Eduard Marti

Eduard Marti (* 12. Oktober 1829 in Rapperswil (BE); † 5. November 1896 in Baden; heimatberechtigt in Rapperswil) war ein Schweizer Politiker.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bern studierte Marti von 1851 bis 1854 Rechtswissenschaften und erwarb im Jahr 1854 das Fürsprecherpatent. Anschliessend war er von 1854 bis 1855 als Fürsprecher in Nidau tätig, bevor er von 1856 bis 1871 in Biel praktizierte. Von 1871 bis 1892 amtierte er als Direktionspräsident der Jura-Bern-Bahn, die ab 1878 unter dem Namen Jura–Bern–Luzern-Bahn firmierte und ab 1890 zur Jura-Simplon-Bahn wurde.
Politisch engagierte sich Marti von 1866 bis 1878 sowie von 1882 bis 1892 als Mitglied des Berner Grossen Rats; von 1883 bis 1884 war er Präsident des Verfassungsrats. Zudem war er von 1866 bis 1878 sowie von 1884 bis 1896 Mitglied des Nationalrats und präsidierte diesen in den Jahren 1877/78. Von 1892 bis 1896 gehörte er dem Regierungsrat des Kantons Bern an, wo er die Bau- und Eisenbahndirektion leitete.
Marti war Mitglied des Verwaltungsrats der Jurabahn, der Schweizerischen Centralbahn sowie der Berner Kantonalbank. Ebenso gehörte er dem Schulrat des Eidgenössischen Polytechnikums an.
Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch die engen Beziehungen von Marti zu Ludwig Forrer und Eduard Müller, die über seinen Schwiegervater – Amtsnotar und Stadtschreiber in Thun – entstanden, sowie durch seine bedeutende Stellung im Eisenbahnwesen gewann Marti grossen politischen und wirtschaftlichen Einfluss. Als sogenannter «Eisenbahnbaron» zählte er sowohl auf kantonaler als auch auf eidgenössischer Ebene zu den einflussreichsten Politikern seiner Zeit.
Mit der Organisation des Baus der Jurabahnen im Jahr 1871 und der späteren Zusammenführung mit der Westbahn zur Jura-Simplon-Bahn führte er die bernische Eisenbahnpolitik im Sinne von Jakob Stämpfli weiter. Bereits früh setzte er sich zudem für den Bau des Simplontunnels, der Brünigbahn und der Grimselstrasse ein. Gemeinsam mit Bundesrat Emil Welti engagierte er sich ab 1891 für die Überführung der Eisenbahnen in staatlichen Besitz.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter Stettler: Eduard Marti. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 11. November 2024.
- Erich Gruner: Bundesversammlung. Band 1. Francke Verlag, Bern 1966, S. 196 f.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Eduard Marti auf der Website der Bundesversammlung
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Marti, Eduard |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 12. Oktober 1829 |
| GEBURTSORT | Rapperswil |
| STERBEDATUM | 5. November 1896 |
| STERBEORT | Baden |