Der seitengesteuerteZweizylinder-Boxermotor der M12 hatte 992cm³ Hubraum (Bohrung 90mm, Hub 78mm). Bei einem Verdichtungsverhältnis von 5:1 und mit einem 28-mm-Amal-Vergaser sowie Bosch-Batteriezündung wird die Leistung mit 22PS bei 3000min−1 angegebenen. Mittels Kardanwelle wurde die Kraft auf das Hinterrad übertragen. Die Höchstgeschwindigkeit der 240kg schweren Maschine lag bei 100km/h.[2] Die Militärversion mit Beiwagen (M12aSM) hatte einen zuschaltbaren Beiwagenantrieb, ein Vierganggetriebe mit Rückwärtsgang und zusätzlichem Reduktionsgetriebe sowie separat zu betätigende Trommelbremsen mit 220mm Durchmesser.[3] Die FN M12a wurde im Juli 1938 ausgiebig bei einem Wettbewerb unter internationalen Militärmaschinen im belgischen Spa der Öffentlichkeit vorgeführt.
„Das FN-Gespann war allen Militär-Motorrädern mit Beiwagen haushoch überlegen.“
In folgende Länder wurde die Militärversion exportiert: Iran (51 Exemplare), Griechenland (33), Argentinien (4), Schweiz (4), Rumänien (4), Litauen (3), Peru (1).[5] Die deutsche Wehrmacht fuhr 1940, nach dem Westfeldzug, ebenfalls die erbeuteten belgischen FN M12aSM als Militärgespann, unterscheidbar vom Wehrmachtsgespann durch die andere Bauart der Trapezgabel. Ein Beutemotorrad gelangte zu Test- und Studienzwecken zu Zündapp; dadurch flossen Details der zu dieser Zeit im Seitenwagenantrieb führenden belgischen Hersteller in die Zündapp-Konstruktion KS 750 Gespann ein.[6] Der Motor der FN M12 wurde auch für das dreirädrige Tricar 12T-3 verwendet.[2]
Guy de Becker: Quand la F.N. avait deux roues. Eigenverlag, 1993.
Egon Duchateau, Geert Huylebroeck, Nick Jonckheere, Rik Van Eycken: Belgische Motorräder. 1. Auflage. Johann Kleine Vennekate, Lemgo 2009, ISBN 978-3-935517-49-2.