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Femonationalismus

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Femonationalismus, manchmal auch Feminationalismus genannt, ist die Verbindung zwischen einer nationalistischen Ideologie und feministischen Ideen, welche von fremdenfeindlichen Motiven, insbesondere im Zusammenhang mit Islamfeindlichkeit, getrieben ist.[1][2][3][4] Femonationalismus ist die Abkürzung für „feministischer und femokratischer Nationalismus“.[2]

Der Begriff wurde ursprünglich von der Forscherin Sara R. Farris vorgeschlagen.[5] Farris schrieb erstmals 2012 in ihrem Artikel „Femonationalism and the ‚Regular‘ Army of Labor Called Migrant Women“ (Auf Deutsch „Femonationalismus und die ‚reguläre‘ Armee der Arbeitskraft namens Migrantinnen“) über Femonationalismus, dann erneut in ihrem Buch „In the Name of Women's Rights: The Rise of Femonationalism“ („Im Namen der Frauenrechte: Der Aufstieg des Femonationalismus“). Femonationalismus bezeichnet die Verwendung feministischer Ideen zur Rechtfertigung islamfeindlicher, aporophobischer, rassistischer und fremdenfeindlicher Positionen, wobei argumentiert wird, dass Einwanderer sexistisch seien und die westliche Gesellschaft vollkommen egalitär sei.[5][2] Der Begriff wurde nach den Anschlägen vom 11. September geprägt, als Stereotypen und Vorbehalte gegenüber arabischen/islamischen Menschen zunahmen, mit denen sich Regierungen befassen wollten.[6]

Die Hauptkritik an diesem Phänomen konzentriert sich auf die partielle und sektarischen Nutzung der feministischen Bewegung zur Förderung von Zielen, die auf sozialer Intoleranz beruhen, wobei der Sexismus und die mangelnde echte soziale Gleichberechtigung in der westlichen Gesellschaft insgesamt ignoriert werden.[2][7] Ein Beispiel hierfür wäre die politische Unterstützung antimuslimischer Politik durch Feministinnen.[8] Außerdem kritisiert Sara Farris, dass Gelder aus staatlichen Programmen zur Bekämpfung der Geschlechterungleichheit abgezogen und für Programme für Frauen aus Minderheitengruppen verwendet werden, welche diese dazu veranlassen, in Bereichen der sozialen Reproduktion, wie Reinigung und Kinderbetreuung, zu arbeiten.[8] Berufe der sozialen Reproduktion wie diese waren ein Streitpunkt in der zweiten Welle des Feminismus in den USA.[8] Farris stellt außerdem fest, dass feministische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dazu beitragen, den Islam als frauenfeindlich darzustellen.[8]

  • Stefanie Mayer, Iztok Šori, Birgit Sauer, Edma Ajanović: Mann, Frau, Volk. Familienidylle, Heteronormativität und Femonationalismus im europäischen rechten Populismus. In: Feministische Studien. Band 36, 2018, Heft 2, S. 269–285.
  • Sara R. Farris: Femonationalismus. Konvergenzen und ideologische Formationen im Namen der Frauenrechte. In: Elke Gaugele, Sarah Held: Rechte Angriffe - toxische Effekte. Umformierungen extrem Rechter in Mode, Feminismus und Popkultur. transcript, 2021, ISBN 978-3-8376-5260-4, S. 107–128.
  • Julia Roth: Gender als Affektbrücke und Arena. Rechtspopulistische Muster der Vergeschlechtlichung. In: Evelyn Annuß, Ralf von Appen, Sarah Chaker, Silke Felber, Andrea Glauser, Therese Kaufmann, Susanne Lettow: Populismus kritisieren. Kunst – Politik – Geschlecht. mdw Press, 2024, ISBN 978-3-8376-7430-9, S. 134–157.

Einzelnachweise

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  1. Sara R. Farris: Femonationalism and the "Regular" Army of Labor Called Migrant Women. In: History of the Present. 2. Jahrgang, Nr. 2, 2012, ISSN 2159-9785, S. 184–199, doi:10.5406/historypresent.2.2.0184 (englisch).
  2. 1 2 3 4 Sara R. Farris: In the name of women's rights the rise of femonationalism. Duke University Press, Durham 2017, ISBN 978-0-8223-6960-8 (englisch).
  3. The Disturbing Rise of ‘Femonationalism’ (Memento des Originals vom 11. Mai 2019 im Internet Archive) In: The Nation, 7. Mai 2019. Abgerufen am 4. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch). 
  4. Laurie Penny: After Cologne, we can’t let the bigots steal feminism. In: New Statesman. 10. Januar 2016, abgerufen am 4. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
  5. 1 2 Sara R. Farris: Femonationalism and the "Regular" Army of Labor Called Migrant Women. In: History of the Present. 2. Jahrgang, Nr. 2, 2012, ISSN 2159-9785, S. 184–199, doi:10.5406/historypresent.2.2.0184 (englisch).
  6. Dina Bader: From the War on Terror to the Moral Crusade Against Female Genital Mutilation: Anti-Muslim Racism and Femonationalism in the United States. In: Violence Against Women. 29. Jahrgang, Nr. 10, 1. August 2023, ISSN 1077-8012, S. 1911–1936, doi:10.1177/10778012231168626 (englisch).
  7. Laurie Penny: After Cologne, we can’t let the bigots steal feminism. In: New Statesman. 10. Januar 2016, abgerufen am 4. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
  8. 1 2 3 4 London: Femonationalism. Hrsg.: via Vimeo. 27. Juni 2017 (englisch, vimeo.com [abgerufen am 3. Dezember 2025]).