Faramondo
| Werkdaten | |
|---|---|
| Originaltitel: | Faramondo |
Titelblatt des Librettos, London 1737 | |
| Form: | Opera seria |
| Originalsprache: | Italienisch |
| Musik: | Georg Friedrich Händel |
| Libretto: | unbekannt |
| Literarische Vorlage: | Apostolo Zeno, Faramondo (Venedig, 1698) |
| Uraufführung: | 3. Januar 1738 |
| Ort der Uraufführung: | King’s Theatre, London |
| Spieldauer: | 2 ¾ Stunden |
| Ort und Zeit der Handlung: | Im Reich der Kimbern, um 420 |
| Personen | |
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Faramondo (HWV 39) ist eine Oper (Dramma per musica) in drei Akten von Georg Friedrich Händel. Das Libretto ist eine stark überarbeitete und gekürzte Version von Apostolo Zenos gleichnamigem Werk (Venedig, 1698). Die Oper wurde am 3. Januar 1738 im King’s Theatre am Haymarket uraufgeführt.
Entstehung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Faramondo war Händels erste Oper nach dem Scheitern der dritten Opernakademie (und auch der konkurrierenden Adelsoper) im Jahre 1737, die bei dem Komponisten eine schwere gesundheitliche Krise ausgelöst hatte.[1] Wenige Wochen nach seiner Rückkehr von einer Erholungskur, die er in Aachen verbracht hatte, einigte sich Händel mit dem Impresario John James Heidegger über die Komposition und Aufführung zweier neuer Opern und eines Pasticcios für die nächste Spielzeit am Haymarket Theatre. Für den Komponisten war es sicher ein Anreiz, dass es Heidegger gelungen war, dafür den berühmten jungen Kastraten Caffarelli aus Italien zu engagieren.[2]

Händel begann mit der Komposition des Faramondo am 15. November 1737, musste die Arbeit allerdings wegen des Todes der Königin Caroline am 20. November unterbrechen, um für die Trauerfeierlichkeiten das berühmte Funeral Anthem The Ways of Zion do Mourn (HWV 264) zu schreiben.[2] Es wurde am 17. Dezember aufgeführt.[3]
Während das Theater wegen Staatstrauer sechs Wochen geschlossen blieb, arbeitete Händel weiter an seiner neuen Oper. In der Partitur liest man die Vermerke: „Fine dell Atto 1. Montag den 28 Novembr 1737“ – „Fine dell’ Atto 2do | Den 4 Decembr 1737. | Sontags Abends üm 10 Uhr.“ Am Heiligen Abend 1737, eine Woche nach dem Begräbnis der Königin, beendete er Faramondo: „Fine dell’ Opera | G.F. Handel. London Decembr 24. 1737.“
Darauf, dass Händel weiterhin in ärztlicher Behandlung war, scheint ein weiterer Vermerk unter der Arie Vanne, che piú ti miro (Nr. 6) zu deuten: „Mr Duval, Arzt in der Poland Street.“.[4][5]
Nach der Probe am 3. Januar, kurz vor der Premiere, schrieb der junge Lord Wentworth (noch keine sechzehn Jahre alt) in froher Erwartung an seinen Vater:
“To be sure it will [be] vastly full since there has not been one so long a time & a new person to sing into the ba[rgain]”
„Mit Sicherheit wird es ungemein voll, da es so lange keine (Oper) gegeben hat, und dazu mit einer neuen Person, die singt…“
Mit der „new person“ war wahrscheinlich Caffarelli gemeint und nicht – wie Hogwood vermutete – die Sopranistin Élisabeth Duparc, genannt „La Francesina“,[4] die bereits seit 1736 zum Ensemble der Opera of Nobility gehört hatte und eine von Händels Lieblingssängerinnen wurde.[7]
Uraufführung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Premiere von Faramondo fand direkt nach Ende der Staatstrauer, am 3. Januar 1738, statt, mit der folgenden Besetzung:
- Faramondo – Gaetano Majorano, genannt „Caffarelli“ (Soprankastrat)
- Clotilde – Élisabeth Duparc, genannt „La Francesina“ (Sopran)
- Gustavo – Antonio Montagnana (Bass)
- Rosimonda – Maria Antonia Marchesini, genannt „La Lucchesina“ (Alt)
- Adolfo – Margherita Chimenti, genannt „La Droghierina“ (Sopran)
- Gernando – Antonia Margherita Merighi (Alt)
- Teobaldo – Antonio Lottini (Bass)
- Childerico – William Savage (Knabensopran)
Die Presse berichtete:
“Last Night the new Opera of Faramondo was perform’d at the King’s Theatre to a splendid Audience, and met with general Applause. It being the first Time of Mr Handel’s Appearance this Season, he was honour’d with extraordinary and repeated Signs of Approbation.”
„Gestern Abend wurde die neue Oper Faramondo im King’s Theatre vor einem großartigen Publikum mit großem Applaus aufgeführt. Da Händel zum ersten Mal in dieser Spielzeit in der Öffentlichkeit erschien, ehrte man ihn durch außerordentlichen und wiederholten Beifall.“
Der Truppe gehörte auch der Knabe William Savage an, für den Händel schon Sopran-Rollen in Alcina (Oberto) und Giustino (Fortuna) geschrieben hatte. Seine Partie ist im Diskantschlüssel notiert, außer im Schlusschor, wo er die Tenorstimme zu singen hatte.
Händels Faramondo konnte jedoch nicht mit dem Erfolg einer lustigen Opernburleske namens The Dragon of Wantley von John Frederick Lampe und Henry Carey konkurrieren, die zu der Zeit gerade Furore im Covent Garden Theatre machte,[8] und brachte es nur auf sieben Aufführungen im Januar und eine Wiederaufnahme am 16. Mai, für die Händel möglicherweise die Partien des Teobaldo und Childerico strich.[9] Lord Wentworth berichtete seinem Vater:
“The poor operas I doubt go on but badly, for tho’ every body praises both Cafferielli and the opera yet it has never been full, and if it is not now at first it will be very empty towards the latter end of the winter […]”
„Ich fürchte, mit der armen Oper läuft es schlecht, denn obwohl jedermann Caffarelli und die Oper lobt, war sie noch nie ausverkauft, und wenn das nicht wenigstens jetzt gleich eintritt, so wird sie gegen Ende des Winters vor fast leeren Rängen gespielt werden […]“
Nach Meinung von Charles Burney warf dieser Misserfolg jedoch
“[…] more disgrace on the public than composer.”
„[…] ein schlechteres Licht auf das Publikum […] als auf den Komponisten.“
Aufführungsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weder Händel selbst noch seine ihm treuen Spielstätten in Deutschland, Hamburg und Braunschweig, haben Faramondo später wieder auf die Bühne gebracht. In der Neuzeit musste das Werk vergleichsweise lange auf seine Wiederentdeckung warten. Erst am 5. März 1976 wurde es bei den Händel-Festspielen in Halle in einer deutschen Textfassung von Waltraut Lewin und unter der musikalischen Leitung von Thomas Sanderling aufgeführt, aber danach weiterhin selten gespielt.
Eine erste Wiederaufführung der Oper in Originalsprache und in historischer Aufführungspraxis dürfte im Zusammenhang mit der CD-Aufnahme von 1996 mit dem US-amerikanischen Brewer Chamber Orchestra unter der Leitung von Rudolph Palmer und mit D’Anna Fortunato, Julianne Baird und Jennifer Lane in den Hauptrollen stattgefunden haben.[12] In konzertanter Form wurde Faramondo außerdem am 1. Oktober 2008, im Rahmen des Festivals Settimane Musicali di Ascona und einer weiteren CD-Produktion, im schweizerischen Ascona mit dem Orchester I Barocchisti unter der Leitung von Diego Fasolis dargeboten.
Libretto
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Händels Libretto basiert auf Apostolo Zenos Dramma per musica Faramondo, das am 27. Dezember 1698 mit Musik von Carlo Francesco Pollarolo in Venedig erstmals aufgeführt worden war.[13]
Zeno hatte auch in Faramondo den für die Oper des siebzehnten Jahrhunderts charakteristischen komischen und magischen Elementen abgeschworen und behandelt die Geschichte ernst, wie politische und militärische Geschichte, verwoben mit den üblichen Verwicklungen der Liebe und menschlichen Intrigen. Im Jahre 1719 vertonte Nicola Porpora das Libretto für Neapel, ein Jahr später dann Francesco Gasparini für das Teatro Alibert in Rom. Für Gasparinis Fassung hatte das Libretto eine starke Änderung erfahren. Händel verwendete nicht Zenos Original, sondern Gasparinis Version, was man auch an musikalischen Anregungen in Händels Partitur erkennen kann. Der Textverfasser für Händels Version der Oper hat eine zweite nennenswerte Veränderung des Ursprungslibrettos vorgenommen und dies auf etwa die Hälfte gekürzt. Allerdings ist sein Name bis heute nicht bekannt, wenn es nicht Händel selbst war. Wie üblich, wurden für London die Rezitative drastisch zusammengestrichen: waren es bei Zeno 1699 Zeilen, bei Gasparini 1240, so blieben in Händels Partitur 540 übrig: Was den üblichen Effekt hat, dass dramaturgische Zusammenhänge und Handlungsmotivationen der Protagonisten oft nicht mehr zu erkennen sind. Es fällt auf, dass es an diesem Umstand keine zeitgenössische Kritik gibt. Für die Uraufführung gab es ein von John Chrichley 1737 gedrucktes Textheft in italienischer und englischer Sprache.[13][14][15]
Handlung
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Historisch-literarischer Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Geschichte der Oper ist frei erfunden, daher lässt sich laut Dean weder Ort noch Zeit genau bestimmen, und auch „nicht wie üblich zwischen historischen Fakten und Fiktion“ unterscheiden.[16] Der Titelheld ist identisch mit dem sagenhaften König Faramund (frz. Pharamond), der im Liber Historiae Francorum (8. Jahrhundert) genannt wird und lange als erster König der Merowinger (und damit auch der Franzosen) galt (siehe auch: Falsche Merowinger).
Die Vorgeschichte der Opernhandlung wird ausführlich im Argomento des Librettos erzählt:
“ARGOMENTO
A Gustavo re de’ Boemmi e de’ Cimbri concesse il cielo tre figliuoli, Sveno, Adolfo e Rosimonda. Di questa invaghitosi Gernando re degli Svevi, fece per mezzo d’Ambasciatori richiederla al re suo padre per moglie, ma qualunque ne fosse il motivo o di politica, o di alterigia, ne riportò da Gustavo il rifiuto: del che oltremodo sdegnatosi, né potendo egli solo far la guerra ad un monarca, le cui forze erano di gran lunga maggiori delle sue, ricorse all’aiuto di Faramondo re della Franconia, principe suo confederato ed amico, da cui altre volte avea ricevuto la libertà, ed era stato rimesso nel regno. Faramondo, tuttoché fosse amico anche di Gustavo, al cui figlio Adolfo, che si tratteneva in sua corte, trattava allora di conceder in moglie la principessa Clotilde sua sorella, avendo nulladimeno maggior impegno di amicizia con lo Svevo, ruppe il trattato di nozze unissi co’ Gernando, e vinto in una campale battaglia l’esercito di Gustavo, entrò armato nella Cimbria, ponendola tutta a ferro e fuoco. Gustavo sprovveduto di forze per porre argine ad un esercito vittorioso, fu costretto portarsi nella Boemmia per raccogliervi una nuova armata, ed intanto i due re collegati entrando nel Paese nemico de’ Cimbri se ne impossessarono agevolmente, assediando nella sua metropoli Sveno e Rosimonda. Avendo ivi inteso, che Gustavo si appressava con nuove forze maggiori delle passate per far loro scioglier l’assedio, diedero un feroce generale assalto alla città, e riuscì a Faramondo il prenderla, e l’uccidervi di sua mano Sveno che n’era alla difesa. La morte di questo principe dà occasione a tutto lo ’ntreccio del dramma, poiché quindi ne nasce che con giuramento inviolabile presso alla superstizione del gentilesimo, Rosimonda giura la morte di Faramondo, e Gustavo promette in consorte la figlia, e in premio la Cimbria, a chi verrà a presentargli il capo tronco del re nemico...”
„VORREDE
Gustavo, dem König der Böhmen und Cimbern, bescherte der Himmel drei Kinder: Sveno, Adolfo und die Tochter Rosimonda. Von ihr war Gernando, König der Sueben, so bezaubert, daß er ihren Vater bat, sie ihm zur Frau zu geben. Mögen ihn nun Hochmut oder politische Gründe bewogen haben – Gustavo wies den Antrag ab. Gernando war darüber zutiefst beleidigt, sah sich aber außerstande, sich auf kriegerische Weise an einem König zu rächen, dessen Kräfte den seinen bei weitem überlegen waren. So holte er Faramondo, den König der Franken, zu Hilfe, der ihm schon einmal dazu verholfen hatte, Reich und persönliche Freiheit zurückzuerobern. Faramondo war zwar ein Freund Gustavos und hatte dessen Sohn Adolfo seiner Schwester Clotilde zur Frau versprochen. Er fühlte sich aber der Freundschaft der Sueben stärker verpflichtet. So brach er den Ehekontrakt, vereinigte sich mit Gernando und drang, nachdem er in offener Schlacht das Heer des Gustavo besiegt hatte, bewaffnet in Cimbrien ein, wo er alles dem Feuer und dem Schwert unterwarf. Gustavo, außerstande, das siegreiche Heer Faramondos aufzuhalten, zog sich nach Böhmen zurück und stellte dort neue Truppen auf. Währenddessen drangen die verbündeten Könige im Land der Cimbern vor und belagerten die Hauptstadt. Auf die Nachricht vom Herannahen Gustavos an der Spitze eines mächtigen Heeres unternahm Faramondo einen Generalangriff auf die Stadt, eroberte sie und tötete mit eigener Hand Sveno, der die Verteidiger anführte. Der Tod des Königssohns ist die Ursache für den ganzen Konflikt dieses Dramas: Rosimonda schwor Faramondo, dem Mörder ihres Bruders, den Tod; Gustavo verpflichtete sich durch einen Eid, seine Tochter als Preis demjenigen zur Frau zu geben, der ihm das Haupt des erschlagenen Feindes überreicht...“
Erster Akt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]An einem Altar in einem Zypressenhain schwört Gustavo, der König der Cimbern, ewige Rache gegen Faramondo, der in der Schlacht Gustavos Sohn Sveno tötete. Dabei verspricht Gustavo jedem, der ihm den Kopf Faramondos bringe, die Hand seiner Tochter Rosimonda und den Thron der Cimbern. Gustavos Sohn Adolfo und die Cimbern stimmen in den heiligen Racheschwur ein.
Gustavo verlangt, gegen Adolfos Bitten, auch den Tod von Faramondos Schwester Clotilde. Doch als diese als Gefangene von General Teobaldo vorgeführt wird, ist Gustavo von ihrem Anblick hingerissen und beschließt, sie zu verschonen.
Adolfo, der Clotilde liebt, verspricht ihr ihren Bruder Faramondo zu schützen, obwohl er seinem Vater zuvor das Gegenteil geschworen hatte.
Inzwischen ist Rosimonda, die Tochter Gustavos und Schwester Adolfos, ebenfalls in Gefangenschaft ihrer Feinde geraten. Im Königlichen Palast kommt es zu einer Konfrontation zwischen ihr und Faramondo. Obwohl die beiden sich gegenseitig voneinander angezogen fühlen, zeigt Rosimonda sich stolz und unversöhnlich und bezichtigt ihn des Mordes an ihrem Bruder Sveno. Faramondo bereut seine Tat und bietet ihr seinen eigenen Tod an. Doch sie lehnt ab.
Gernando, König der Schwaben, dankt Faramondo dafür, dass er nicht nur sein Leben und sein Reich rettete, sondern auch Rosimonda als seine Braut gewonnen hat. Faramondo gibt nun allerdings zu, dass er sich selbst in sie verliebt hat und dass sie nun Rivalen seien. Daraufhin beschließt Gernando Faramondos Tod und hofft, dadurch auch Rosimondas Liebe zu gewinnen.
Nachdem Faramondo Gustavos Palast erobert hat, vergibt er Gernando – der inzwischen offensichtlich tatsächlich versuchte, Faramondo umzubringen und von dessen Tod überzeugt war – und lässt Rosimonda frei. Um seinen Mord an ihrem Bruder zu sühnen, bietet er ihr nochmals seinen eigenen Tod an. Sie bleibt verwirrt und verzweifelt zurück.
Im Lager der Cimbern erklärt Gustavo Clotilde seine Liebe und droht ihr sogar, doch sie weist ihn zurück, da sie Adolfo liebe. Da kommt Teobaldo und berichtet, dass Faramondo allein und unbewaffnet vor der Stadtmauer erschienen sei. Gustavo gibt Befehl, ihn gefangen zu nehmen und frohlockt bei der Vorstellung von dessen Tod.
Die entsetzte Clotilde bittet Adolfo, ihren Bruder zu retten.
Als Gustavo sein Schwert gegen Faramondo erhebt, wird er zu beider Erstaunen von Adolfo daran gehindert. Da erscheinen Faramondos Soldaten und Gustavo ist umzingelt. Faramondo bietet Gustavo großzügig sein Reich und Rosimondas Freiheit an, doch dieser lehnt ab und verbannt Adolfo wegen seiner Treulosigkeit. Faramondo entlässt seine Soldaten und verbietet im Falle seines Todes jedes weitere Blutvergießen. Er plant, allein zu Rosimonda zu gehen.
Zweiter Akt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gernando kommt zu Gustavo und schlägt ihm vor, die alte Feindschaft zu begraben und sich stattdessen gemeinsam gegen Faramondo zu verbünden. Gustavo akzeptiert und bietet Gernando Rosimondas Hand als Belohnung für Faramondos Kopf an. Doch Rosimonda ist empört und erklärt Gernando ganz offen ihre Ablehnung.
Faramondo kehrt ins feindliche Lager zurück, um Rosimonda aufzusuchen, und hört mit, als diese Clotilde ihre gemischten Gefühle ihm gegenüber gesteht. Er tritt vor und bietet an, zu ihren Füßen zu sterben. Rosmonda ist hin- und hergerissen zwischen ihrer persönlichen Zuneigung zu ihm und ihrem „Familien-Schwur“. Sie lässt Faramondo durch Childerico gefangen nehmen und in ihren Gemächern bewachen. Clotilde verspricht, Gustavo um Gnade zu bitten.
Auch Adolfo bittet Gustavo um Gnade für Faramondo, der hingerichtet werden soll. Gustavo reagiert wütend und lässt Adolfo verhaften. Da kommt Clotilde und bittet Gustavo ebenfalls, das Leben ihres Bruders zu verschonen. Gustavo lehnt ab und teilt ihr außerdem mit, dass nun auch der von ihr geliebte Adolfo zum Tode verurteilt sei. Er versucht sie zu erpressen, indem er ihr anbietet, Adolfo freizulassen, wenn sie ihn (Gustavo) heirate – Clotilde lehnt empört ab.
Gernando wird von Childerico daran gehindert, in Rosimondas Gemächer einzudringen und Faramondo umzubringen. Rosimonda erscheint und bittet Childerico, Faramondo hereinzuführen und ihm sein Schwert zurückzugeben. Da er nicht im Kampf gefangen genommen wurde, sondern sich freiwillig aus Liebe zu ihr in Gefahr begeben habe, lässt sie ihn frei und macht ihm Hoffnung, dass sie seine Liebe erwidere.
Dritter Akt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gustavo ist enttäuscht, dass all seine Pläne durch seine Kinder und durch die von ihm geliebte Clotilde durchkreuzt wurden, und verurteilt Adolfo und Clotilde. Die beiden sehen glücklich dem gemeinsamen Tod entgegen und besingen ihre Liebe.
Gernando plant Rosimonda zu entführen und Gustavo gefangen zu nehmen, wird dabei jedoch von Faramondo belauscht.
Faramondo ist einverstanden, als Gefangener zu Gustavos Lager zurückzukehren, hat jedoch eigene Pläne und fordert seine Soldaten auf, ihn zu begleiten. Innerlich ist er hin- und hergerissen zwischen seiner Liebe zu Rosimonda und seiner Wut über ihren Vater Gustavo.
Nun überschlagen sich die Ereignisse: Teobaldo berichtet Gustavo, dass Faramondo auf dem Wege sei, als Adolfo unerwartet aus der Gefangenschaft zurückkehrt mit der Nachricht, dass Gernando Rosimonda gefangen genommen habe. Gustavo sendet Adolfo und seine Soldaten, um seine Tochter zu retten. Da dringen schwäbische Truppen ein und der verräterische Teobaldo nimmt seinen eigenen König gefangen; er will ihm gerade das Schwert abnehmen, als ein Ritter in voller Rüstung und mit heruntergeklapptem Visier eintritt, gefolgt von Adolfo und Gustavos Truppen. Nun wird seinerseits Teobaldo gefangen genommen und der Ritter gibt Gustavo sein Schwert zurück. Auch Rosimonda erscheint. Der dankbare Gustavo umarmt seinen unbekannten Retter, fällt jedoch aus allen Wolken, als sich herausstellt, dass es sich ausgerechnet um seinen Feind Faramondo handelt. Als dieser sich sogar bereit erklärt als Sühneopfer für den Mord an Sveno zu sterben, ist Gustavos Hass endgültig verflogen, aber er fühlt sich an seinen Schwur gebunden: Faramondo muss sterben. Rosimonda gesteht Faramondo ihre Liebe und bietet an, mit ihm zu sterben.
Faramondo bittet Gustavo, die Hochzeit von Adolfo und Clotilde zu segnen, und bittet Gernando (der inzwischen hereingeführt wurde) um Vergebung dafür, dass er ihn durch seine Liebe zu Rosimonda beleidigt hat. Während Faramondo zur Hinrichtung geführt wird, bleiben Adolfo und Clotilde zurück und haben noch nicht alle Hoffnung aufgegeben.
In einem Amphitheater im Lager der Cimbern ruft Gustavo die Göttin der Rache an, um die Hinrichtung durchzuführen zu können. Im selben Moment, als er sein Schwert erhebt, um Faramondo zu enthaupten, trifft ein Brief des sterbenden Teobaldo ein, in dem dieser erklärt, dass der verstorbene Sveno gar nicht Gustavos, sondern Teobaldos Sohn war, während in Wahrheit Childerico Gustavos Sohn ist; Teobaldo hatte die beiden Kinder einst vertauscht.
Durch diese unerwartete Wendung ist Faramondo nun nicht mehr an einem Verbrechen gegen Gustavos Familie schuldig. Rosimonda trifft in der Überzeugung ein, Faramondo sei bereits tot und bittet um ihren eigenen Tod, wird jedoch zu ihrer freudigen Überraschung von Gustavo zu Faramondo geleitet. Am Ende besingen alle glücklich den Sieg von Tugend und Liebe.
Musik
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Faramondo beginnt, wie fast alle Händel-Opern, mit einer Ouvertüre in französischem Stil in E-Dur, welche in der Literatur einige Male, z. B. von Hugo Leichtentritt und Paul Henry Lang, als „außerordentlich schön“ beurteilt wurde.[18] Auch Charles Burney lobte sie überschwänglich:
“The overture to Faramond is one of the most pleasing of all Handel’s opera overtures. […] Nothing can be more grand than the opening, or more free and spirited than the fugue; and as to the air, it speaks intelligibly to all ears.”
„Die Ouvertüre zu Faramondo ist eine der schönsten aller Händelschen Opernouvertüren.[…] Eine großartigere Eröffnung ist kaum vorstellbar, oder etwas freizügigeres, temperamentvolleres als diese Fuge; und um von der Air zu reden: sie spricht sehr eingängig in alle Ohren.“
Ungewöhnlich ist an dieser Ouverture, dass der erste Teil, mit den typisch französischen Punktierungen, durch eine ganz andersartige introvertierte Episode unterbrochen wird, die aus pochenden (und ganz italienisch wirkenden) Streicherteppichen besteht.[20]
Während das Libretto zu Faramondo häufig kritisiert wurde, gilt Händels musikalische Umsetzung als sehr gelungen.[21][22] So glaubte beispielsweise Scheibler, die Oper sei wegen des stark zusammengestrichenen Librettos – also wegen der stark gekürzten Rezitative – und daraus resultierenden Inkongruenzen der Handlung „selbst mit dramaturgischem Geschick“ nur schwer auf die Bühne zu bringen, die Musik dagegen sei „abwechslungsreich und teilweise sehr fesselnd sowie in dem neuen Stil leicht, eingängig und lebendig“; „melodisch und klangbildlich betrachtet“ gebe es „eine Reihe schönster Arien und Duette“. Seiner Meinung, dass wegen des Librettos, auch musikalisch „eine tiefer gehende Schilderung und Ausmalung der Charaktere nicht möglich“ gewesen sei,[18] darf allerdings widersprochen werden.
Händel nimmt bereits durch die Wahl der Stimmlagen eine deutliche Charakterisierung der beiden Liebespaare vor: Es gibt das hellere, von zwei Sopranen gesungene Paar Clotilde-Adolfo und das dunklere Paar Faramondo (Mezzosopran)-Rosimonda (Alt). Dem entspricht auch die musikalische Gestaltung, das hellere Paar Clotilde-Adolfo, die sich von vornherein ihrer gegenseitigen Liebe sicher sein können, hat tendenziell eher grazile, hoffnungsfrohe Arien zu singen, während das dunklere Paar Faramondo-Rosimonda, die mit wesentlich mehr inneren und äußeren Problemen zu kämpfen haben, tendenziell durch dramatischere und teilweise melancholische Musik charakterisiert sind, in denen das Timbre der dunkleren Stimmen geschickt ausgenutzt wird. Für das letztere können beispielhaft die Arien der Rosimonda stehen, wie das erste, dramatische Vanne, che piú ti miro, piú cresce il mio dolor (Akt I, Nr. 6) oder ihre letzte, sehr berührende Arie Sappi, crudel, io t’amo, e per tua pena ancor! (Akt III, Nr. 28), wo die Violinen eine Oktave höher als die Alt-Stimme geführt werden (ähnlich wie in Ruggieros „Verdi prati“ in Alcina).
Die ursprünglich für die Francesina komponierte Partie der Clotilde ist wohl als prima donna anzusehen, auch wenn sie mit dem secondo uomo Adolfo ein Paar bildet.[23] Clotilde hat vor allem anmutige Gesänge, die eine große Beweglichkeit der Stimme einschließlich Trillerfähigkeit fordern, ohne jemals oberflächlich zu wirken. Besondere Glanznummern dieser Partie sind im ersten Akt Mi parto lieta sulla tua fede (Nr. 12) und Clotildes letzte Arie Un’aura placida e lusinghiera (Nr. 29), mit ebenso eleganten wie virtuosen Koloraturen im Triolenbewegung. Aus Clotildes sonst üblicher femininer Eleganz heraus fällt das deutlich dramatische Combattuta da due venti in Akt II (Nr. 18), wo die martialische Begleitung etwas an Vivaldi erinnert; Dean bezeichnete die Arie als „a spectacular showpiece“.[24]
Das vielleicht bekannteste Stück der Oper ist das Liebesduett für Clotilde und Adolfo im zweiten Akt: Caro/Cara, tu mi accendi nel mio core (Nr. 24), in ausgedehnter Da capo-Form.[25]
Auch Adolfo und die Nebenrollen Gustavo und Gernando wurden von Händel (wie so häufig) mit interessanten Arien ausgestattet, die in diesem Zusammenhang nicht alle genannt werden können.
Insgesamt fällt auf, dass die für Caffarelli komponierte Titelpartie – ganz wie es sich für einen primo uomo gehörte – besonders abwechslungsreich und auch mit besonderer Sorgfalt komponiert ist, und dabei vor allem das weite Ausdrucksspekrum des Sängers auslotet.[26] Beispiele dafür sind das melancholische Poi che pria di morire im zweiten Akt (Nr. 17), oder Faramondos leidenschaftliche Arie Voglio che sia l’indegno im dritten Akt (Nr. 26) – ein feuriges und einfallsreiches Stück, das offensichtlich für eine große Stimme geschrieben wurde, laut Dean „...Handel at his greatest...“ („Händel in Höchstform“).[27]
Auffällig ist auch, dass Händel Faramondo/Caffarelli alle drei Akte beenden lässt (was als Privileg angesehen wurde). Ein besonderes Glanzstück ist dabei sein mitreißendes Se ben mi lusinga l’infida speranza (Nr. 13) am Ende des ersten Aktes, wo Händel Elemente des neuen galanten Stils, besonders in den pochenden Begleitfiguren, in seine Schreibart integriert. Den zweiten Akt beschließt ein einteiliges Duett von Faramondo und Rosimonda Vado e vivo/Vanne e vivi (Nr. 22) in freundlichem und hoffnungsträchtigen G-Dur – das einzige fröhliche und unbeschwerte Stück für Rosimonda. Die letzte Arie der Oper, Faramondos Virtú che rende si forte un core, d’odio e d’amore (Nr. 30) ist sehr reich instrumentiert (mit neun obligaten Systemen in der Partitur), und die Hornpartien geben dem Stück etwas besonders Festliches und Beschwingtes. Faramondos Gesang geht direkt in den üblichen, vom versammelten und nach vielen Wirren versöhnten Solistenensemble zu singenden Schlusschor über.
Bleibt zu erwähnen, dass in Faramondo selbst für Händels Verhältnisse relativ viele Entlehnungen anderer Opern-Komponisten entdeckt wurden, besonders von Francesco Gasparini – auf dessen Oper auch das Libretto basiert –, außerdem von Reinhard Keiser, Giovanni Bononcini, Alessandro Scarlatti, Nicola Porpora und Antonio Pistocchi.[28]
Orchester
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Traversflöte, zwei Oboen, zwei Hörner, Streicher, Basso continuo (Violoncello, Erzlaute oder Theorbe, zwei Cembali[29]).
Struktur der Oper
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ouverture. – (Minuet). (2 Ob, Str, BC)
Erster Akt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Scena I | Recitativo. Gustavo, Adolfo Popolo, figlio, in basse note e meste |
| 1. Recitativo accompagnato. Gustavo (Str, BC) Ascolta dagli Elisi, ombra di Sveno | |
| 2. Coro. (Str, BC) Pera, pera! l’alma fiera | |
| Scena II | Recitativo. Teobaldo, Gustavo, Adolfo, Clotilde Mio Re, pronta qui vedo l’orrida pompa |
| 3. Aria. Gustavo (2 Vl, BC)Viva, sì, che nel mio seno venir meno | |
| Scena III | Recitativo. Adolfo, Clotilde Siam pur fiori, o mia cara |
| 4. Aria. Clotilde (2 Ob, Str, BC)Conosceró, se brami ch’io t’ami | |
| Scena IV | Recitativo. Adolfo Perdoni all’amor mio |
| 5. Aria. Adolfo (Ob, Str, BC) Chi ben ama, og’n altro affetto | |
| Scena V | Recitativo. Childerico, Faramondo, Rosimonda Finché avrò spirto, e vita, del mio sen farò scudo |
| 6. Aria. Rosimonda (Str, BC) Vanne, che più ti miro, più cresce il mio dolor | |
| Scena VI | Recitativo. Faramondo, Gernando Faramondo infelice! |
| 7. Aria. Faramondo (2 Ob, Str, BC) Rival ti sono ma son fedel | |
| Scena VII | Recitativo. Gernando Va pur; prevenirò gli empii di segni |
| 8. Aria. Gernando (Str, BC) Voglio che mora, sì, sì | |
| Scena VIII | Recitativo. Rosimonda S’è giusto l’idio mio |
| Scena IX | Recitativo. Gernando, Rosimonda Principessa, in vedermi |
| Scena X | Recitativo. Faramondo, Rosimonda, Gernando Sino ad ora, Gernando |
| Scena XI | Recitativo. Faramondo, Rosimonda Rosimonda, tu sei libera |
| 9. Arioso. Faramondo (2 Vl, BC) Sí, torneró a morir, non a placarti | |
| Scena XII | Recitativo. Rosimonda Qual nemico m’h’andato |
| 10. Aria. Rosimonda (Str, BC) Sento, che un giusto sdegno mi sprona a vendicarmi | |
| Scena XIII | Recitativo. Gustavo, Clotilde Sì, Clotilde; il mio seno |
| Scena XIV | Recitativo. Teobaldo, Gustavo Faramondo, Signor, solo ed in erme |
| 11. Aria. Teobaldo (2 Vl, BC) Vado a Recar la morte all’empio traditor | |
| Scena XV | Recitativo. Clotilde, Adolfo Dalla citade, e solo |
| 12. Aria. Clotilde (Str, BC) Mi parto lieta sulla tua fede | |
| Scena XVI | Recitativo. Faramondo, Gustavo, Adolfo Fra quest’ombre selvagge |
| Scena XVII | Recitativo. Faramondo Vuò stancare il destin |
| 13. Aria. Faramondo (2 Ob, Str, BC) Se ben mi lusinga l’infida speranza |
Zweiter Akt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| 14. Sinfonia. (2 Ob, Str, BC) | |
| Scena I | Recitativo. Gustavo, Rosimonda, Childerico, Gernando Già udisti i sensi miei |
| Scena II | Recitativo. Rosimonda, Gernando Principessa, a tuoi lumi tu devi |
| 15. Aria. Rosimonda (Str, BC) Sì l’intendesti, sì, e questa la merce | |
| Scena III | Recitativo. Gernando Sì, sdegna Rosimonda |
| 16. Aria. Gernando (Str, BC) Non ingannarmi, no, conforto del mio sen | |
| Scena IV | Recitativo. Clotilde, Faramondo Faramondo, e pur salvo |
| Scena V | Recitativo. Rosimonda, Clotilde Benchè di Faramondo tu sii germana |
| Scena VI | Recitativo. Faramondo, Rosimonda E mora! Misero, e qual tuo fato |
| Scena VII | Recitativo. Teobaldo, Rosimonda, Clotilde, Childerico E dal mio brando questa morte avrai |
| 17. Aria. Faramondo (Str, BC) Poi che pria di morire | |
| Scena VIII | Recitativo. Clotilde, Rosimonda Rosimonda, il suo duolo non basta |
| 18. Aria. Clotilde (Str, BC) Combattuta da due venti | |
| Scena IX | Recitativo. Gustavo, Adolfo Faramondo è in catene, e morir deve |
| 19. Aria. Adolfo (Str, BC) Se a’piedi tuoi morrò, la destra bacierò | |
| Scena X | Recitativo. Clotilde, Gustavo Signor, umil ti chiedo |
| 20. Aria. Gustavo (2 Ob, Str, BC) Sol la brama di vendetta puo dar pace a questo cor | |
| Scena XI | Recitativo. Childerico, Teobaldo Quanto di Faramondo |
| Scena XII | Recitativo. Gernando, Childerico Aprimi quelle porte |
| 21. Aria. Gernando (2 Vl, BC) Nella terra, in ciel, nell’onda | |
| Scena XIII | Recitativo. Rosimonda, Childerico Childerico? I tuoi cenni |
| Scena XIV | Recitativo. Rosimonda, Faramondo Tu non sei, Faramondo, prigionier |
| 22. Duetto. Faramondo, Rosimonda (Fl, Str, BC) Vado e vivo con la speranza |
Dritter Akt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| 23. Sinfonia. (2 Ob, Str, BC) | |
| Scena I | Recitativo. Gustavo, Clotilde, Adolfo Mi tradiscono i figli, il nemico mi fugge! |
| Scena II | Recitativo. Childerico, Clotilde, Adolfo Quai mi straziano l’alma dubbii pensieri |
| 24. Duetto. Clotilde, Adolfo (Str, BC) Caro! / Cara! tu mi accendi nel mio core | |
| Scena III | Recitativo. Teobaldo. Gernando, Faramondo Signor, non t’inoltrar |
| 25. Aria. Gernando (2 Vl, BC) Cosí suole a rio vicina umil pianta alzare i rami | |
| Scena IV | Recitativo. Faramondo, Teobaldo A me viene Teobaldo? |
| Scena V | Recitativo. Faramondo Andiam, fidi guerrieri |
| 26. Aria. Faramondo (Str, BC) Voglio che sia l’indegno | |
| Scena VI | Recitativo. Gustavo, Teobaldo D’un oltraggiato Re |
| Scena VII | Recitativo. Adolfo, Gustavo, Teobaldo Padre… Tu Adolfo in liberta? |
| Scena VIII | Recitativo. Gustavo, Teobaldo Disarmato è gia il Re |
| Scena IX | Recitativo. Adolfo, Faramondo, Teobaldo, Gustavo Ecco gl’iniqui. Su, ferite gli empii |
| 27. Aria. Adolfo (2 Ob, Str, BC) Se ria procella sorge nell’onde | |
| Scena X | Recitativo. Faramondo, Gustavo, Rosimonda, Gustavo, Clotilde Non isdegnar, Gustavo |
| 28. Aria. Rosimonda (Str, BC) Sappi, crudel, io t’amo, e per tua pena ancor! | |
| Scena XI | Recitativo. Faramondo, Clotilde, Gernando, Gustavo, Adolfo Or vo’lieto alla morte! |
| Scena XII | Recitativo. Clotilde, Adolfo Misera! ei corre a morte, ed io resto a goder? |
| 29. Aria. Clotilde (Str, BC) Un’aura placida e lusinghiera | |
| Scena XIII | Recitativo. Gustavo, Childerico |
| Scena XIV | Recitativo. Teobaldo, Gustavo, Adolfo, Childerico, Clotilde, Gernando, Faramondo Ohime! trradito io sono! |
| Scena XV | Recitativo. Gustavo, Rosimonda, Faramondo, Childerico Figlia, di Faramondo… Io so la sorte; per cio voglio morir |
| 30. Aria e Coro. Faramondo (2 Ob, 2 Hr, Str, BC) Virtú che rende si forte un core |
Reaktionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Winton Dean äußerte den Verdacht, dass Händel bei der Komposition von Faramondo
“[…] was not consistently on the ball. He may have had his fill of Dark Age blood-and-thunder melodrama. Berenice and Arminio had been a come-down after the glories of the Ariosto operas, and though Giustino promised a new approach he had not yet found the lighter tone of Serse and Imeneo. Strohm suggests that the libretto of Faramondo may have been chosen by Heidegger, and that Handel set it unwillingly. However that may be, it is a very uneven opera, with half a dozen peaks where some facet set Handel’s genius alight, chiefly in Act II, but a good deal of routine matter.”
„[…] nicht die ganze Zeit „am Ball“ war. Vielleicht hatte er genug von den Blut-und-Donner-Melodramen früherer Zeiten. Berenice und Arminio waren ein Abstieg nach den herrlichen Ariosto-Opern und obwohl Giustino einen neuen Ansatz versprach, hatte er jedoch noch nicht den helleren Ton des Serse und des Imeneo gefunden. Nach Ansicht von [Reinhard] Strohm, könnte Heidegger das Libretto zu Faramondo ausgewählt haben und Händel setzte es widerwillig in Musik. Wie dem auch sei: es ist ein sehr unausgewogene Oper, mit einem halben Dutzend Höhepunkten, in denen Händels Genialität aufblitzt (vor allem im zweiten Akt) aber [insgesamt] ein gutes Stück Routine-Arbeit.“
Diskografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Vox Classics 7536 (1996): D’Anna Fortunato (Faramondo), Julianne Baird (Clotilde), Peter Castaldi (Gustavo), Jennifer Lane (Rosimonda), Mary Ellen Callahan (Adolfo), Drew Minter (Gernando), Mark Singer (Teobaldo), Lorie Gratis (Childerico)
Brewer Chamber Orchestra; Dir. Rudolph Palmer (170 min) - Virgin Classics 50999 2-16611-2-9 (2008): Max Emanuel Cenčić (Faramondo), Sophie Karthäuser (Clotilde), In-Sung Sim (Gustavo), Marina de Liso (Rosimonda), Philippe Jaroussky (Adolfo), Xavier Sabata (Gernando), Fulvio Bettini (Teobaldo), Terry Wey (Childerico)
I Barocchisti; Dir. Diego Fasolis (166 min) - Accent ACC 26402 (2014): Emily Fons (Faramondo), Anna Devin (Clotilde), Njål Sparbo (Gustavo), Anna Starushkevych (Rosimonda), Maarten Engeltjes (Adolfo), Christopher Lowrey (Gernando), Edward Grint (Teobaldo), Iryna Dziashko (Childerico)
FestspielOrchester Göttingen; Dir. Laurence Cummings (176 Min)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bernd Baselt: Thematisch-systematisches Verzeichnis. Bühnenwerke. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch: Band 1. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, ISBN 3-7618-0610-8, Unveränderter Nachdruck, Kassel 2008, ISBN 978-3-7618-0610-4.
- Friedrich Chrysander: G. F. Händel. Zweiter Band, Breitkopf & Härtel, Leipzig 1860.
- Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-268-3 (englisch).
- Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch: Band 4, Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1.
- Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie. (= Insel-Taschenbuch 2655), aus dem Englischen von Bettina Obrecht, Insel Verlag, Frankfurt am Main/Leipzig 2000, ISBN 3-458-34355-5.
- Paul Henry Lang: Georg Friedrich Händel. Sein Leben, sein Stil und seine Stellung im englischen Geistes- und Kulturleben. Bärenreiter-Verlag, Basel 1979, ISBN 3-7618-0567-5.
- Silke Leopold: Händel. Die Opern. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-7618-1991-3.
- Ivana Rentsch: Faramondo (HWV 39), in: Arnold Jacobshagen, Panja Mücke (Hrsg.): Händels Opern – Das Handbuch. Teilband II. Laaber, (o. O.) 2009, ISBN 3-89007-686-6, S. 317–322
- Albert Scheibler: Sämtliche 53 Bühnenwerke des Georg Friedrich Händel, Opern-Führer. Edition Köln, Lohmar/Rheinland 1995, ISBN 3-928010-05-0.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Partitur von Faramondo (Händel-Werkausgabe, hrsg. v. Friedrich Chrysander, Leipzig 1884)
- Faramondo: Noten und Audiodateien im International Music Score Library Project
- Libretto (PDF; 177 kB) von Faramondo
- weitere Angaben zu Faramondo
- detaillierte Angaben zu Faramondo (französisch)
- Burney über Faramondo (englisch)
- Handlung und Hintergrund von Faramondo (englisch)
- Handlung und Hintergrund von Faramondo (italienisch)
- Arienpartitur von John Walsh, 1738
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel, aus dem Englischen von Bettina Obrecht, Metzler Verlag, Stuttgart, 1992, S. 166 ff.
- ↑ a b Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel, aus dem Englischen von Bettina Obrecht, Metzler Verlag, Stuttgart, 1992, S. 174–175.
- ↑ Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel, aus dem Englischen von Bettina Obrecht, Metzler Verlag, Stuttgart, 1992, S. 176.
- ↑ a b Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel, aus dem Englischen von Bettina Obrecht, Metzler Verlag, Stuttgart, 1992, S. 177.
- ↑ Friedrich Chrysander: G. F. Händel, Zweiter Band, Breitkopf & Härtel, Leipzig 1860, S. 447 f.
- ↑ a b c Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen., in: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch: Band 4, Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1, S. 288 f.
- ↑ Winton Dean (rev. by Cheryll Duncan & Rachel Allen): Duparc, Elisabetta [‘Francesina’], in: Grove music online, 2001/2021.
- ↑ Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel, aus dem Englischen von Bettina Obrecht, Metzler Verlag, Stuttgart, 1992, S. 174 und 177.
- ↑ Ivana Rentsch: Faramondo (HWV 39), in: Arnold Jacobshagen, Panja Mücke (Hrsg.): Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber, (o. O.) 2009, S. 321.
- ↑ Charles Burney: A general history of music: … Vol. 4, London 1789, Nachdruck der Cambridge Library Collection, 2010, ISBN 978-1-108-01642-1, S. 423
- ↑ Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel, aus dem Englischen von Bettina Obrecht, Metzler Verlag, Stuttgart, 1992, S. 177–178.
- ↑ Vox Classics 7536 (1996): D’Anna Fortunato (Faramondo), Julianne Baird (Clotilde), Peter Castaldi (Gustavo), Jennifer Lane (Rosimonda), Mary Ellen Callahan (Adolfo), Drew Minter (Gernando), Mark Singer (Teobaldo), Lorie Gratis (Childerico), Brewer Chamber Orchestra, Dir.: Rudolph Palmer.
- ↑ a b Silke Leopold: Händel. Die Opern., Bärenreiter-Verlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-7618-1991-3, S. 237 ff.
- ↑ Albert Scheibler: Sämtliche 53 Bühnenwerke des Georg Friedrich Händel, Opern-Führer. Edition Köln, Lohmar/Rheinland 1995, ISBN 3-928010-05-0, S. 279 ff.
- ↑ Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-268-3, S. 404 f.
- ↑ „...No date or place is specified. The libretto does not draw the usual distinction between historical fact and fiction, no doubt because the history is bogus.“Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 401
- ↑ Deutsche Übersetzung (wahrscheinlich von Walther Siegmund-Schultze) aus dem Programmheft: Faramondo, Landestheater Halle, 1975/76.
- ↑ a b Albert Scheibler: Sämtliche 53 Bühnenwerke des Georg Friedrich Händel, Opern-Führer. Edition Köln, Lohmar/Rheinland 1995, ISBN 3-928010-05-0, S. 279 ff, hier: 286
- ↑ Charles Burney: A general history of music: … Vol. 4, London 1789, Nachdruck der Cambridge Library Collection, 2010, ISBN 978-1-108-01642-1, S. 420
- ↑ Dean fand den Effekt „striking“ (beeindruckend). Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 410
- ↑ Ivana Rentsch: Faramondo (HWV 39), in: Arnold Jacobshagen, Panja Mücke (Hrsg.): Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber, (o. O.) 2009, S. 319 f.
- ↑ Zur Musik auch: Walther Siegmund Schultze: Georg Friedrich Händel, VEB Deutscher Verlag für Musik Leipzig, 1980, S. 102 f.
- ↑ Dean hielt sie wahrscheinlich aus dem Grund für die seconda donna. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 410
- ↑ Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 410
- ↑ Eine bekannte Einspielung dieses Duetts mit Patrizia Ciofi und Joyce DiDonato ist beispielsweise auf der folgenden CD zu hören: Amor e gelosia, Opernduette von Georg Friedrich Händel, mit Patrizia Ciofi, Joyce DiDonato, Il Complesso Barocco, Alan Curtis (Veritas, 2004)
- ↑ Ivana Rentsch: Faramondo (HWV 39), in: Arnold Jacobshagen, Panja Mücke (Hrsg.): Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber, (o. O.) 2009, S. 320.
- ↑ Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 407
- ↑ Ivana Rentsch: Faramondo (HWV 39), in: Arnold Jacobshagen, Panja Mücke (Hrsg.): Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber, (o. O.) 2009, S. 320.
- ↑ Es ist bekannt, dass in Händels (wie in italienischen) Opernaufführungen zwei Cembali verwendet wurden. Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 34–35.
- ↑ Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-268-3, S. 406
