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Fate Marable

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Fate Marable (* 2. Dezember 1890 in Paducah, Kentucky; † 16. Januar 1947 in St. Louis, Missouri) war ein amerikanischer Bigband-Leader und Pianist, der vor allem auf Mississippi-Dampfern spielte und dort ein wichtiger Lehrmeister für viele Musiker des Oldtime-Jazz war.

Marable lernte Piano von seiner Mutter und begann schon früh (ab 1907) auf den Schaufelrad-Dampfern des Mississippi zu spielen, wo er von 1917 bis 1940 eine Band leitete (Kentucky Jazz Band als Kopie der Original Dixieland Jazz Band, danach Fate Marable Orchestra, dem auch Boyd Atkins angehörte). Meist spielte er auf den Dampfern der Strekfus-Linie, wo er sich zeitweise mit der „Sam Morgan's Jazz Band“ ablöste. Die Dampfer fuhren von Mai bis November zwischen New Orleans und St. Paul in Minnesota – teilweise nur für „weißes“ Publikum, teilweise an manchen Tagen gemischt. Meist spielten kleinere Bands am Tag und zwei Big Bands nachts. Sie spielten nicht nur Jazz, sondern auch viel Tanzmusik. In den 1930er Jahren hatte Marable zeitweise Charlie Creath als Ko-Leader. Marable spielte auf den Schiffen an der Dampforgel (Calliope), deren Tasten teilweise so heiß wurden, dass er Handschuhe tragen musste und einen Regenmantel samt Mütze gegen den kondensierenden Wasserdampf. Eine schlecht verheilte Fingerwunde zwang Marable 1940 zu einer längeren Spielpause. Danach spielte er in Clubs in St. Louis, wo er 1947 an einer Lungenentzündung starb.

Da Marable Wert auf Disziplin und Notenlese-Fähigkeiten legte, bot er auf den Flussdampfern nicht nur eine gute Saison-Beschäftigung, sondern war auch ein wichtiger Lehrmeister für viele Musiker des frühen Jazz, die sich teilweise eine systematische Ausbildung ansonsten nicht leisten konnten. Zutty Singleton umschrieb ein Engagement junger Musiker bei Marable mit den Worten: „Jetzt kommst du aufs Konservatorium“. Seine Musiker rekrutierte Marable meist in New Orleans, unter anderen waren Louis Armstrong, Johnny Dodds, Baby Dodds, King Oliver, Zutty Singleton, Johnny St. Cyr, Pops Foster, Jimmy Blanton, Tommy Ladnier, Red Allen, Gene Sedric, Earl Bostic zeitweise Mitglieder seiner Band.

Marables einzige Aufnahmen sind mit den Fate Marables Society Syncopators von 1924 bei Okeh in New Orleans – nur 2 Stücke: Frankie and Johnny und Pianoflage. Sie vermitteln nur einen dürftigen Eindruck vom Spiel seiner Bands.

  • William Kenney Jazz on the River. University of Chicago Press 2005.
  • James Collier Louis Armstrong. diogenes, S. 102.
  • Wilma Dobie: Remembering Fate Marable. Storyville 38 (December 1971)[1]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Wilma Dobie: Remembering Fate Marable. In: Storyville 38. nationaljazzarchive.org.uk, abgerufen am 16. Januar 2022 (englisch).