Gebäude in der Nähe. Das ehemalige Schwesternwohnheim beherbergt seit einem Umbau das staatliche Gesundheitsamt. Der Kreisjugendring Passau[5] unterhält hier seine Geschäftsstelle. Das Kinderheim, ein Frauenkloster mit angegliedertem Kindergarten, errichtete 1969/70 eine Heimvolksschule für Mädchen. 1971/72 entstand ein Neubau des Maristengymnasiums für etwa 1000 Schüler.
Zur 900-Jahr-Feier der Pfarrei und 700-Jahr-Feier des Klosters erhielt Fürstenzell am 26. Juni 1975 die Bezeichnung Markt verliehen.[6] Das neue Rathaus des Unterzentrums Fürstenzell entstand in den Jahren 1982/83.
Eingemeindungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Rahmen der Gebietsreform wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Altenmarkt und Bad Höhenstadt sowie Teile der Gemeinde Engertsham eingegliedert.[7] Im Jahre 1978 folgten der größte Teil der Gemeinde Voglarn und Teile der Gemeinde Sandbach.
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs der Markt von 6948 auf 8157 um 1209 Einwohner bzw. um 17,4 %.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Marktgemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufgrund der Wahl am 15. März 2020 ergab sich folgende Sitzverteilung im Gemeinderat:[8][9]
- CSU: 6 Sitze
- SPD: 4 Sitze
- Gemeinsame Liste Bürgerunion / Christliche Wählergemeinschaft: 5 Sitze
- ödp/Aktive Bürger: 3 Sitze
- Überparteiliche Wählergemeinschaft: 2 Sitze
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erster Bürgermeister ist Manfred Hammer (SPD), der am 16. März 2014 mit 53,04 % der Stimmen gewählt wurde. Am 15. März 2020 wurde er mit 85,0 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt.
Zweite Bürgermeisterin ist seit November 2016 Ursula Berchtold (BU/CWG),[10][11] 3. Bürgermeister ist Michael Gruber (SPD).
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „In Blau mit goldenem Schildhauptbord unter einem silbern-rot gespickelten Sparren eine goldene Blattkrone.“[12] | |
| Wappenbegründung: Die Gemeinde übernahm vollständig das seit 1475 nachweisbare Abteiwappen des ehemaligen Zisterzienserklosters Fürstenzell, von dem die Besiedlung der Gegend ausging. Die heraldische Figur der goldenen Fürstenkrone unter dem von Rot und Silber gezwickelten Zelt, einem für Zell falsch redenden Symbol, ergibt die sinnbildliche Darstellung des Kloster- und heutigen Gemeindenamens. Da die Tingierung in der älteren heraldischen Literatur nicht einheitlich ist, orientieren sich die Farben des Gemeindewappens an den heraldischen Schraffuren der erhaltenen Abtsiegel aus dem 18. Jahrhundert. Der Sparren trägt die Farben des Schachbalkens der Zisterzienser. Die bis zur Eingemeindung nach Fürstenzell im Jahr 1972 selbstständige Gemeinde Bad Höhenstadt führte seit 1957 ein eigenes Wappen, das mit Sparren, Anker und Sternen auf ein Fürstenzeller Abtwappen Bezug nahm.[12]
Dieses Wappen wird seit 1952 geführt.[12] |

