Fontenais
| Fontenais | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Bezirk: | Porrentruy |
| BFS-Nr.: | 6790 |
| Postleitzahl: | 2902 Fontenais 2904 Bressaucourt |
| Koordinaten: | 572973 / 250434 |
| Höhe: | 458 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 434–911 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 19,99 km²[2] |
| Einwohner: | 1632 (31. Dezember 2024)[3] |
| Einwohnerdichte: | 82 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 8,5 % (31. Dezember 2024)[4] |
| Website: | www.fontenais.ch |
Fontenais | |
| Lage der Gemeinde | |
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1850 | 680 |
| 1900 | 1248 |
| 1910 | 1148 |
| 1930 | 983 |
| 1950 | 1012 |
| 1960 | 991 |
| 1970 | 1024 |
| 1980 | 1093 |
| 1990 | 1125 |
| 2000 | 1249 |
Mit 1632 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) gehört Fontenais zu den grösseren Gemeinden des Kantons Jura. Von den Bewohnern sind 95,0 % französischsprachig, 2,8 % deutschsprachig und 1,0 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Fontenais verzeichnete in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine deutliche Zunahme. Nach einem Rückgang zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird seit 1960 ein langsamer aber kontinuierlicher Bevölkerungsanstieg registriert.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fontenais war bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein vorwiegend landwirtschaftlich geprägtes Dorf, danach gewann die Uhrenindustrie rasch an Bedeutung. In den letzten Jahrzehnten hat sich Fontenais zu einer Wohngemeinde gewandelt, deren Erwerbstätige vor allem in Porrentruy beschäftigt sind. Dank der fruchtbaren Böden der Umgebung hat die Landwirtschaft jedoch auch heute noch einen grossen Stellenwert.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde ist verkehrsmässig recht gut erschlossen. Sie liegt nahe bei Porrentruy und ist auch durch die Autobahn A16 gut zu erreichen, die sowohl an das schweizerische Nationalstrassennetz als auch an das französische Autobahnnetz angeschlossen ist. Eine Gemeindestrasse führt von Porrentruy via Fontenais über die Lomontkette nach Glère im französischen Doubstal. Fontenais, Villars-sur-Fontenais und Bressaucourt sind durch Postautokurse nach Porrentruy an den öffentlichen Verkehr angebunden.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seine erste Erwähnung findet Fontenais im Jahr 1148 als Fonteneis. Der vom spätlateinischen Wort fontana (Brunnen) abgeleitete Ortsname ist auf die Quelle im Dorf zurückzuführen. Fontenais teilte die wechselvolle Geschichte der Ajoie, die 1271 an das Fürstbistum Basel kam. Es unterstand vom 16. bis zum 18. Jahrhundert dem Meieramt Alle. Während des Dreissigjährigen Krieges wurde es von französischen und schwedischen Truppen besetzt. Von 1793 bis 1815 gehörte Fontenais zu Frankreich und war anfangs Teil des Département du Mont-Terrible, ab 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern und am 1. Januar 1979 an den neu gegründeten Kanton Jura.
Seit dem 1. Januar 2013 gehört auch die ehemalige Gemeinde Bressaucourt zu Fontenais.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Pfarrkirche Saint-Pierre-et-Paul wurde 1935 erbaut. Das Schloss, das 1740 im Rokokostil für den fürstbischöflichen Arzt Jean Faber errichtet wurde, besitzt zwei massive Türme mit Zwiebelhauben. Seit 1976 gehört der Bau der Gemeinde, welche darin die kommunale Verwaltung unterbrachte. Südwestlich von Fontenais steht die Kapelle Sainte-Croix, die aus dem Jahr 1445 stammt und lange Zeit eine wichtige Pilgerstätte war. 1704 wurde in Villars die erste Kapelle gebaut, der heutige Bau datiert auf das Jahr 1962. An der Strasse zum Col de Montvoie befindet sich ausserdem die Burgstelle Chételat, die gemäss Bodenfunden im 11. Jahrhundert bewohnt war.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pierre Coullery (1819–1903), Mediziner und Politiker
- Joseph-Xavier Hornstein (1840–1905), römisch-katholischer Erzbischof von Bukarest
- Gérard Bregnard (1920–2003), Maler, Lithograf, Illustrator und Eisenplastiker
- Pierre-Alain Fridez (* 1957), Politiker, alt Nationalrat, alt Gemeindepräsident
- Yannis Voisard (* 1998), Radrennfahrer
Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kirche
- Wandmosaik im Chor der Kirche
- Brunnen und Schloss
- Place de la Fontaine
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website der Gemeinde Fontenais (franz.)
- Dominique Prongué: Fontenais. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Burgstelle Chételat + (Fotos) auf burgenwelt.org
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025


