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Fabrizio Castello

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Fabrizio Castello: Die Schlacht von Saint-Quentin zwischen Spanien und Frankreich (1557) (spanisch: Batalla de San Quintín), 1590–1591, Fresko, Sala de las Batallas, Kloster San Lorenzo de El Escorial, San Lorenzo de El Escorial, Spanien – Dargestellt ist die Schlacht vom 10. August 1557, in der die spanisch-habsburgischen Truppen unter Emanuel Philibert von Savoyen das französische Heer besiegten. Das Fresko entstand gemeinsam mit Niccolò Granello im Rahmen der Ausmalung des Schlachtensaals

Fabrizio Castello (* um 1560 in Genua; † 30. März 1617 in Madrid) war ein italienischer Maler, der vorwiegend in Spanien tätig war. Er war Hofmaler Philipps II. und wirkte vor allem bei Dekorationsarbeiten in den königlichen Residenzen.[1]

Fabrizio Castello war der Sohn und Schüler des Malers Giovanni Battista Castello, genannt il Bergamasco, sowie der Stiefbruder des Malers Niccolò Granello. Er war der Vater des Malers Félix Castello. In der Literatur wird Genua als Geburtsort angegeben, wobei das Allgemeine Künstlerlexikon diese Angabe ohne Vorbehalt macht, Thieme-Becker hingegen mit Fragezeichen. Das genaue Geburtsjahr ist nicht überliefert, lediglich eine ungefähre Angabe (um 1560). Im Jahr 1567 wurde er zusammen mit seinem Vater und seinem Stiefbruder nach Spanien berufen, wo sie an der Dekoration der Festung Madrid und des Palacio del Pardo beteiligt waren. Ab 1569 war Niccolò Granello für die Ausbildung und den Unterhalt Fabrizios verantwortlich.[1]

Tätigkeit im Escorial

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1576 arbeitete Castello in San Lorenzo de El Escorial. Er war gemeinsam mit Francesco da Urbino, Orazio Cambiaso und Lazzaro Tavarone an der Ausmalung von Chor und Sakristei der Kirche sowie des Schlachtensaals (Schlachten von Higueruela und San Quentin), des Kapitelsaals und der Bibliothek beteiligt. Für die Schlacht von Higueruela sollen sie einen im Alcázar von Segovia gefundenen Karton verwendet haben. Am 26. Juni 1584 wurde Fabrizio Castello zum Hofmaler ernannt.[1]

Madrid und Valladolid

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Von 1593 bis 1608 lebte Fabrizio Castello in Madrid. Er half bei den Dekorationen für die Trauerfeier Philipps II. in der Kirche Santo Domingo el Real und 1599 beim Festschmuck der Via triumphalis beim Einzug der Gemahlin Philipps III. Mithilfe seines Bruders stattete er einige Räume im Schloss von Alba de Tormes mit Grotesken aus.[1]

Ab etwa 1600 war er mit Dekorationen und ephemeren Arbeiten in den Residenzen in El Escorial, Madrid und Valladolid befasst. Er folgte dem Hof nach Valladolid, wo er für die Begräbniskapelle des Herzogs von Lerma in San Pablo tätig war. Laut dem AKL entwarf er das Grabmal des Herzogs von Lerma in San Pablo sowie ein Altarretabel in der Salvatorkirche in Valladolid. Laut Thieme-Becker entwarf er zudem den Hochaltar der Kirche de la Merced, der von Pedro de la Cuadra zwischen 1602 und 1612 ausgeführt wurde. Für die Trauerfeier der verstorbenen Kaiserin errichtete er außerdem den Tumulus in San Benito el Real.[1]

Im Jahr 1607 war er zusammen mit den beiden Carduchos (Bartolomé Carducho und Vicente Carducho) sowie Cascese für die königliche Residenz El Pardo tätig. 1610 malte er für die Karmeliter in Madrid das Bild Der Tod des heiligen Albert. 1615 schuf er ein Retabel für die Herzogin von Melito. Laut Thieme-Becker entwarf er außerdem die Reliquienbüsten, die Juan de Arfe für den Escorial modellierte. Er starb am 30. März 1617 in Madrid.[1]

Castello malte Schlachtenbilder und Veduten sowie Dekorationen, darunter Groteskenmalerei, und war an der Ausmalung mehrerer Räume des Escorial beteiligt. In der Forschung gilt er als maßgeblich an der Verbreitung der italienischen Groteskenmalerei in Spanien beteiligt. Nachgewiesene Arbeiten (Auswahl):

  • San Lorenzo de El Escorial: Ausmalung von Chor und Sakristei der Kirche, Schlachtensaal (Schlachten von Higueruela und San Quintín), Kapitelsaal, Bibliothek (in Zusammenarbeit mit Francesco da Urbino, Orazio Cambiaso und Lazzaro Tavarone)
  • Alba de Tormes, Schloss: Groteskenmalerei in einigen Räumen
  • Valladolid: Entwürfe für das Grabmal des Herzogs von Lerma in San Pablo und für ein Altarretabel in der Salvatorkirche
  • Madrid, Karmeliterkirche: Tod des heiligen Albert, 1610
  • Retabel für die Herzogin von Melito, 1615
  • El Pardo: Dekorationsarbeiten, 1607 und später
  • Giovanna Rosso del Brenna: Fabrizio Castello. In: I pittori bergamaschi dal XIII al XIX secolo. Il Cinquecento. Band 2, Bergamo 1976, S. 491–511.
  • Gustavo Kubler: Beitrag in: Jonathan Brown, José Manuel Pita Andrade (Hrsg.): El Greco: Italy and Spain. Studies in the History of Art, Band 13, Center for Advanced Study in the Visual Arts, National Gallery of Art, Washington 1984, S. 95–99.
  • José Camón Aznar: La pintura española del siglo XVI. 5. Auflage, Madrid 1990.
  • Mary Newcome: Beitrag in: Antichità viva. Band 29, 1990, Heft 4, S. 22–30.
  • Juan Agustín Ceán Bermúdez: Diccionario histórico de los más ilustres profesores de las Bellas Artes en España. Band 1, Madrid 1800, S. 275–277.
  • Castello, Fabrizio. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 17, 1997, S. 205.
  • Castello, Fabrizio. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 6: Carlini–Cioci. E. A. Seemann, Leipzig 1912, S. 150 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Fiorella Sricchia Santoro: Castello, Fabrizio. In: Dizionario Biografico degli Italiani. Band 21, Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1978.
Commons: Fabrizio Castello – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 Castello, Fabrizio. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 17, 1997, S. 205.