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Ephemera

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Gedruckte Einladung

Ephemera stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen, die gemeinsam ausdrücken, dass etwas nicht länger als einen Tag Bestand hat. Gemeint sind Dinge, die für einen einmaligen bzw. kurzen Gebrauch bestimmt sind. Im engeren Sinne sind damit nur Papierprodukte gemeint. Beispiele für Ephemera sind etwa Briefe, Postkarten, Werbung, Eintrittskarten, Poster, Plakate, Flugblätter, Orangenpapiere, Aktien, Lesezeichen, Grußkarten, Visitenkarten und andere Kleindrucksachen.

Eine weitergefasste Definition schließt alle gedruckten, gepressten, gestanzten oder gestempelten Dinge auch aus Materialien wie etwa Pappe, Metall oder Kunststoff mit ein.

Es gibt einen großen Kreis von Sammlern (Ephemeristen), die entweder auf eine bestimmte Art von Gegenstand (beispielsweise Bierdeckel) spezialisiert sind oder verschiedenartige Ephemera sammeln. Die Bezeichnung ist im anglo-amerikanischen Raum wesentlich weiter verbreitet und somit bekannter, auch große Auktionshäuser und Museen zeigen dort Sammlungen von Ephemera, und in England gibt es sogar ein akademisches Institut, das sich mit der Ephemeraforschung befasst, das Centre for Ephemera Studies an der Universität von Reading.

Zum Aufbau solcher Sammlungen gibt es in der Museumsgeschichte das durchaus vergleichbare Beispiel der lebenslangen „Sammlung“ der reichen US-Bürgerin Electra Havemeyer Webb (auch Mrs. James Watson Webb) (1888–1960), aus der das heutige Shelburne Museum für Kunstgewerbe, Alltags-Kunst und Häuser in Vermont entstanden ist.

Das Museum für angewandte Kunst (Wien) legte 2017 eine umfassende zweisprachige Übersicht über seine Bestände an ephemerer Gebrauchsgrafik vor.

  • Maurice Rickards (Ed.), completed by Michael Twyman: The encyclopedia of ephemera: a guide to the fragmentary documents of everyday life for the collector, curator, and historian. With the assistance of Sarah du Boscq de Beaumont and Amoret Tanner. 1. publ. British Library, London 2000, ISBN 0-7123-4679-1 (X, 402 S. : Ill. ; 30 cm)
  • Gerd Unverfehrt, Liselotte Krausser und Wulf Pförtner (Hrsg.): Die ganze Welt ist aus Papier: Graphiken und Objekte zu allen Gelegenheiten 1800–1930. Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Kunstsammlung der Universität Göttingen, ISBN 3-88452-630-8. (Inhaltsverzeichnis)
  • Christa Pieske: Das ABC des Luxuspapiers: Herstellung, Verarbeitung und Gebrauch 1860–1930. In: Schriften des Museums für Deutsche Volkskunde Berlin. Band 9, Museum für Deutsche Volkskunde, Berlin 1983, S. 339–352. ISBN 3-88609-123-6.
  • Graham Hudson: The design & printing of ephemera in Britain & America 1720 - 1920. 1. publ. The British Library [u. a.], London [u. a.] 2008, ISBN 978-0-7123-4904-8.
  • Wolfgang Brückner (Hrsg.): Massenbilderforschung. Eine Bibliographie. Veröffentlichungen zur Volkskunde und Kulturgeschichte, Würzburg 2003
  • Christoph Thun-Hohenstein; Kathrin Pokorny-Nagel (Hrsg.): Ephemera. Die Gebrauchsgrafik der MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung. Verlag für Moderne Kunst, Wien 2017. (MAK - Österreichisches Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst: MAK studies, 24). ISBN 978-3-903131-94-1. (Inhaltsverzeichnis)
Commons: Ephemera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien