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Europäisches Servicemodul

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(Weitergeleitet von European Service Module)
Das ESM des Orion-Raumschiffs Integrity während des Mondflugs Artemis 2 (2026)

Das Europäische Servicemodul (engl. European Service Module, ESM) ist das Servicemodul des Orion-Raumschiffs. Es dient als Hauptantrieb für Orion und stellt die Lebenserhaltungssysteme für die Besatzung zur Verfügung.

Ursprünglich war im Rahmen des Constellation-Programms die Entwicklung eines US-amerikanischen Versorgungsmoduls geplant. Dessen Weiterentwicklung wurde nach einer Revision der Kosten des Gesamtprojekts im Jahre 2009 beendet, auch auf der Grundlage der Erkenntnis, dass die Entwicklung verzögert war und einen Rückstand von mehreren Jahren aufwies.[1] Daher wurde das Orion-Programm zunächst ganz beendet und schließlich in geänderter Form neu aufgelegt.

Zu dieser Zeit hatte die European Space Agency (ESA) das Automated Transfer Vehicle (ATV), einen unbemannten Raumfrachter für die Internationale Raumstation (ISS), von Airbus Defence and Space (ehemals Astrium) in Les Mureaux und später in Bremen entwickeln lassen und erfolgreich eingeführt. Nach der Prüfung mehrerer Optionen kündigte die National Aeronautics and Space Administration (NASA) im Januar 2013 an, dass die ESA das Service-Modul für Artemis 1 auf der Grundlage des ATV bereitstellen werde.[2][3]

Im November 2015 traf das erste Testmodul aus Europa mit einer Antonow An-124 in den USA ein. Anfang November 2018 wurde ein Modul für den ersten Mondflug (EM-1) des Orion-Raumschiffs von Bremen zum Kennedy Space Center/USA überführt. Dieses wurde im Rahmen der unbemannten Artemis-1-Mission getestet. Nach dem erfolgreichen Einsatz des ersten Moduls trug die ESA ein zweites ESM für die bemannte Mission Artemis 2 bei, die im April 2026 erfolgreich durchgeführt wurde.

Es ist geplant, dass Europa Servicemodule bis zunächst einschließlich Artemis 6 liefert.[4] Im „Tausch“ können europäische Astronauten mit zum Mond fliegen.[5]

Technische Details

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Aufbau des Europäischen Servicemoduls

Das Europäische Servicemodul ist ein zentraler Bestandteil des Raumschiffs. Es sorgt für Antrieb, Klimatisierung und die Versorgung mit Strom, Wasser und Atemluft. Das Modul wird bei Airbus Defence and Space in Bremen gebaut und basiert technisch auf dem zuvor dort hergestellten ATV.

Das Modul hat einen Durchmesser von ca. fünf Metern und eine Länge von vier Metern und besteht in seiner Grundstruktur aus einer Aluminium-Lithium-Legierung.[6][7]

Im Juni 2015 wurde bekannt, dass die NASA der ESA eines der Orbital-Maneuvering-Systeme (OMS) des Space Shuttles zur Weiterverwendung im EM-1-Servicemodul zur Verfügung stellt. Das verwendete hypergole Triebwerk Aerojet AJ10 war zuvor bereits bei 19 Shuttle-Missionen eingesetzt worden. Es liefert einen Schub von 26,6 kN. Im weiteren Verlauf wurde vereinbart, die Triebwerke für die ersten sechs Europäischen Versorgungsmodule einzusetzen. Die Konstruktion des AJ10 geht auf die 1950er Jahre zurück, als es in der Vanguard-Rakete eingesetzt wurde. Eine Variante des AJ10 wurde im Apollo-Versorgungsmodul eingesetzt.[8]

Im Vergleich zum Apollo-Servicemodul liefert das ESM fast doppelt so viel Energie (11,2 statt 6,3 kW), wiegt bei voller Betankung 40 % weniger (15,5 statt 24,5 Tonnen),[9] transportiert 50 % weniger Treibstoff (8,6 statt 18,6 Tonnen) und versorgt ein 45 % größeres bewohnbares Volumen des Raumschiffs (8,95 statt 6,17 m³).

Das ESM kann die aus vier Personen bestehende Crew über 21 Tage versorgen, was 50 % mehr als die 14 Tage ist, die das Apollo-Versorgungsmodul für drei Personen bereitstellen konnte.

Die Solarmodule werden von Airbus Netherlands (vormals Dutch Space) hergestellt. Sie liefern die elektrische Leistung von 11 kW, die das Versorgungsmodul bereitstellt, und haben im ausgeklappten Zustand eine Spanne von 19 Metern.[10]

Thales Alenia Space in Cannes entwickelte und liefert thermomechanische Systeme für das ESM. Hierzu gehören Schutzsysteme der Struktur gegen Mikrometeoriten, Temperaturregelungssysteme und Lagerstrukturen.

Die beiden Adapter zur Verbindung des ESM mit dem Crew-Modul und der obersten Stufe des Space Launch System sowie die Nutzlastverkleidung werden von Lockheed Martin hergestellt.

Einzelnachweise

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  1. Norman Augustine, Wanda Austin, Bohdan Bejmuk, Leroy Chiao, Christopher Chyba, Edward Crawley, Jeffrey Greason, Charles Kennel, Lester Lyles, Sally Ride: Final Report. Review of United States Human Space Flight Plans Committee, 22. Oktober 2009, archiviert vom Original am 16. Februar 2019; abgerufen am 26. August 2022 (englisch).
  2. US and Europe plan new spaceship. In: BBC News. 5. Mai 2011, abgerufen am 14. Mai 2011 (britisches Englisch).
  3. NASA Signs Agreement for a European-Provided Orion Service Module – NASA. 16. Januar 2013, abgerufen am 15. Mai 2024 (amerikanisches Englisch).
  4. NASA’s Partnerships with International Space Agencies for the Artemis Campaign (IG-23-004) NASA Office of Inspector General, 17. Januar 2023 (PDF; 7,8 MB): „in 2012 ESA agreed to build the service module for the Orion and currently has six European Service Modules (ESM) on contract with the manufacturer (Airbus Defence and Space)“.
  5. NASA, European Space Agency Formalize Artemis Gateway Partnership. NASA, 27. Januar 2020, abgerufen am 12. April 2026.
  6. Mark Garcia: NASA Gears Up to Test Orion's Powerhouse. NASA, 17. Juni 2015, abgerufen am 28. Juli 2015 (amerikanisches Englisch).
  7. Chris Bergin: Plum Brook prepped for EM-1 Orion Service Module testing. In: NASASpaceFlight.com. 20. Juni 2015, abgerufen am 28. Juli 2015 (amerikanisches Englisch).
  8. Jonathan C. McDowell: Engines. In: General Catalog of Artificial Space Objects. 13. August 2025, abgerufen am 13. August 2025 (amerikanisches Englisch).
  9. Orion (MPCV). (amerikanisches Englisch).
  10. Thales Alenia Space to supply thermomechanical systems for Orion ESM. 17. September 2015 (britisches Englisch).