Zum Inhalt springen

Freycinetia

Geodaten zu dieser Seite vorhanden
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Freycinetia

Freycinetia banksii an einem Kohekohebaum in Neuseeland

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Schraubenbaumartige (Pandanales)
Familie: Schraubenbaumgewächse (Pandanaceae)
Gattung: Freycinetia
Wissenschaftlicher Name
Freycinetia
Gaudich.

Freycinetia ist eine Pflanzengattung in der Familie der Schraubenbaumgewächse (Pandanaceae).[1]

Erscheinungsbild und Laubblätter

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freycinetia-Arten wachsen meist als Lianen, selten als ausdauernde krautige Pflanzen.[1] Sie besitzen meist lange, klimmende oder kletternde Sprossachsen und bilden Luftwurzeln.[1]

Die Laubblätter stehen spiralig bis zweizeilig mehr oder weniger dicht zusammen. Die einfachen Blattspreiten sind relativ lang und lineal oder lanzettlich. Es sind deutliche Blattscheiden vorhanden, die häutige mehr oder weniger schnell verwelkende Ränder aufweisen.[1]

Blüten- und Fruchtstände, Blüten, Früchte und Samen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freycinetia-Arten sind meist zweihäusig (diözisch); einige australische Arten sind auch einhäusig (monözisch) getrenntgeschlechtig. Es werden meist end- oder seitenständig kurze, doldige oder traubige Gesamtblütenstände gebildet, die einzelne oder meist zwei bis fünf auf Blütenstandsschäften stehende, einfache, kolbenförmige Teilblütenstände (Spadix) enthalten. Der Gesamtblütenstand enthält in drei Reihen zusammenstehende grüne oder auffällig gefärbte Hochblätter (Spatha), die anfangs die Teilblütenstände umhüllen und dann langsam verwelken.[1]

Die Blüten sind meist eingeschlechtig und selten zwittrig (beispielsweise Freycinetia reineckei).[2] Es sind keine Blütenhüllblätter vorhanden. Die Staubblätter stehen auf der Rhachis dicht zusammen. Die Fruchtknoten stehen auf der Rhachis dicht zusammen und sind oft von winzigen Staminodien umgeben. Die einkammerigen Fruchtknoten enthalten viele Samenanlagen. In jeder weiblichen oder zwittrigen Blüte sind zwei oder mehr Narben vorhanden.[1]

In den kolbenförmigen Fruchtständen (manchmal als Fruchtverbände bezeichnet) stehen viele Beeren zusammen. Die Beeren enthalten viele Samen.[1] Das Endosperm ist stärkehaltig.

Systematik und Verbreitung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Freycinetia wurde 1824 durch Charles Gaudichaud-Beaupré in Annales des Sciences Naturelles (Paris), Band 3, Seite 509 aufgestellt. Der Gattungsname Freycinetia ehrt, den französischen Marineoffizier und Geologen Louis Claude de Saulces de Freycinet (1779–1842).[3] Als Lectotypusart wurde 1967 Freycinetia arborea Gaudich. durch Benjamin Clemens Stone in Gardens’ Bulletin. Straits Settlements. Singapore, Band 22, Seite 129 festgelegt.[4][5] Synonyme für Freycinetia Gaudich. sind Jezabel Banks ex Salisb. und Victoriperrea Hombr. & Jacquinot ex Decne.[6]

Es wurde 1867 für einige Zeit auch eine eigene Unterfamilie Freycinetioideae Kurz, Journal of Botany, British and Foreign. London, Band 5, Seite 94 (Freycinetieae) und 1868 sogar eine eigene Familie Freycinetiaceae Brongn. ex Le Maout & Decne., Traité Général Bot., Seite 624 aufgestellt. Heute wird die Gattung Freycinetia der Familie der Pandanaceae zugeordnet.

Freycinetia-Arten kommen von Sri Lanka bis Südostasien, in Australien, Neuseeland und auf pazifischen Inseln vor. Die meisten Arten gibt es in Neuguinea.

Illustration aus Rumphia, sive, Commentationes botanicæ¦ imprimis de plantis Indiæ¦ Orientalis von Freycinetia angustifolia
Freycinetia arborea, die kolbenförmigen Teilblütenstände sind anfangs von den Hochblättern umhüllt
Freycinetia arborea, die kolbenförmigen Teilblütenstände mit den auffälligen Hochblättern
Freycinetia arborea, wenige kolbenförmige Fruchtstände stehen zusammen.
Illustration von Freycinetia banksii
Unreife kolbenförmige Fruchtstände von Freycinetia banksii
Gesamtblütenstand mit weißen Hochblättern und kolbenförmigen Teilblütenständen von Freycinetia beccarii
Habitus von Freycinetia cumingiana
Sprossachse mit Laubblättern und reifen Früchten von Freycinetia excelsa
Kolbenförmige Fruchtstände von Freycinetia formosana
Illustration aus Rumphia, sive, Commentationes botanicæ¦ imprimis de plantis Indiæ¦ Orientalis von Freycinetia funicularis
Habitus von Freycinetia insignis
Laubblätter und knospiger Gesamtblütenstand mit auffälligen Hochblättern von Freycinetia luzonensis
Freycinetia multiflora
Freycinetia multiflora
Freycinetia scandens

Es gibt 175 bis 180 Freycinetia-Arten:[6]

Die süßen Früchte und die saftigen Hochblätter der Blütenstände mancher Arten können gegessen werden. Die Blätter fanden weite Verbreitung zum Flechten und Weben, wobei allerdings die breiteren Blätter des Neuseelandflachs bevorzugt wurden. Es wurden Matten und Körbe zur Aufbewahrung von Nahrungsmitteln hergestellt. Die Luftwurzeln wurden als Bindematerial und zur Anfertigung von Fischfallen und Sandalen gesammelt.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 4 5 6 7 Kun Sun, Robert A. DeFilipps: Pandanaceae: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 23: Acoraceae through Cyperaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2010, ISBN 978-1-930723-99-3. Freycinetia, S. 127 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  2. Paul Alan Cox: Bisexuality in the Pandanaceae: New Findings in the Genus Freycinetia. In: Biotropica, Volume 13, Issue 3, 1981, S. 195–198.
  3. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2023. Suche im Internet Archive ) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  4. Freycinetia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 17. März 2020.
  5. Freycinetia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  6. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 Freycinetia. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 20. Mai 2020.
  7. Benjamin C. Stone: A New Species and New Section of the Genus Freycinetia (Pandanaceae) from New Caledonia. In: Pacific Science, Volume 33, 1979, Issue 2. PDF.
Commons: Freycinetia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien