Excessivism
Der Exzessivismus (engl. Excessivism) ist eine zeitgenössische Kunstbewegung, die 2015 vom US-amerikanischen Künstler und Kurator Kaloust Guedel mit der Ausstellung „Excessivist Initiative“ der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Dokumentation und Erforschung dieser Bewegung ist deutlich weniger umfassend als bei klassischen kunsthistorischen Strömungen. Viele Informationen entstammen der offiziellen Website, Ausstellungsmaterialien und populärwissenschaftlichen Artikeln.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bewegung nahm ihren Anfang, als Kaloust Guedel seine Kritik am eigenen Konsumverhalten und an der Konsumgesellschaft in Kunst umsetzte. Das Manifest des Exzessivismus wurde am 3. September 2014 bei der Library of Congress registriert und am 28. September 2015 in der US-Wochenzeitung Downtown News veröffentlicht. Die Eröffnungsausstellung fand im Oktober 2015 in der LA Artcore Brewery Annex Galerie in Los Angeles statt. Unter den Künstlern, deren Werke dort gezeigt wurden, waren Brett Baker, Roxy Paine, Zhu Jinshi, Danh Vō, Scott Richter, Ai Weiwei und Guedel selbst.[1]
Konzept
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Excessivism versteht sich als Reflexion und Untersuchung von Lebensbereichen, die sich im Zustand des Übermaßes befinden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Bereichen Wirtschaft, Politik und Psychologie. Als Kritik am wirtschaftlichen Materialismus thematisiert der Stil das über die Notwendigkeit hinausgehende Verlangen nach materiellen Gütern. Dies wird durch eine übersteigerte Verwendung von Ressourcen umgesetzt, beispielsweise durch einen übermäßigen Materialeinsatz in zweidimensionalen oder dreidimensionalen Arbeiten, in geschriebenen oder gesprochenen Texten oder anderen Medien. Dabei wird bewusst auf ästhetische Zurückhaltung verzichtet, denn der Excessivism setzt auf Überfluss und Überwältigung als Ausdrucksform.[1]
Stil und künstlerische Form
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Kunst des Excessivism werden häufig dick aufgetragene oder geschichtete Materialien wie Farbe, Vinyl, Metall, Acryl oder Glas verwendet, um Werke zu schaffen, die sich weit über die traditionellen Grenzen von Malerei und Bildhauerei hinausbewegen – sie wirken wie Skulpturen oder Installationen. Manche Werke sind abstrakt, andere zeigen figurative Elemente, Porträts, Collagen oder Assemblagen, die oft einen grotesken, satirischen oder kritischen Unterton haben. Dabei folgt die Form der Kritik: Der Einsatz von übermäßigem Material und überbordender Gestaltung dient als Medium für die Botschaft.[1]
Themen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Excessivism zielt darauf ab, die Übertreibung und den Exzess der modernen Konsum- und Kapitalgesellschaft sichtbar zu machen. Dargestellt werden Verschwendung, Ressourcenüberfluss, Luxus und soziale Ungleichheit. Das Publikum soll dadurch angeregt werden, über Werte, Konsumverhalten und die Folgen von Überfluss nachzudenken. Die erste offizielle Ausstellung war 2015 die „Excessivist Initiative“ in Los Angeles.[2] Seitdem hat der Begriff nicht nur in der bildenden Kunst, sondern auch in der Mode und Musik Wirkung gezeigt.[1]
Künstler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gründer Kaloust Guedel[3] ist die zentrale Figur der Bewegung. Weitere bekannte Künstler sind Brett Baker, Roxy Paine, Zhu Jinshi, Danh Vō, Scott Richter, Ai Weiwei und andere. In manchen Darstellungen werden auch ältere Künstler wie Frank Auerbach oder Bram Bogart als Vorläufer genannt, da sich in deren späteren Arbeiten Tendenzen erkennen lassen, die mit dem Exzessivismus verwandt sind. Beispiele hierfür sind intensives Materialauftragen, Schichtung oder eine physische, fast skulpturale Behandlung der Farbe.[1]
Rezeption und Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bewegung wird von ihren Urhebern als bewusste Gegenposition zum Minimalismus verstanden. Während der Minimalismus reduziert und vereinfacht, propagiert der Excessivism Überfluss und Überwältigung. Einige Kritiker sehen darin eine radikale Form der Gesellschaftskritik und Reflexion über Konsum, Ressourcen und soziale Verantwortung. Allerdings ist der Exzessivismus bis heute kein Teil des etablierten kunsthistorischen Kanons und bleibt im Wesentlichen eine Randerscheinung in der zeitgenössischen Kunstszene.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Shana Nys Dambrot: Excessivism: Irony, Imbalance and a New Rococo, in: Huffington Post, 23. September 2015
- Library of Congress Registrierung des Excessivism Manifesto am 3. September 2014 und Veröffentlichung Downtown News 28. September 2015
- Excessivist Initiative, LA Artcore Brewery Annex, Oktober 2015
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website der Bewegung
- Artsy – Excessivist Initiative
- Hisour
- Excessivism is Best Kept Secret in the Art World
- excessivismblog
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c d e f The Official Site of Excessivism - A 21st Century Movement. Abgerufen am 12. Dezember 2025.
- ↑ Excessivist Initiative. Abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Kaloust Guedel: Excessivism is Best Kept Secret in the Art World. Abgerufen am 12. Dezember 2025 (englisch).