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Misti

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Misti
Misti
Misti
Höhe 5822 m
Lage Peru
Gebirge Anden
Koordinaten 16° 17′ 51″ S, 71° 24′ 21″ WKoordinaten: 16° 17′ 51″ S, 71° 24′ 21″ W
Misti (Peru)
Misti (Peru)
Typ Schichtvulkan
Letzte Eruption 1784
Schneebedeckter Misti, von Arequipa abgewandte Seite

Der Misti ist ein Schichtvulkan im Süden von Peru in unmittelbarer Nähe der Stadt Arequipa. Der Vulkan beherrscht durch seine markante Kegelform das Stadtbild und gilt deswegen als Wahrzeichen von Arequipa, daher findet er sich im Stadtwappen wieder. Der 5822 Meter hohe Misti liegt zwischen zwei weiteren Vulkanen, dem 6057 Meter hohen Nevado Chachani und dem Picchu Picchu. Auf dem Gipfel des Misti wurde ein ca. 6 m hohes Kreuz aus Eisenschienen errichtet.

Der letzte größere Ausbruch ereignete sich 1784. Der Vulkan ist aber nach wie vor aktiv. Der Misti besitzt drei konzentrische Krater. Immer wieder sind von Arequipa aus rauchende Fumarolen zu beobachten. Geologen konnten mindestens 20 Ausbrüche mit Tephra-Ablagerungen in den vergangenen 50.000 Jahren nachweisen. Vor rund 2000 Jahren erreichte ein pyroklastischer Strom eine Länge von 12 Kilometern.

NASA-Fachleute gehen davon aus, dass Lavaströme, Lahare und Glutlawinen im Fall eines Ausbruchs die 850.000 Einwohner der Stadt Arequipa gefährden. Evakuierungspläne gibt es allerdings nicht und trotz der Gefahr entstehen an den Hängen des Vulkans selbst neue Siedlungen. Die Bewohner von Arequipa nennen den Vulkan „schlafend“.

El Misti wurde erstmals von präkolumbischen Völkern bestiegen, die archäologische Spuren in der Nähe des Gipfels hinterlassen haben[1]. Der deutsch-peruanische General und Kartograf Clemens von Althaus (1791–1836) hat den Vulkan eingehend untersucht und beschrieben.[2] In der Nähe des Kraters fanden Archäologen 1998 mindestens Acht Mumien und seltene Artefakte aus der Inka-Zeit[3]. Sie befinden sich heute im Museo de Santuarios Andinos in Arequipa.

Mit seiner regelmäßigen Kegelform erinnert der Berg an einen riesigen Sandhaufen. Technisch bietet die Besteigung des Misti keine Schwierigkeiten. Aufgrund der losen, rutschigen Vulkanasche und der steilen Hänge ist der Aufstieg jedoch sehr mühsam. Eine gute Akklimatisation und Kondition sind erforderlich. In einigen Monaten kann Schnee liegen, dann können Steigeisen und Eispickel notwendig sein. Die meiste Zeit des Jahres ist der Gipfel aufgrund der Trockenheit jedoch schneefrei.

Commons: Misti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. S. I. Bailey: Harvard Observatory in Peru. In: Scientific American. Band 76, Nr. 21, 22. Mai 1897, ISSN 0036-8733, S. 329–331, doi:10.1038/scientificamerican05221897-329 (scientificamerican.com [abgerufen am 13. Januar 2026]).
  2. Flora Tristan: Meine Reise nach Peru. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1983. ISBN 3-7973-0406-4. S. 160f.
  3. Dagmara M. Socha, Johan Reinhard, Ruddy Chávez Perea: Inca Human Sacrifices on Misti Volcano (Peru) https://www.cambridge.org/core/journals/latin-american-antiquity/article/inca-human-sacrifices-on-misti-volcano-peru/36534374D5C86642E2CA9F25FEFB96B0. In: Latin American Antiquity. Band 32, Nr. 1, März 2021, ISSN 1045-6635, S. 138–153, doi:10.1017/laq.2020.78 (cambridge.org [abgerufen am 13. Januar 2026]).