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Flying Bulls

Gesichtet
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Die Flying Bulls sind eine in Salzburg stationierte private Flugzeugflotte, die dem österreichischen Unternehmer, Milliardär und Flugzeugliebhaber Dietrich Mateschitz gehörte.

Die Flying Bulls gemeinsam bei der AirPower 2016
B-25J „Mitchell“ mit verglaster Nase im Hangar-7

Die Flying Bulls besitzen den extra für sie errichteten Hangar-7. Zu den dort untergebrachten Fluggeräten gehören unter anderem eine Douglas DC-6B, die einst dem jugoslawischen Staatspräsidenten Tito gehörte, ebenso eine Pilatus PC-6, mehrere demilitarisierte Alpha Jets, die bei vielen Flugshows mit spektakulärer Aerobatik im Einsatz sind, und diverse Hubschrauber. Dazu gehört auch der einzige zivil zugelassene amerikanische Kampfhubschrauber vom Typ Bell TAH-1F Cobra die Trainingsversion des AH-1 Kampfhubschraubers. Bei Ezell Aviation in Texas wurde eine Lockheed P-38L Lightning wieder in einen flugfähigen Zustand versetzt. Die Lightning ist seit März 2009 im Hangar-7 stationiert.[1]

Des Weiteren gehören unter anderem eine kunstflugtaugliche Bölkow Bo 105, eine Bell 47G-3B-1, eine North American T-28, der Bomber North American B-25J, eine Chance Vought F4U, ein Wasserflugzeug vom Typ Cessna Amphibian Caravan, eine Boeing-Stearman PT-17, eine Fairchild PT-19 sowie seit 2021 eine P-51D Mustang der Flotte der Flying Bulls an.[1]

2013 erlebte eine Bristol 171 Sycamore ihren zweiten Frühling durch die Flying Bulls. 2023 stieß die Sikorsky S-58 zur Sammlung der Flying Bulls. Das Hubschraubermodell ist bekannt aus dem Fernsehserie Trio mit vier Fäusten.[2]

Im Mai 2026 wurde die Übernahme der Canadair F-86 zusammen mit dem Piloten Frédéric Akary bekanntgegeben.[3]

Die Flugzeugsammlung der Flying Bulls geht mit auf den Kunstflugpiloten Siegfried „Sigi“ Angerer (2. August 1949 – 3. Oktober 2022, Salzburg) zurück. Er machte mit 15 seine ersten Flugerfahrungen und absolvierte insgesamt über 24.000 Flüge auf 70 Flugzeugtypen. 1990 als Pilot einer Vought F4U Corsair bei einer Flugshow in Innsbruck traf er Didi Mateschitz. Er lehrte Mateschitz das Fliegen einer Piper PA-18 und gewann ihn (mit Red Bull) als Sponsor für seine Corsair. Gemeinsam wurde 1999 das Unternehmen Flying Bulls gegründet, Angerer war Chefpilot, bis er 2012 in den Ruhestand ging.

Angerer überstellte die B-25 fliegend von den USA nach Österreich und auch die Lockheed P-38 Lightning. Er vermittelte sein breites Wissen und die Leidenschaft für historische Flugzeuge.

Bei seinem Tod hinterlässt er Ehefrau und zwei Kinder.[4][5][6]

Die Flotte der Flying Bulls setzt sich aus diversen Flugzeugen und Hubschraubern zusammen. Einige davon sind rein für Fernsehübertragungen oder Fotoflüge ausgelegt. Der Großteil wird auf Flugshows und Veranstaltungen präsentiert. Darunter finden sich weltweite so wie europäische Seltenheiten, wie die Douglas DC-6B, Canadair F-86 und Bristol 171[1]

Tabellen: Stand 17. Mai 2026

Flugzeuge
Bild Flugzeugtyp Kennzeichen Baujahr
Aviat Husky OE-CKW 2006
Beech T-34 OE-ADM 1955
Boeing PT-17 OE-AMM 1943
Canadair F-86 MK6 F-AYSB 1956
Cessna 337 Skymaster N991DM 1969
Cessna 208 Amphibian OE-EDM 1996
Chance Vought F4U-4 OE-EAS 1945
Douglas DC-6B OE-LDM (ex N996DM) 1958
Extra 300 LX OE-ARN; OE-ARO 2013
Fairchild PT-19 N50429 1943
Grumman F8F-2 N68RW 1947
Lockheed P-38 N25Y 1944
North American B-25J N6123C 1945
North American P-51D OE-EFB 1944
North American T-28B OE-EMM 1955
North American T-6 OE-ERB 1942
P.68TC OE-FSE 2022
Pilatus PC-6 OE-EMD 1998
Hubschrauber
Bild Typ Kennzeichen Baujahr
AS 350 B3+ OE-XTV 2009
Bell 209/AH1F N11FX 1967
Bell 47 G-3B-1 OE-XDM 1966
Bristol 171 Sycamore OE-XSY 1957
Eurocopter EC135 OE-XFB 2006
Hier: D-HTDM
MBB BO 105C D-HSDM; D-HTDM 1974
MBB BO 105S - Media D-HUDM 1993

Die Flying Bulls verfügen über mehrere Piloten, die jeweils auf bestimmte Muster spezialisiert sind.[7]

Pilot Funktion geflogene Muster
Eskil Amdal Pilot & CEO DC-6B, P-38, P-51, F4U-4, F8F-2,T-28B, T-6, PT-17, T-34, Extra 300 LX,
Raimund Riedmann Flugbetriebsleiter & Chefpilot Flächenflugzeuge DC-6B, B-25J, P-38, P-51, F4U-4, T-28B, T-6, PT-17, PT-19, T-34, Cessna 337, Cessna 208 Amphibian, Aviat Husky, Extra 300 LX, P.68
Mirko Flaim Flugbetriebsleiter & Chefpilot Hubschrauber AH-1F, Bo.105/Bo.105S, EC135, AS 350, Bell 47,
Frederic Akary Pilot F-86
Stefan Doblhammer Pilot (Alpha Jet)
Eric Goujon Pilot F4U-4, PC-6, Extra 300 LX
Frederic Handelmann Pilot DC-6B, B-25J, T-6, Extra 300 LX
Miguel Hochleitner Pilot F4U-4, T-28B, PC-6, Extra 300 LX
Hans Pallaske Pilot T-34, PC-6, Cessna 337, Cessna 208 Amphibian
Ludwig Reiter Pilot B-25J, PT-17, PT-19, T-34, Cessna 208 Amphibian, Aviat Husky, Extra 300 LX, P.68
Nicolas Rossier Pilot P-51, T-28B, T-6, Extra 300 LX
Matthias Schwaighofer Pilot AH-1F, Bo.105/Bo.105S, EC135, AS 350, Bell 47
Siegfried Schwarz Pilot & ehemaliger Chefpilot AH-1F, Bo.105/Bo.105S, EC135, Bristol 171, AS 350, Bell 47
Rainer Wilke Pilot Bo.105

Eine Bede 5J „Microjet“ (Kennzeichen N53EJ) verunglückte am Nachmittag des 1. Mai 2013 bei Baumkirchen im Tiroler Inntal.[8] Der seit Jahren für die Flying Bulls tätige deutsche Pilot meldete Probleme und erwog eine Notlandung auf der Inntalautobahn, musste jedoch dann zwischen Baumkirchen und Mils notlanden. Das Flugzeug prallte dabei gegen einen Hang, der Pilot kam ums Leben.[9]

Auf dem Rückflug von einer Flugshow in Polen stürzte am 20. Juni 2021 eine North American T-28B „Trojan“ (OE-ESA, Baujahr 1954) nahe Jickovice in Tschechien ab, wobei der Pilot zu Tode kam.[10] Die Maschine wurde 1954 in den USA gebaut und war bis 1965 als Trainer bei der U.S. Navy in Washington, D.C. im Einsatz. Ein Privatmann restaurierte die Maschine in den USA, wo sie vom ehemaligen Chefpiloten der Flying Bulls Sigi Angerer 1987 gekauft wurde. Zerlegt kam sie im 40-Fuß-Container via Land-See-Landtransport in die Schweiz, wo sie zusammengebaut wurde. Sie war eines der ersten Flugzeuge der Flying-Bulls-Sammlung.[11]

Commons: Flying Bulls – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Flotte. Abgerufen am 18. Mai 2026.
  2. Christof Brenner: Jetzt kriegt Red Bull seine eigene Screaming Mimi. In: flugrevue.de. 31. Mai 2023, abgerufen am 1. Juni 2023.
  3. Die Kraft eines Jets, das Gefühl einer Legende. Abgerufen am 19. Mai 2026.
  4. Sigi Angerer tot – Mateschitz trauert um guten Freund heute.at, 4. Oktober 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022.
  5. „Blue Skies!“ : Große Trauer um Mateschitz-Vertrauten Sigi Angerer krone.at, 4. Oktober 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022.
  6. Sigi Angerer, Parte bestattung-hemetsberger.at, 8. Oktober 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022.
  7. Piloten. Abgerufen am 18. Mai 2026.
  8. Eintrag zum Unfall der Bede BD-5J N53EJ Baumkirchen, Österreich in der Aviation Safety Net Wikibase (englisch), abgerufen am 29. Januar 2023.
  9. Toter nach Flugzeugabsturz in Baumkirchen. tirol.orf.at, 2. Mai 2013.
  10. Eintrag zum Unfall North American T-28B Trojan OE-ESA Jickovice, Tschechien in der Aviation Safety Net Wikibase (englisch), abgerufen am 29. Januar 2023.
  11. Salzburger Flugzeug in Böhmen abgestürzt – ein Toter. salzburg.orf.at, 21. Juni 2021.