Fürsteneck
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 48° 43′ N, 13° 28′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern | |
| Landkreis: | Freyung-Grafenau | |
| Verwaltungsgemeinschaft: | Perlesreut | |
| Höhe: | 395 m ü. NHN | |
| Fläche: | 10,43 km² | |
| Einwohner: | 817 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 78 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 94142 | |
| Vorwahlen: | 08555, 08505 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FRG, GRA, WOS | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 2 72 119 | |
| Gemeindegliederung: | 13 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Atzldorf 5 94142 Fürsteneck | |
| Website: | www.fuersteneck.de | |
| Erster Bürgermeister: | Alexander Pieringer[2] (CSU) | |
| Lage der Gemeinde Fürsteneck im Landkreis Freyung-Grafenau | ||
Fürsteneck ist eine Gemeinde und ein Pfarrdorf im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Atzldorf. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Perlesreut.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geografische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald im südlichen Bayerischen Wald zwischen den Tälern der Ilz und der Wolfsteiner Ohe. Fürsteneck bildet die südlichste Gemeinde im Landkreis und grenzt direkt an den Landkreis Passau. Fürsteneck ist von eingeschnittenen Tälern umgeben. Nach Passau beträgt die Entfernung 22 km, nach Waldkirchen 15 km, nach Freyung 18 km, nach Grafenau 20 km und zur Bundesautobahn 3 (Anschlussstelle Aicha vorm Wald) 23 km.
Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeindegliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt 13 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3][4]
- Anzerreut (Weiler)
- Aschberg (Weiler)
- Atzldorf (Dorf)
- Dürnberg (Einöde)
- Fürsteneck (Pfarrdorf)
- Hochwegen (Dorf)
- Loizersdorf (Dorf)
- Ohbruck (Weiler)
- Plattenhof (Weiler)
- Schnürring (Dorf)
- Schrottenbaummühle (Einöde)
- Simpoln (Weiler)
- Wiesmühle (Weiler)
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von der Burg zur Gemeinde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Um 1190 wurde von dem Passauer Fürstbischof Wolfger von Erla in Fürsteneck eine Burg als Grenzbefestigung gegen die bayerischen Herzöge errichtet. Fürsteneck als Sitz eines Pfleggerichtes des Hochstiftes Passau wurde 1703 Schauplatz eines Hexenprozesses. Fürsteneck wurde 1803 mit dem größten Teil des Passauer Gebietes zugunsten des Kurfürstentums Salzburg von Ferdinand III. von Toskana säkularisiert und fiel 1805 an Bayern. Mit der Bildung der Gemeinden im Jahre 1818 auf Grund des zweiten bayerischen Gemeindeedikts vom 17. Mai 1818 wurde die Gemeinde Fürsteneck gebildet. Sie umfasste neben Fürsteneck die Orte Anzerreut, Aschberg, Atzldorf, Dorf, Dürnberg, Hochwegen, Loizersdorf, Ohbruck, Plattenhof, Schnürring, Schrottenbaummühle, Simpoln und Wiesmühle.
Kirchlich wurde Fürsteneck 1937 Expositur und 1960 selbständige Pfarrei, die seit 1978 dem Pfarrverband Perlesreut angehört.
Die Verwaltungsgemeinschaft Perlesreut wurde zum 1. Mai 1978 aus den Gemeinden Fürsteneck, Perlesreut und Ringelai gebildet. Zum 1. Januar 1994 wurde die Gemeinde Ringelai aus der Verwaltungsgemeinschaft entlassen.[5]
Verhinderung einer Behindertenwohnstätte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bundesweite Aufmerksamkeit unter dem Titel „Jagdszenen in Niederbayern“ erlangte der Weiler Aumühle in der Gemeinde Fürsteneck (heute ein Gemeindeteil von Hutthurm) als die lokale Bevölkerung am 17. Oktober 1969 den Bezug eines Heimes für schwer erziehbare und geistig behinderte Kinder verhinderte.[6] Der Praktische Arzt Fritz Loew hatte das Anwesen vom Bischöflichen Ordinariat Passau erworben, um dort sein drittes Kinderheim zu errichten.[7] Als am 17. Oktober die ersten sieben zukünftigen behinderten Buben mit ihren Betreuern ankamen, wurden sie von einer hundertköpfigen Protestmannschaft („Die Depperln woll’n mir hier net“) unter der Führung des Pfarrers Georg Stetter empfangen. Angesichts der Drohkulisse machten die Schützlinge von Loew wieder kehrt.[6]
In der darauffolgenden Nacht fand eine Nachtwache mit etwa 40 Fürsteneckern statt. Trotz der anwesenden Feuerwehrmänner ging die ehemalige Pension in Flammen auf.[6][8] Nach eigenen Aussagen waren Gegner vor allem wegen möglicher geschäftlicher Einbußen im Tourismus und nicht aufgrund von Animositäten gegenüber Behinderten zu ihrem Tun motiviert.[9]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 828 auf 866 um 38 Einwohner bzw. um 4,6 %.
| Jahr | 1961 | 1970 | 1987 | 1991 | 1995 | 2000 | 2005 | 2010 | 2015 | 2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 694 | 771 | 813 | 954 | 983 | 992 | 999 | 942 | 882 | 842 |
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat setzt sich aus 8 Mitgliedern zusammen. Die vergangenen Kommunalwahlen ergaben folgende Sitzverteilungen:
| Partei/Liste | 2020 | 2014 | ||
|---|---|---|---|---|
| % | Sitze | % | Sitze | |
| CSU | 54,6 | 4 | 47,8 | 4 |
| FWG | 45,4 | 4 | 52,2 | 4 |
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ehrenamtlicher Erster Bürgermeister ist Alexander Pieringer (CSU).[2] Er ist seit 1. Mai 2020 Nachfolger von Heinz Binder (CSU) und wurde bei den Kommunalwahlen 2026 ohne Gegenkandidat mit 83,6 % der Stimmen wiedergewählt.
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „In Silber unter erhöhtem, verkürztem grünen Wellengöpel auf grünem Dreiberg ein roter Zinnenturm.“[10] | |
| Wappenbegründung: Der Wellengöpel, ein heraldisches Flusssymbol, und der Dreiberg versinnbildlichen die Lage der Gemeinde an den Flüssen Ilz, Wolfsteiner und Schönberger Ohe in den Vorbergen des Bayerischen Waldes. Der Zinnenturm verweist auf die das Ortsbild prägende, frühestens um 1200 erbaute Burganlage, die seit dem ausgehenden 13. und im 14. Jahrhundert Sitz der Burggrafen von Fürsteneck war. In der Tingierung wurden die Farben des Hochstifts Passau, Silber und Rot, aufgenommen; sie unterstreichen die enge historische Verbindung dorthin.[10]
Dieses Wappen wird seit 1979 geführt.[10] |




