Benannt wurde Epsomit 1824 nach seinem ersten Fundort, dem englischen Ort Epsom. Bekannt und erstmals beschrieben wurde es aber bereits 1806 als Ablagerung in Verbindung mit dem in Epsom vorkommenden Mineralwasser.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VI/C.07-010. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate, ohne fremde Anionen“, wo Epsomit zusammen mit Goslarit, Meridianiit und Morenosit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VI/C.07 bildet.[5]
Auch die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[6]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Epsomit in die Abteilung „Sulfate (Selenate usw.) ohne zusätzliche Anionen, mit H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen“ zu finden, wo es zusammen mit Goslarit und Morenosit die „Epsomitgruppe“ mit der Systemnummer 7.CB.40 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Epsomit die System- und Mineralnummer 29.06.11.01. Dies entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Säuren und Sulfate“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Säuren und Sulfate mit AXO4 × x(H2O)“ in der „Epsomitgruppe“, in der auch Goslarit und Morenosit eingeordnet sind.
Spotted Lake im Süden der kanadischen Provinz British Columbia, eine von mehreren abflusslosen Geländemulden in der Region, an deren tiefster Stelle sich sulfatische Ablagerungen mit u.a. Epsomit bilden.
Epsomit kommt zwar an vielen Orten, jedoch meist nur in geringen Mengen vor. Als Sekundärmineral entsteht er durch Oxidation von Metallsulfiden. Epsomit bildet sich aber auch primär durch Ausfällung in Salzseen und marinen Konzentrationsbecken. Er zählt zu den relativ schlecht wasserlöslichen Edelsalzen und wird in diesen Fällen deshalb vor allem von Halit (Steinsalz) begleitet.
Weltweit sind insgesamt bisher rund 500 Vorkommen für Epsomit dokumentiert (Stand 2024).[10]
Außerhalb der Erde dürfte Epsomit zumindest überall dort vorkommen, wo wässrige Lösungen existieren können oder einst existieren konnten. So wurde Epsomit tatsächlich auf der Oberfläche des Jupitermondes Europa nachgewiesen, jedoch nicht direkt, sondern von der Erde aus, mit Hilfe von Spektralanalysen.[11] Auf dem Mars ist bislang zwar noch kein Epsomit entdeckt worden, jedoch kommen im Marsboden nachweislich relativ große Mengen an Magnesiumsulfat vor, und es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Vorkommen auch Epsomit enthalten.[12]
Weitere in der Natur vorkommende Hydrate des Magnesiumsulfats sind Kieserit, Pentahydrit und Hexahydrit. Hierbei handelt es sich um das Mono-, Penta- bzw. Hexahydrat.
Bittersalz wird in der Landwirtschaft und Gartenbau als Düngemittel verwendet und u.a. als Thuja-Dünger und Langzeit Koniferen-Dünger vermarktet; handelsübliches Bittersalz enthält dabei 16% Magnesiumoxid und 13% Schwefel.
Epsomit ist, ähnlich wie Mirabilit, nicht stabil. Es kann unter trockenen Bedingungen Wasser abgeben. Bei zu hoher Feuchtigkeit zerfließen Epsomitkristalle.
Epsomite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 1.September 2019(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.384 (englisch).
12
Epsomite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 54kB; abgerufen am 16.Juni 2024]).
12345Epsomite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 16.Juni 2024(englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Olaf Pitt Jenkins:Spotted lakes of epsomite in Washington and British Columbia. In: American Journal of Science. 4. Reihe, Band46, 1918, S.638–644, doi:10.2475/ajs.s4-46.275.638 (englisch).
↑W. A. G. Bennett:Saline Lake Deposits in Washington. In: Washington Division of Mines and Geology Bulletin. Band49, 1962, S.102 (englisch, file.dnr.wa.gov[PDF; 14,1MB; abgerufen am 16.Juni 2024]).
↑Robin W. Renaut, Peter R. Long:Sedimentology of the saline lakes of the Cariboo Plateau, Interior British Columbia, Canada. In: Sedimentary Geology. Band64, Nr.4, 1989, S.239–264, doi:10.1016/0037-0738(89)90051-1 (englisch).
↑Localities for Epsomite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 16.Juni 2024(englisch).
↑David T. Vaniman, David L. Bish, Steve J. Chipera, Claire I. Fialips, J. William Carey, William C. Feldman:Magnesium sulphate salts and the history of water on Mars. In: Nature. Band431, 2004, S.663–665, doi:10.1038/nature02973 (englisch, researchgate.net[PDF; 311kB; abgerufen am 16.Juni 2024]).
↑Marie Browning:Natural soapmaking. Sterling Pub. Co, New York 1999, ISBN 0-8069-6289-5 (englisch).