Michael Schmid (Präsident, OsterreichÖsterreich) José de la Mata Amaya (Vizepräsident, SpanienSpanien) Margarita Šniutytė-Daugėlienė (Vizepräsident, LitauenLitauen)
Mit dem Vertrag von Lissabon wurde Eurojust auch ausdrücklich im Primärrecht (Art.85AEU-Vertrag) verankert. Zudem wurde mit diesem Vertrag die Säulenstruktur aufgelöst, es gibt aber Übergangsbestimmungen für Regelungen der bisherigen dritten Säule, die erst fünf Jahre nach dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon außer Kraft treten.[1] Darüber hinaus sieht der Vertrag von Lissabon vor, dass die Mitgliedstaaten im Falle einer Einigung ausgehend von Eurojust eine Europäische Staatsanwaltschaft einsetzen können (Art.86 AEU-Vertrag).
Bis auf Dänemark entsenden alle EU-Mitgliedstaaten jeweils ein nationales Mitglied sowie stellvertretende Mitglieder und Assistenten und Assistentinnen zu Eurojust.[2][3] Auf Grund seines Sonderstatus' im Bereich der justiziellen Zusammenarbeit stellt Dänemark einen sog. Repräsentanten. Diese Mitglieder sind in der Regel nationale Justizbedienstete oder Staatsanwälte und stellen auch das Bindeglied zwischen Eurojust und dem Justizapparat des jeweiligen Landes dar.
Die Gesamtheit der nationalen Mitglieder bildet das Eurojust-Kollegium. Das Kollegium wählt einen Präsidenten und zwei Vizepräsidenten. Am 12. November 2024 wurde das nationales Mitglied (nM) für Österreich, Michael Schmid, zum Präsidenten gewählt. Das nM für Spanien, José de la Mata Amaya, ist seit Dezember 2024 Vizepräsident. Im Juni 2022 wurde Margarita Šniutytė-Daugėlienė, für Litauen, als Vizepräsidentin gewählt.[4] Die Amtszeiten von Präsident und Vizepräsidenten beträgt jeweils vier Jahre.
Die Verwaltung von Eurojust wird seit dem 1. Oktober 2023 von Vincent Jamin (Frankreich) als Verwaltungsdirektor geleitet.[5]
Derzeit haben 13 Nicht-EU-Staaten Verbindungsstaatsanwältinnen und -Staatsanwälte zu Eurojust entsandt.[4]
Das Internationale Zentrum für die Strafverfolgung des Verbrechens der Aggression gegen die Ukraine (ICPA) nahm am 3.Juli 2023 seine Tätigkeit bei Eurojust auf. Das ICPA trägt zur Vorbereitung von Strafverfahren wegen Verbrechen der Aggression bei, indem es Beweismaterial sichert und die Fallbearbeitung in einem frühen Stadium unterstützt. Am 25.Juni 2025 unterzeichneten die Ukraine und der Europarat das Abkommen zur Einrichtung eines Sondergerichtshofs für das Verbrechen der Aggression gegen die Ukraine.[6][7]
Der Sondergerichtshof kann auf die Ermittlungsergebnisse und Beweise aufbauen, die im Rahmen der Arbeit des ICPA gesammelt wurden.[8]
Die Datenbank CICED (Core International Crimes Evidence Database) ist eine maßgeschneiderte Justizdatenbank von Eurojust. Sie wurde eingerichtet, um Beweise für schwerste internationale Verbrechen (Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen) zu bewahren, zu analysieren und zu speichern. Mit Hilfe von CICED kann Eurojust die nationalen Justizbehörden bei der Identifizierung von Beweismitteln in einem anderen Land unterstützen, die für ihre eigenen Untersuchungen relevant sein könnten. Durch CICED können die nationalen und internationalen Untersuchungen koordiniert und Beweismittel zu einem bestimmten Ereignis oder Ort gesucht – oder auch Beweislücken ermittelt werden.[9]
↑In Deutschland ist über das Gesetz über Eurojust und das Europäische Justizielle Netz in Strafsachen (Eurojust-Gesetz - EJG) u. a. geregelt, welche Nationalen Vertreter Deutschland entsendet und wem diese im Zweifel weisungsmäßig unterstehen, nämlich dem Bundesministerium der Justiz (BMJ)
12Presidency.Eurojust | European Union Agency for Criminal Justice Cooperation,abgerufen am 16.November 2024(englisch).