Federseemuseum: Als die Pfahlbauten Welterbe wurdenZugang zum Museum mit Nachbildung historischer Feuerböcke, die das Logo des Museums bilden
1919 wurde das Federseemuseum vom Verein für Altertumskunde und Heimatpflege gegründet. Zunächst war es im Schloss untergebracht. Durch die starken Aktivitäten des ebenfalls in dieser Zeit neu gegründeten Seminars für Urgeschichte der Universität Tübingen in der Region wuchs die Sammlung des Museums erheblich. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg ausgelagert und anschließend provisorisch im Reichsstift Buchau gezeigt. 1968 konnte der Neubau bezogen werden. In den 1980er Jahren wurde es zu einem Zweigmuseum des Württembergischen Landesmuseums in Stuttgart, 2003 ging es in die Zuständigkeit des |Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg in Konstanz über.[1]
1998 bis 2000 wurde das Freigelände eingerichtet.[2]
2013/2014 fand eine umfangreiche Sanierung des Museumsgebäudes statt, der sich 2016 die große Landesausstellung „4000 Jahre Pfahlbauten“ anschloss. Teile dieser Sonderausstellung wurden anschließend in die Dauerausstellung übernommen.[4]
Die Dauerausstellung umfasst eine Fläche von knapp 500m³.[5] Zu deren herausragenden Exponaten gehört ein hölzernes Wagenrad aus dem Jahr 2897v.Chr. Es hat einen Durchmesser von 56cm, besteht aus Ahornholz und gehört „zu den wenigen erhaltenen, weltweit ältesten Radfunden“.[6]
Das archäologische Freigelände zeigt Rekonstruktionen von 12 prähistorischen Häusern und Hütten. Sie entstanden zwischen 1998 und 2000 aufgrund archäologischer Befunde aus Moorsiedlungen und Pfahlbauten des Federseegebietes. Hierzu wurden die originalen Materialien (Holz, Lehm, Schilf und Stroh) und historische Bautechniken verwendet.[7]
Der archäologische Moor-Lehrpfad[8] führt über elf Stationen zu den Moorsiedlungen im südlichen Ried. Die Stationen werden auf Informationstafeln vorgestellt, die Auskunft über Gebäude, Palisaden, und Wissenswertes zum Naturschutzgebiet Federsee sowie dessen Veränderungen in Flora und Fauna seit der Bronzezeit.
Das Museum bietet zudem museumspädagogische Angebote (z.B. Projekte für Schulklassen, Kinderwerkstätten, ArchäoTheater und Fahrten mit Einbaum auf dem Museumsteich) und zeigt Sonderausstellungen. Zwischen 2004 und 2015 waren es 15, denen 2016 die große Landesausstellung „4000 Jahre Pfahlbauten“ folgte.[9]
Ralf Baumeister: Federseemuseum Bad Buchau. Pfahlbauten in Oberschwaben. In: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. 30 Jahre. Konstanz 2021. ISBN 978-3-00-072320-9, S. 98–103.
Ralf Baumeister: Von der Eis- zur Eisenzeit. Archäologie am oberschwäbischen Federsee. Führer zur Ausstellung. Federseemuseum, Bad Buchau 2018, ISBN 978-3-00-059932-3 (2. Aufl. 2021).
Erwin Keefer: Rentierjäger und Pfahlbauern – 14000 Jahre Leben am Federsee. Theiss-Verlag, Stuttgart 1996. ISBN 3-8062-1242-2
Adolf Rieth: Führer durch das Federseemuseum. Zweigstelle der Staatlichen Museen Stuttgart. Selbstverlag. Altertumsverein Bad Buchau (Hg.). Bad Buchau 1969.
Susanne Wiermann: Archäologie ist spannend. Unendliche (Ur-)Geschichten vom Federsee. Federseemuseum Bas Buchau, Verein für Altertumskunde und Heimatpflege e. V. (Hg.). Bad Buchau 2004.
Urgeschichte erleben. Führer zum Federseemuseum mit archäologischem Freigelände und Moorlehrpfad. Stadt Bad Buchau (Hg.). Bad Buchau 2002. Ohne ISBN