Falkmanit ist in jeder Form undurchsichtig (opak), kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und findet sich meist in Form von büscheligen bis strahligen Mineral-Aggregaten, entwickelt aber auch nadelige bis tafelige Kristalle von bleigrauer bis grauschwarzer Farbe. Seine Strichfarbe ist dagegen durchgehend schwarz.
Erstmals entdeckt wurde Falkmanit in der Grube Bayerland bei Waldsassen im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth und beschrieben 1940 durch Paul Ramdohr und Olof Ödmann. Sie benannten das Mineral nach Oscar Falkman (eigentlich Oscar Carl August Falkman, 1877–1961), dem schwedischen Industriellen und früheren Direktor des Bergbauunternehmens Boliden.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/E.19-010. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze (S: As,Sb,Bi = x)“, wo Falkmanit zusammen mit Ardait, Boulangerit, Jaskólskiit, Moëloit und Pillait eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer II/E.19 bildet.[3]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[7]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Falkmanit in die neu definierte Abteilung „Sulfosalze mit SnS als Vorbild“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen. Das Mineral ist hier in der Unterabteilung „Nur mit Blei (Pb)“ zu finden, wo es zusammen mit Boulangerit und Plumosit die „Boulangeritgruppe“ mit der Systemnummer 2.HC.15 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Falkmanit die System- und Mineralnummer 03.05.02.02. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfosalze mit dem Verhältnis 2,5<z/y<3 und der Zusammensetzung (A+)i (A2+)j[ByCz], A=Metalle, B=Halbmetalle, C=Nichtmetalle“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 03.05.02, in der auch Boulangerit eingeordnet ist.
Als seltene Mineralbildung konnte Falkmanit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 20 Fundorte dokumentiert sind (Stand 2026).[8] Neben seiner Typlokalität Grube Bayerland in der Oberpfalz trat das Mineral in Deutschland nur noch bei Brandholz (Gemeinde Goldkronach) im Fichtelgebirge (Bayern) zutage.
Der bisher einzige Fundort in Schweden ist die bereits durch Ramdohr und Ödmann beschriebene Grube Boliden in der Verwaltungsprovinz Västerbottens län (früher Västerbotten).
Weitere bisher bekannte Fundorte sind unter anderem die[9]
Pinnacles Mine bei Broken Hill (New South Wales) und die Woodcutters Mine bei Batchelor (Northern Territory) in Australien
Paul Ramdohr, Olof Ödman:Falkmanit, ein neues Bleispiessglanzerz und sein Vorkommen, besonders in Boliden und Grube Bayerland (Mit einem Beitrag zur Kenntnis des Geokronits). In: Neues Jahrbuch für Mineralogie. Beilagen-Band A. Band75, 1939, S.315–350.
W. F. Foshag:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band25, Nr.4, 1940, S.312–314 (englisch, minsocam.org[PDF; 196kB; abgerufen am 29.Januar 2026]).
S. C. Robinson:The identity of Falkmanite and Yenerite with Boulangerite. In: American Mineralogist. Band33, Nr.11–12, 1948, S.716–723 (englisch, minsocam.org[PDF; 555kB; abgerufen am 29.Januar 2026]).
Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.350.
Kenneth G. McQueen:A second occurrence of Falkmanite: Pinnacles Mine, Broken Hill, New South Wales. In: The Canadian Mineralogist. Band25, 1987, S.15–19 (englisch, rruff.net[PDF; 703kB; abgerufen am 29.Januar 2026]).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.134 (englisch).
123W. F. Foshag:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band25, Nr.4, 1940, S.312–314 (englisch, minsocam.org[PDF; 196kB; abgerufen am 29.Januar 2026]).