Fachsenfeld
Fachsenfeld Stadt Aalen | |
|---|---|
| Koordinaten: | 48° 53′ N, 10° 3′ O |
| Höhe: | 470 m |
| Fläche: | 3,95 km² |
| Einwohner: | 3556 (Apr. 2025)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 900 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1973 |
| Postleitzahl: | 73434 |
| Vorwahl: | 07366 |
Karte der Aalener Stadtbezirke, Fachsenfeld im Norden | |
Fachsenfeld ist ein Stadtbezirk der Großen Kreisstadt Aalen im Ostalbkreis in Baden-Württemberg, Deutschland.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vom Ortskern Fachsenfelds sind es etwa 5 km Luftlinie zur Aalener Innenstadt. Die nächsten Stadtbezirke sind Dewangen (2 km) und Wasseralfingen (4 km). Die Gemeinden Abtsgmünd (im Westen) und Hüttlingen (im Osten) sind beide etwa 3 km entfernt. Fachsenfeld grenzt im Norden an das Gemeindegebiet von Neuler.
Ausdehnung des Bezirksgebiets
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Folgende Teilorte und Plätze bilden Fachsenfeld:
- Himmlingsweiler
- Scherrenmühle
- Schlossreute
- Spitz
- Steinfurt
- Waiblingen
- Pfannenstiel
- Kocherschafhaus
- Mühlhäusle
- Sanzenbach
- Bodenbach
- Frankeneich
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erstmals urkundlich erwähnt wurde Fachsenfeld 1230. Es gehörte den Herren von Fachsenfeld, die wahrscheinlich ein Zweig der Herren von Waiblingen waren. Diese waren auf der Burg Waiblingen auf halber Berghöhe beim heutigen Ortsteil Waiblingen ansässig und standen im Dienste der Staufer. Nach dem Ende der Staufer gehörten Fachsenfeld und Waiblingen den Oettingern, ab 1401 den Herren von Woellwarth. Unter ihrer Hoheit wurde 1591 die evangelische Kirche gebaut, eine der ältesten evangelischen Kirchen Württembergs.[2]
1806 kam der Ort zum Königreich Württemberg und wurde dem Oberamt Aalen zugeordnet.
1894 wurde der Grundstein für die katholische Herz-Jesu-Kirche gelegt, die am 28. September 1895 geweiht wurde.
Am 1. Januar 1973 wurde Fachsenfeld nach Aalen eingemeindet.[3]
Zu Fachsenfeld gehören die Weiler Himmlingsweiler und Waiblingen. Himmlingsweiler wurde im 18. Jahrhundert angelegt und hieß zunächst Pfannenstiel. Waiblingen, im Kochertal gelegen, befindet sich bei den Resten des ringförmigen Burgstalls der ehemaligen Burg Waiblingen.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ortschaftsrat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ortschaftsrat des Stadtbezirks Fachsenfeld hat derzeit 12 Mitglieder, deren Amtszeit fünf Jahre beträgt. Die letzte Wahl fand bei den baden-württembergischen Kommunalwahlen am 9. Juni 2024 statt. Diese ergab folgende Zusammensetzung (die Veränderungen der Fraktionsstärke beziehen sich auf die vorletzte Wahl im Jahr 2019):
| Fraktion | Anzahl Sitze | Veränderung |
|---|---|---|
| FW Fachsenfeld | 5 Sitze | ±0 |
| CDU | 4 Sitze | +1 |
| SPD | 2 Sitze | −2 |
| Grüne | 1 Sitz | +1 |
Ortsvorsteherin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 13. Januar 2021 wurde Sabine Kollmann (FWV) vom Gemeinderat Aalen zur Ortsvorsteherin von Fachsenfeld gewählt.
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]65 % der Fachsenfelder sind katholischen Glaubens, 22 % evangelisch und 13 % gehören anderen Glaubensgemeinschaften an oder haben keine Angaben gemacht.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schloss Fachsenfeld
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Schloss Fachsenfeld wurde um 1567 unter der von 1401 bis 1813 währenden Herrschaft des süddeutschen Adelsgeschlechts der Woellwarths über Fachsenfeld von Hans Sigmund von Woellwarth (1546–1622) als Renaissance-Schloss erbaut.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss von Freiherr von Wilhelm von Koenig-Warthausen (1793–1879) in ein klassizistisches Schloss im Stil italienischer Landhäuser umgewandelt und mit einem englischen Landschaftsgarten ergänzt. Sein kinderloser Urenkel Reinhard von Koenig-Fachsenfeld (1899–1992) gründete 1982 die „Stiftung Schloss Fachsenfeld“ als gemeinnützige Stiftung. Sie hat den Auftrag, Schloss und Park zu erhalten und für die Bevölkerung zugänglich zu machen. Zudem soll sie Schloss Fachsenfeld als überregional bedeutsamen Kulturstandort etablieren sowie die Verbindung von Kunst, Wissenschaft, Technik und Natur fördern.[5] Seit 1999 ist das Schloss für die Öffentlichkeit zugänglich.
Evangelische Kirche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hans Sigmund von Woellwarth (1546–1622), der auf seinem Territorium 1569 die Reformation eingeführt hatte, ließ 1591 als erste von drei nahezu baugleichen Kirchen (Schwesterkirchen Polsingen in Bayern 1596 und Leinroden 1604) die evangelische Kirche errichten.[6.1][7] Sie zählt innerhalb der Evangelischen Landeskirche Württemberg zu den frühesten nachreformatorischen Kirchenneubauten mit besonderer evangelischer Ausstattung.[8]
Wo in katholischen Kirchen im Eingangsbereich Weihwasserbecken platziert sind, befinden sich innen links und rechts der Türleibung Steintafel-Inschriften mit dem Bekenntnis zum evangelischen Abendmahl in „beiderlei Gestalt“ (Der Leib unseres Herrn Jesu Christi speise und bewahre euch zum ewigen Leben Amen und Das Blut unseres Herrn Jesu Christi tränke und bewahre euch zum ewigen Leben. Amen). Außerdem gilt der überlebensgroße Sandsteinkruzifixus am Altar, vermutlich von Sem Schlör aus einem Block geschaffen, als bewusst protestantischer Hinweis auf die Heilsbedeutung des Todes Jesu.
Auf den Bauherrn und Stifter dieser Kirche weisen die Stiftertafel rechts an der Südwand, die Grabplatte über der Krypta im Mittelgang vor dem Chorraum und das große Renaissance-Epitaph von Hans Sigmund von Woellwarth links an der Nordwand hin. Letzteres befand sich ursprünglich mit anderen Familien-Epitaphien im Chorraum, wurde dann aber im 20. Jahrhundert bei einer Innenrenovierung ausgebaut und versetzt, um in der Chor-Stirnwand einen besseren Zugang zum Sakristeianbau von 1909 zu ermöglichen.
Im Chorraum im Turm befinden sich die Epitaphe einer Schwägerin von Hans Sigmund von Woellwarth (links) und seiner Mutter, Anna von Woellwarth geb. von Rechberg (rechts).[6.2] Die beiden Glasmalerei-Wappenfenster links und rechts im Chor, eine Stiftung der Patronatsfamilien Freiherr Franz von Koenig-Fachsenfeld und Freiherr Maximilian von Woellwarth-Lauterburg, wurden 1908 in der Münchner Glasmalerei-Werkstätte Franz Xaver Zettler entworfen und gefertigt. Das Tafelbild Heilige Nacht wurde 1909 von dem Schwäbisch Gmünder Impressionisten Hermann Pleuer gemalt und von Freiherr Franz von Koenig-Fachsenfeld gestiftet.
Südlich der Kirche liegt der eingefriedete Friedhof der Freiherren von Koenig-Fachsenfeld, denen Schloss Fachsenfeld von 1827 bis 1992 gehörte.
- Evangelische Kirche in Fachsenfeld
- Stiftertafel an der südlichen Langhauswand
- Epitaph von Hans Sigmund von Woellwarth an der nördlichen Langhauswand
- Chorraum
- Friedhof der Freiherren von Koenig-Fachsenfeld
Herz-Jesu-Kirche
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Die katholische Herz-Jesu-Kirche wurde 1895 für die im Ort anwachsende katholische Gemeinde errichtet und steht unter dem Patrozinium des Heiligsten Herzens Jesu.[9]
Musik
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- Liederkranz Fachsenfeld 1855 e. V.
- Musikverein Fachsenfeld 1956 e. V.
- Fachsenfelder Schloß-Gugga e. V.
Seit 2000 finden im Schloss Ausstellungen, Konzerte und Lesungen im Rahmen der jährlich stattfindenden „Königswege“ statt.
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- SV Germania Fachsenfeld 1912 e. V.
- Hundesportverein Aalen-Fachsenfeld e. V.
- Reit- und Fahrverein Aalen-Fachsenfeld und Umgebung e. V.
- Schützenverein Hubertus Fachsenfeld 1956 e. V.
Regelmäßige Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Rosenmontagsball des SV Germania Fachsenfeld ist eine große Faschingsveranstaltung. Das alljährliche Gemeindefest findet in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen und der Reinhard-von-Koenig-Schule statt.
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Halbstündige Busanbindung über die OVA (Omnibus-Verkehr Aalen) ins Stadtzentrum Aalen.
Öffentliche Einrichtungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach einer Empfehlung des Aalener Gemeinderates wurde 2008 die Grund- und Hauptschule Fachsenfeld in Reinhard-von-Koenig-Schule Fachsenfeld umbenannt.
Ortsbücherei Fachsenfeld
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ortsbücherei Fachsenfeld ist die kleinste der vier städtischen Aalener Bibliotheken.
Polizei
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Schließung des Fachsenfelder Polizeipostens ist der Polizeiposten Abtsgmünd für Fachsenfeld zuständig.
Internetanbindung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit Oktober 2013 gibt es eine VDSL-Verbindung mit bis zu 50 Mbit/s für Fachsenfeld, die von dem EnBW-Tochterunternehmen NetCom BW betrieben wird.[10]
Unternehmen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Fachsenfeld befindet sich ein Transportbetonwerk der Märker-Gruppe.[11]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Fachsenfeld. In: Hermann Bauer (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Aalen (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 33). J. B. Müller, Stuttgart 1854, S. 240–249 (Volltext [Wikisource]).
- Wilhelm Koch (Hrsg.): Wanderführer von Aalen und Umgebung. 2. Auflage. Verlag Albert Wahl, Aalen 1973, S. 90.
- Gabi Gokenbach u. a.: Die Epitaphe der Freiherren von Woellwarth, Selbstverlag, Essingen 2020, ISBN 978-3-00-066982-8, S. 11–19 (online)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Stadt Aalen. Abgerufen am 11. April 2025.
- ↑ Karlheinz Bauer: Aalen. Theiss, Stuttgart 1983, ISBN 3-8062-0321-0, S. 75 ff.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 445 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Ortschaftsratswahl Fachsenfeld 2024, wahlergebnisse.komm.one, abgerufen am 4. September 2024.
- ↑ Kulturauftrag auf schloss-fachsenfeld.de.
- Alois Schubert: Hans Sigmund von Woellwarth (1546-1622). Versuch eines Lebensbildes. In: Aalener Jahrbuch 1992, S. 23–68, auf aalen.de.
- ↑ Torsten Krannich u. a.: Evangelische auf der Ostalb. Ein Streifzug durch die Reformationsgeschichte des Dekanats Aalen. In: Evangelischer Kirchenbezirk Aalen (Hrsg.): Evangelische Kirchenbauten im Dekanat Aalen. Einhorn-Verlag+Druck GmbH, Schwäbisch Gmünd 2016, ISBN 978-3-95747-042-3, S. 60 ff., 183–186.
- ↑ Zu den vorausgehenden nachreformatorischen Kirchenneubauten in Württemberg zählen die Schlosskirche Stuttgart (1562), Oberderdingen (1574), Zavelstein (1578), Crailsheim (1579), Zazenhausen (1582), Wildenstein (1583), Gaisburg und Schlat (1584), Obersontheim (1586), Calmbach (1588) und Ohrnberg (1590); vgl. Torsten Krannich u. a.: Evangelische auf der Ostalb. Ein Streifzug durch die Reformationsgeschichte des Dekanats Aalen. In: Evangelischer Kirchenbezirk Aalen (Hrsg.): Evangelische Kirchenbauten im Dekanat Aalen. Einhorn-Verlag+Druck GmbH, Schwäbisch Gmünd 2016, ISBN 978-3-95747-042-3.
- ↑ Fachsenfeld – Altgemeinde~Teilort auf leo-bw.de.
- ↑ Schnelles Internet in Fachsenfeld freigeschaltet – Stadt Aalen. Abgerufen am 7. September 2017.
- ↑ "Übersicht unserer Standorte" ( vom 29. Oktober 2021 im Internet Archive), maerker-gruppe.net, abgerufen am 15. Oktober 2021.

