Faktorregel
Die Faktorregel[1][2][3] ist eine Regel zur Ableitung einer Funktion der Form , wobei eine reelle Zahl und eine differenzierbare Funktion ist. In Kurzschreibweise lautet sie
- .
Der konstante Faktor bleibt also beim Differenzieren erhalten. Die Faktorregel folgt direkt aus der Definition der Ableitung, kann aber auch als Spezialfall der Produktregel aufgefasst werden.
Aussage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ist eine Funktion an der Stelle differenzierbar und eine reelle Zahl, so ist auch die Funktion mit an der Stelle differenzierbar, und es gilt
Beispiel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Funktion setzt sich aus und dem konstanten Faktor zusammen. Es ist und mit der Faktorregel folgt
- .
Herleitungen
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Algebraische Herleitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sei eine von abhängige Funktion und die Funktion das -fache von , das heißt . Ändert sich die unabhängige Variable um , so ändert sich um und entsprechend um das -fache, das heißt es ist . Hieraus folgt, indem man durch teilt, die Gleichung
- .
Lässt man nun gehen, so erhält man die Faktorregel.[4]
Geometrische Herleitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Graph von geht aus dem Graphen von durch Streckung in -Richtung um den Streckfaktor hervor. Jedes Steigungsdreieck wird dabei ebenfalls in -Richtung gestreckt, wodurch sich die Länge der -Kathete ver--facht, während die -Kathete unverändert bleibt. Da diese Ver--fachung für alle Steigungsdreiecke gilt, bleibt er auch erhalten, wenn man beliebig kleine Steigungsdreiecke betrachtet und schließlich den Grenzübergang bildet, also von den Sekantensteigungen zur Tangentensteigung übergeht.[5][6]
Beweis
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sei bei differenzierbar und . Dann konvergiert für gegen . Nach den Grenzwertsätzen konvergiert dann aber auch für , und zwar gegen . Damit folgt
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Greefrath et al.: Didaktik der Analysis. Springer Spektrum, Berlin / Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-48876-8, S. 167–168.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Lothar Papula: Mathematik für Ingenieure und Naturwissenschaftler Band 1. 14. Auflage. Springer Vieweg, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-05619-3, S. 331.
- ↑ Ilja Nikolajewitsch Bronschtein, Konstantin Adolfowitsch Semendjajew: Taschenbuch der Mathematik. 5. Auflage. Verlag Harri Deutsch, Thun und Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-8171-2005-2, S. 394.
- 1 2 Greefrath et al.: Didaktik der Analysis. 2016, S. 167.
- ↑ G. M. Fichtenholz: Differential- und Integralrechnung 1. VEB Verlag der deutschen Wissenschaften, Berlin 1989, ISBN 3-326-00398-6, S. 185 (archive.org).
- ↑ Andreas Büchter, Hans-Wolfgang Henn: Elementare Analysis (= Mathematik Primarstufe und Sekundarstufe I + II). Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8274-2091-6, S. 208.
- ↑ Gilbert Greefrath u. a.: Didaktik der Analysis (= Mathematik Primarstufe und Sekundarstufe I + II). 1. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-48876-8, S. 167 f.