Forzzaea
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Habitus mit Kindel von Forzzaea warasii | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Forzzaea | ||||||||||||
| Otto & A.Dietr. |
Forzzaea ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Bromelioideae innerhalb der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Die etwa acht Arten sind nur im östlichen Brasilien verbreitet.[1]
Beschreibung
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Vegetative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Forzzaea-Arten wachsen als immergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen. Sie wachsen meist lithophytisch.[1] Durch Kindel erfolgt vegetative Vermehrung, diese werden meist direkt an der Mutterpflanze gebildet oder selten sind dicke Ausläufer vorhanden, mit denen Bestände gebildet werden. Die Sprossachsen sind gestaucht. Die meisten Forzzaea-Arten sind relativ klein.[1]
Die parallelnervigen, sukkulenten, derben, dick ledrigen Laubblätter sitzen an einer gestauchten Hauptachse in einer grundständigen Rosette und sind in Blattscheide und -spreite gegliedert. Die Blattscheide ist unauffällig. Die Blattspreiten sind lanzettlich bis fast-linealisch, nicht an ihrer Basis verschmälert und der gerade Blattrand ist bewehrt.[1] Die auf beiden Seiten gleichmäßig gefärbten Laubblätter besitzen mindestens an der Blattunterseite Saugschuppen.
Generative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es ist meist kein Blütenstandsschaft erkennbar, die Blütenstände sind also in der Mitte der Blattrosette meist sitzend. Die unscheinbaren, zusammengesetzten, selten einfachen, schirmrispigen Blütenstände haben stark gestauchte Sprossachsen und so sitzen alle Blüten und wirken „versteckt“. Die Tragblätter sind laubblattähnlich. Die unscheinbaren Teilblütenstände enthalten zwei bis sechs sitzende Blüten. Die häutigen Deckblätter sind dreieckig und bis zu gleich lang wie die Kelchblätter.[1]
Die tagsüber geöffneten und duftenden, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig mit doppelter Blütenhülle.[1] Die drei Kelchblätter sind nur an ihrer Basis oder bis etwa zur Hälfte ihrer Länge verwachsen oder manchmal frei.[1] Die drei meistens weißen, manchmal grünlich-gelblichen Kronblätter sind meist nur an ihrer Basis oder bis zu 1/7 ihrer Länge verwachsen oder sind frei. Die Kronblätter sind 2,5– bis fünfmal länger als breit, spatelförmig und der breitere obere Abschnitt ist elliptisch-eiförmig oder selten lanzettlich; das obere Ende ist während der Anthese fast aufrecht bis spreizend-zurückgekrümmt. Es sind an den Kronblättern meist keine Anhängsel vorhanden, aber manchmal gibt es gut entwickelte Längsschwielen.[1] Es liegt Homogamie vor, die männlichen und weiblichen Blütenorgane sind also gleichzeitig reif.[1] Es sind zwei Kreise mit je drei fast aufrechten Staubblättern vorhanden und während der Anthese sichtbar.[1] Die fast gleich langen Staubfäden sind frei oder kurz mit der Basis Kronblätter verwachsen; die des äußeren Staubblattkreise sind etwas länger als die des inneren.[1] Manchmal sind die Staubfäden, Kronblätter und der Griffel zu einer unscheinbaren Struktur verwachsen.[1] Die schmal-länglichen, weiß bis cremefarbenen Staubbeutel sind an ihrer Basis deutlich zweilappig und nicht seitlich abgeflacht; sie sind während der Anthese stark zurückgekrümmt oder spiralig gekrümmt oder manchmal mehr oder weniger gerade.[1] Die Pollenkörner sind sulcat, oblat und etwa 40 μm groß.[1] Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, fast-ellipsoiden bis fast-kugelförmigen Fruchtknoten verwachsen.[1] Die Samenanlagen sind kugelig und stumpf oder kurz geschwänzt.[1] Die weiße, einfache-aufrechte oder einfache-ausgebreitete, mit einer Tendenz zu einfach-geweitete Narbe wird von den Staubbeuteln überragt und die Narbenlappen sind verkehrt-eiförmig, länglich, gerundet bis stumpf mit glatten bis fein gekerbten Rand und können papillös sein.[1]
Die Blütenformel lautet .
Der haltbare Kelch ist bis zu 1,5-mal länger als die 4 bis 10 × 4 bis 7 Millimeter großen Beeren. Die Beeren enthalten zwei bis acht Samen. Die Samen sind 2 bis 3,5 × 1 bis 2 Millimeter groß.[1]
Systematik und Verbreitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gattung Forzzaea erfolgte 2017 durch Elton M. C. Leme, Sascha Heller und Georg Zizka in Elton M. C. Leme, Sascha Heller, Georg Zizka und Heidemarie Halbritter: New circumscription of Cryptanthus and new Cryptanthoid genera and subgenera (Bromeliaceae: Bromelioideae) based on neglected morphological traits and molecular phylogeny. In: Phytotaxa, Volume 318, Issue 1, 2017 S. 1–88 aufgestellt. Typusart ist Cryptanthus leopoldo-horstii Rauh, dem Synonym für Forzzaea leopoldo-horstii (Rauh) Leme, S.Heller & Zizka.[2] Der Gattungsname Forzzaea ehrt die brasilianische Botanikerin Rafaela Campostrini Forzza, die eine Expertin für die Flora Brasiliens, insbesondere für die Familie Bromeliaceae und am Botanischen Garten von Rio de Janeiro tätig ist.
Die Gattungen Forzzaea, Lapanthus, Orthophytum, Rokautskyia, Sincoraea und Cryptanthus gehören zum Cryptanthoid-Komplex in der Unterfamilie Bromelioideae innerhalb der Familie Bromeliaceae.[1]
Die Areale der Forzzaea-Arten liegen fast nur im Campos Rupestre im östlichen Brasilien bis auf eine Art nur im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Es sind überwiegend lithophytisch lebende Arten.
| Aus der Gattung Cryptanthus ausgegliedert wurden drei Arten, danach wurden bis 2023 fünf weitere Arten erstbeschrieben. Im Januar 2026 sind acht Arten in der Gattung Forzzaea enthalten:[1][3][2][1][3][2] |
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Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Elton M. C. Leme, Sascha Heller, Georg Zizka, Heidemarie Halbritter: New circumscription of Cryptanthus and new Cryptanthoid genera and subgenera (Bromeliaceae: Bromelioideae) based on neglected morphological traits and molecular phylogeny. In: Phytotaxa, Volume 318, Issue 1, 2017 S. 1–88. doi:10.11646/phytotaxa.318.1.1
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x Elton M. C. Leme, Sascha Heller, Georg Zizka, Heidemarie Halbritter: New circumscription of Cryptanthus and new Cryptanthoid genera and subgenera (Bromeliaceae: Bromelioideae) based on neglected morphological traits and molecular phylogeny. In: Phytotaxa, Volume 318, Issue 1, 2017 S. 1–88. doi:10.11646/phytotaxa.318.1.1
- ↑ a b c d e f g h i j k Eric J. Gouda, Derek Butcher, Kees Gouda: Encyclopaedia of Bromeliads, Version 5, 2023. In „Species Index“ oder „synonyms“ auf Forzzaea klicken zuletzt eingesehen am 4. Januar 2026
- ↑ a b c d e f Elton M. C. Leme, Otávio B. C. Ribeiro, Fernanda Vidigal D. Souza, Everton Hilo de Souza, Ludovic J. C. Kollmann, André P. Fontana: Miscellaneous new species in the Cryptanthoid complex (Bromeliaceae: Bromelioideae) from Eastern Brazil. In: Phytotaxa, Volume 430, Issue 3, 2020, S. 157–202. doi:10.11646/phytotaxa.430.3.2
- ↑ Mathias E. Engels, Eric de Camargo Smidt, Elton M. C. Leme: Forzzaea bahiana (Bromeliaceae: Bromelioideae): a new species from the Caatinga of northeastern Brazil. In: Phytotaxa, Volume 618, Issue 2, 2023, S. 202–208. doi:10.11646/phytotaxa.618.2.10