Femscript.ch
Die Vereinigung Netzwerk schreibender Frauen, später: femscript.ch, wurde am 24. Februar 1990 in Nidau gegründet. Ihr Ziel ist es, den Austausch unter Autorinnen zu fördern sowie ihren Büchern und Veranstaltungen eine Plattform zu bieten.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gründungsveranstaltung der Vereinigung schreibender Frauen ging ursprünglich auf die Solothurner Literaturtage von 1987 zurück, wo eine Gruppenlesung von Margrit Schriber, Sibylle Severus, Esther Spinner, Adelheid Duvanel und Franziska Greising sehr abschätzig aufgenommen wurde.[2][3]
Ihr Ziel war es, mit der Vereinigung sprachschaffender Frauen aus den Sparten Literatur, Medien (Radio, TV, Presse), Film, Theater, Verlag und Buchhandel eine Struktur zu schaffen, mit welcher der Austausch zwischen den schreibenden Frauen verschiedener Bereiche gefördert werden kann.»[4][5] Den ersten Vorstand bildeten Ursula Eggli, Lise Gyger, Esther Spinner, Claudia Storz, Hedi Wyss und Ursula Zangger. Seit 1991 führt die Vereinigung ein Sekretariat. Ab Januar 1991 war dort interimistisch Kristin T. Schnider tätig. Ermöglicht wurde die Stelle anfänglich durch ein Darlehen von Esther Spinner.[6]
Von 1995 bis 2010 wurde der Verein vom Bundesamt für Kultur subventioniert. Die Subventionen wurden gestrichen, weil das Netzwerk die Bedingung der Viersprachigkeit nicht mehr erfülle und das Netzwerk gemäss Bundesamt für Kultur nicht als professionelle Organisation bezeichnet werden könne.[7] Seither finanziert sich die Vereinigung selbst. Ende der 1990er-Jahre hatte das Netzwerk rund 250 Mitglieder, v. a. aus den Berufssparten Journalismus und Literatur, aber auch Theater, Film, TV, Radio, Wissenschaft, Übersetzung und Verlagswesen.[8] Seit 2001 führt die Vereinigung eine eigene Website, 2002 bekam das Netzwerk seinen neuen Namen: femscript.ch.
Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben Netzwerk-Literaturtreffen initiierte das Netzwerk zusammen mit FiT Frauen im Theater das DamenDramen-Labor, welches erstmals 1997 in Baden stattfand.[9] Am 14. November 1992 organisierte man im Zürcher Frauenzentrum die Netzwerktagung Frauen – Texte – Sprache.[10] Im selben Jahr startete das Netzwerk auch die erste Schreibwerkstatt für Frauen, die mehrmals stattfand.[11] Inzwischen dienen sogenannte Schreibtische den Mitgliedern des Netzwerks zum regionalen Austausch. Der erste Schreibtisch fand am 21. Dezember 1995 in Zürich statt und steht unter der Leitung von Brigitta Klaas Meilier. Darüber hinaus gibt es den Schreibtisch Bern seit 13. Mai 1996, den Schreibtisch Basel seit 1. Februar 2005, Leitung: Ainca Kria, und den Schreibtisch Rose Zürich, seit 2012, mit Pia Troxler als Leitung. Weitere Orte sind St. Gallen, 2013–2019, Leitung: Gabriela Helbling, sowie Winterthur seit 2014, Leitung: Renée Menke, und Oberaargau seit 2016, unter der Leitung von Beatrice Ammann.
Mitglieder der Vereinigung nehmen mit eigenen Plattformen am jährlichen Literaturfestival Zürich liest und an den Solothurner Literaturtagen teil.[12]
Publikationen
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Von 1990 bis im Mai 2010 erschienen insgesamt 77 Nummern des vereinsinternen Bulletin. Sämtliche Bände des Bulletin finden sich im Schweizerischen Sozialarchiv in Zürich.[13] Von 2012 bis 2013 erschienen die Mitteilungen der Vereinigung im Rahmen der Zeitschrift FRAUENleben. Seit 2014 erscheint wieder eine eigene Zeitschrift namens femSCRIPT zweimal jährlich; im Frühjahr zu den Solothurner Literaturtagen, im Herbst zur LesBar im Rahmen von Zürich liest.
1991 erschien Uebung macht die Meisterin: Richtlinien für einen nicht-sexistischen Sprachgebrauch von Susanna Häberlin, Rachel Schmid und Eva Lia Wyss. Die Arbeitsgruppe Richtlinien des Netzwerks entstand bereits 1987 an der Universität Zürich, als Luise F. Pusch ein Seminar dort hielt. Die 1988 herausgegebene Broschüre war schnell vergriffen, wurde überarbeitet, erweitert und 1991 in einer Auflage von 1000 Stück vom Netzwerk herausgegeben. 1992 erschien das Buch als Neuauflage beim Verlag Frauenoffensive München. 2000 wurde Herzschrittmacherin – Jubiläumsanthologie Netzwerk schreibender Frauen in Bern beim Zytglogge Verlag publiziert. 2010 kam Kopf Hand Werk: femscript lässt schreiben: Anthologie in 40 Beiträgen heraus beim Verlag Edition 8 in Zürich und 2020 beim selben Verlag wörterknistern. Anthologie. Ebenfalls 2020 erschien 30 Jahre femscript.ch, Netzwerk schreibender Frauen: Bibliografie 1990-2020 und Portraits von 30 Autorinnen beim eFeF-Verlag in Wettingen.
Mitglieder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Frühere und heutige Mitglieder (Auswahl in alphabetischer Reihenfolge):
- Maja Beutler
- Margrit Baur
- Irena Brežná
- Monica Cantieni
- Mitra Devi
- Radka Donnell
- Ursula Eggli
- Ingrid Fichtner
- Franziska Greising
- Andrea Gerster
- Elfriede Huber-Abrahamowicz
- Blanca Imboden
- Hanna Johansen
- Ingeborg Kaiser
- Brigitta Klaas Meilier
- Ruth Loosli
- Ana Lang
- Alexandra Lavizzari
- Romie Lie
- Mariella Mehr
- Michèle Minelli
- Milena Moser
- Erica Pedretti
- Dragica Rajčić
- Ilma Rakusa
- Isolde Schaad
- Brigitte Schär
- Dagmar Schifferli
- Wanda Schmid
- Kristin T. Schnider
- Esther Spinner
- Jolanda Spirig
- Verena Stefan
- Claudia Storz
- Barbara Traber
- Elisabeth Wandeler-Deck
- Laure Wyss
- Verena Wyss
- Eva Zeltner
- Katharina Zimmermann
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website femscript.ch, abgerufen am 24. April 2026
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ zitiert aus dem Einstieg auf ihrer Website femscript.ch, abgerufen am 31. Mai 2026
- ↑ Geistige Nahrung zum Nulltarif, Neue Zürcher Zeitung (NZZ), Ausgabe vom 2. Juni 1987, S. 27f.
- ↑ Esther Spinner: Mit Hund und Wort. Ein Memoir der edition 8, Zürich 2024, S. 68ff.
- ↑ NZZ, Ausgabe vom 29. Oktober 1990, S. 21
- ↑ Bieler Tagblatt, Ausgabe vom 30. Oktober 1990, S. 12
- ↑ Bulletin No 2, Dezember 1990, S. 1
- ↑ «Professionalität gemäss BAK: Die Hälfte aller Mitglieder der Organisation soll entweder zu 50% vom Schreiben leben oder wenigstens 50% der Arbeitszeit der kulturellen Tätigkeit widmen.» Bulletin Nr. 31, Okt/Nov. 1998, S. 2
- ↑ Bulletin Nr. 26, August 1997
- ↑ NZZ, 20. August 1997, S. 46
- ↑ Bericht zur Tagung in: Bulletin, No. 7, November 1992
- ↑ Der Bund, Ausgabe vom 7. Oktober 1993, S. 31
- ↑ Thurgauer Zeitung, 3. Juni 2000, S: 13
- ↑ Website des Schweizerischen Sozialarchivs in Zürich, Signatur D 4599, 3 Bände