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Frances Simson

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Frances Helen Simson (* 2. April 1854 in Edinburgh; † 4. September 1938 ebenda) war eine schottisch-britische Frauenrechtlerin, Aktivistin für die Hochschulbildung von Frauen und im Jahr 1893 eine der ersten acht Absolventinnen der Universität Edinburgh.[1]

Simson war eines von neun Kindern von Jane Christiana Aberdein (* 1820) und William Simson (1811–1858), Sekretär der Bank of Scotland.[2] Sie lebte den größten Teil ihres Lebens mit ihrer Familie in Eton Terrace, New Town, Edinburgh.

Simson war eine der ersten acht Frauen, die 1893 ihren Magister-Abschluss an der Universität Edinburgh machten, nachdem dies durch den Universities (Scotland) Act von 1889 ermöglicht worden war.[3] Mit zu dem Zeitpunkt bereits 38 Jahren war sie die älteste der Gruppe und hatte für ihren Abschluss an den Kursen der Edinburgh Association for the University Education of Women (EAUEW) teilgenommen, zu denen sie sich 1877 eingeschrieben hatte. Frauen wurden erstmals 1892 in Edinburgh zum normalen Studium zugelassen, aber seit 1868 hielt die ELEA jedoch Vorlesungen, die von Universitätsmitarbeitern durchgeführt und geprüft wurden und zu Zertifikaten in Literatur, Philosophie und Naturwissenschaften führten, ab.

Ein Jahr vor ihrem Abschluss begann Simson eine Zusammenarbeit mit Elizabeth Haldane, mit der sie Hegels Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie (1892–1896) übersetzte und herausgab. Diese Übersetzung gilt bis heute als Standardübersetzung ins Englische.

Simson gehörte dem Verwaltungsausschuss des St. George’s Teacher Training College in Edinburgh an und war später Mitglied des Rates der St. George’s School for Girls, beides von der EAUEW gegründete Einrichtungen. Nachdem die EAUEW ihr Ziel, Frauen den Zugang zu schottischen Universitäten zu ermöglichen, erreicht hatte, wandte sie ihre Aufmerksamkeit der Förderung und Unterstützung von Studentinnen zu. Simson war Mitglied des von Margaret Houldsworth und Louisa Stevenson gegründeten Ausschusses der EAUEW, der Spenden für das erste Frauen-College der Universität sammelte, das Frauen Wohn-, Lern- und Begegnungsraum bieten sollte. Masson Hall wurde im Herbst 1897 eröffnet und Simson wurde erste Direktorin, eine bezahlte Stelle, die sie 21 Jahre lang innehatte.

Masson Hall wurde auch ein Zentrum des Einsatzes für das Frauenwahlrecht. Simson wurde Präsidentin der Scottish Universities Women's Suffrage Union (NUWSS) und Mitglied der National Union of Women’s Suffrage Societies.[2]

Zusammen mit Margaret Nairn, Elsie Inglis, Frances Melville und Chrystal Macmillan beantragte Simson vergeblich das Recht für weibliche Hochschulabsolventinnen, bei den Parlamentswahlen 1906 für den Abgeordneten ihrer Universität zu stimmen.[2] Frauen hatten kein Wahlrecht, aber Simson und die anderen wollten dies zu einem Präzedenzfall machen und legten daher im November 1907 Berufung ein, die ebenfalls scheiterte. Die Gruppe sammelte daraufhin 1000 Pfund, um ihren Fall für das Wahlrecht für weibliche Absolventinnen vor dem House of Lords im November 1908 vorzubringen, wo Macmillan als Senior Counsel auftrat und Simson am 12. November die allgemeine Argumentation vorbrachte und die Schlussworte sprach.[3] Nairn schrieb am 17. November 1908 an Simson, dankte ihr für ihr Eintreten für ihre Sache und sagte, dass „Ihre Worte und die von Miss Macmillan in die Geschichte eingehen werden“, und zitierte Shakespeares Verlorene Liebesmüh (Akt IV. Szene 1): „Und Lob gebührt jeder Dame, die einen Lord bezwingt!“.[4]

Im Oktober 1933, dem Jahr, in dem die Universität Edinburgh ihr 350-jähriges Bestehen feierte, wurde Simson als einzige Absolventin in Anerkennung ihrer Verdienste um die Hochschulbildung von Frauen die Ehrendoktorwürde der Rechtswissenschaften verliehen. Später im selben Jahr war sie Präsidentin des Edinburgh-Zweiges der Equal Citizenship Society, die aus der nationalen Nachfolgeorganisation der NUWSS hervorgegangen war und wurde bei einem Mittagessen geehrt. Mona Chalmers Watson, Sarah Siddons, Frances Melville, Edmund Taylor Whittaker, Rosaline Masson und Marion Gilchrist gehörten zu den über hundert Gästen, die an der Veranstaltung zu Ehren ihres Einsatzes für die Bildung von Frauen teilnahmen.[5]

Im Alter mied sie die Öffentlichkeit. Simson starb 1938 in ihrem Haus in Edinburgh.

Einzelnachweise

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  1. Sofern nicht explizit anders angegeben folgt die Darstellung Sue Innes: Simson, Frances Helen (1854–1938). In: H. C. G. Matthew und Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography. Oxford 23. September 2004, doi:10.1093/ref:odnb/60799.
  2. a b c Leah Leneman: A guid cause: the women’s suffrage movement in Scotland. Aberdeen University Press, Aberdeen 1991, ISBN 978-0-08-041201-6, S. 215, 270.
  3. a b Edinburgh Association for the University Education of Women, 1867-1967. William Bishop, Market Street. Edinburgh., S. 17 (englisch).
  4. The Scottish suffragettes speak up. In: Vote 100. University of Edinburgh, 29. November 2018, archiviert vom Original am 25. Oktober 2021; abgerufen am 9. Dezember 2025.
  5. Dr Fracnes H. Simson: Woman Pioneer Honoured Edinburgh Luncheon. In: The Scotsman. 2. November 1933.