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Edith Key

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Edith Annie Key, geborene Procter (* Januar 1872 in Eccleshill, Bradford, West Yorkshire; † April 1937 in Huddersfield, West Yorkshire) war eine englisch-britische Suffragette.

Key wurde als Tochter von Grace Procter, einer Textilfarbikarbeiterin. Ihr Vater war höchstwahrscheinlich Joseph Fawcett, ein lokaler Textilfabrikbesitzer, der ein Agreement to a Child („Vereinbarung über ein Kind“) unterzeichnete, nach der er Grace Procter eine wöchentliche Zuwendung zahlte, bis das Kind dreizehn Jahre alt war. Key wuchs bei ihren Tanten auf und zog kurz vor ihrem 10. Geburtstag nach Huddersfield. Ab dem Alter von 10 Jahren arbeitete sie dort in einer Fabrik und verließ die Schule mit 13 Jahren.[1]

Im März 1891 heiratete Edith den blinden Musiker Frederick Key. Gemeinsam eröffneten sie ein Musikgeschäft in Huddersfield, über dem sie auch wohnten.[2][3] Das Paar hatte zwei Söhne, Lancelot Luxton Herbert Coldwell (1891–1957) und Archibald Frederic (1894–1986).[4] Frederick Key war aktiver Sozialist,[1] und Edith engagierte sich bald in der Frauenwahlrechtsbewegung. Sie war Sekretärin und Organisatorin der Huddersfield-Ortsgruppe der Women’s Social and Political Union (WSPU),[5] die 1906 bei einem Treffen unter dem Vorsitz von Emmeline Pankhurst gegründet wurde.[1]

Dank Keys sorgfältiger Aufzeichnungen ist ein vollständiger Bericht über diese Periode der lokalen Suffragettengeschichte in Form ihres Protokollbuchs erhalten geblieben, das von Keys Enkelin dem West Yorkshire Archives Service übergeben wurde.[1] Es ist eines von nur drei bekannten erhaltenen Protokollbüchern der WSPU und das einzige einer Ortsgruppe außerhalb Londons.[6] Es bietet wertvolle Einblicke in die Zusammenarbeit der lokalen Ortsgruppen mit der WSPU und in die Anliegen der WSPU-Mitglieder, die weit entfernt von den militanten Aktionen waren, die hauptsächlich in London stattfanden.[7]

Sie nahm an mehreren Demonstrationen für das Frauenwahlrecht in London teil, wurde bei einer davon verhaftet und mehrere Tage lang im Holloway Prison, bevor sie mangels Beweisen freigelassen wurde.[8] Das Protokollbuch der WSPU enthält eine Kopie eines Briefes, den Key im Namen der Ortsgruppe an „liebe Freundinnen“ im Holloway Prison geschickt hatte und in dem sie die Hoffnung der Ortsgruppe zum Ausdruck brachte, „dass Ihre Gesundheit, Ihre Kraft und Ihre weibliche Ausdauer es Ihnen ermöglichen mögen, Ihre Strafen zu verbüßen“.[9]

Das Haus der Keys über ihrem Musikgeschäft diente als regionales Hauptquartier der WSPU in Huddersfield. Laut Keys Sohn wurde es auch zum „inoffiziellen Hauptquartier“ der Independent Labour Party und zum „Planungsraum“ für militante Suffragetten.[1] Von 1913 bis 1914 nutzte Keys ihr Haus, um eine Reihe von Suffragetten zu verstecken, die sich im Rahmen des Cat and Mouse Act der Wiederverhaftung entzogen. Zu denjenigen, denen sie Unterschlupf gewährte, gehörte auch Adela Pankhurst, die Tochter von Emmeline Pankhurst.[10]

Keys starb 1937 im Alter von 65 Jahren und wurde auf dem Edgerton Cemetery beigesetzt.[3]

An Key wird in Huddersfield durch zwei Organisationen erinnert: das Edith Key Centre, eine 2014 eröffnete Einrichtung für Gemeinschafts- und Kampagnenorganisationen[11] und das Edith Key Building an der University of Huddersfield, in dem die Fakultät für Psychologie untergebracht ist.[12]

Einzelnachweise

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  1. a b c d e Jill Liddington: Rebel Girls: How votes for women changed Edwardian lives. Little, Brown Book Group, London 2015, ISBN 978-0-349-00781-6 (englisch).
  2. Registereintrag zu Hochzeiten.
  3. a b Edith Key. In: LocalSuffragettes. Archiviert vom Original am 26. Juli 2018; abgerufen am 9. Januar 2026 (englisch).
  4. Dave Pattern: Edith Ann Key (1872-1937) née Proctor. In: Huddersfield Exposed. 6. Februar 2025, abgerufen am 9. Januar 2026 (englisch).
  5. Jo Stanley: Suffrage History Made in Huddersfield, 10 May 2006. In: History Workshop Journal. Band 62, Nr. 1, 2006, S. 344–46, doi:10.1093/hwj/dbl020 (englisch).
  6. Krista Cowman: «Minutes of the Last Meeting Passed»: The Huddersfield Women's Social and Political Union Minute Book January 1907-1909, a New Source for Suffrage History. In: Twentieth Century British History. Band 13, Nr. 3, 1. Januar 2002, S. 298–315, doi:10.1093/tcbh/13.3.298 (englisch).
  7. Andrew Rosen: Rise up, women!: the militant campaign of the Women's Social and Political Union, 1903-1914. Routledge, London 1974, ISBN 978-0-7100-7934-3 (englisch).
  8. WYAS225 - Edith Key, suffragette, Huddersfield, records. In: West Yorkshire Archives Service catalogue record. Abgerufen am 8. Februar 2017 (englisch).
  9. Edith Key, Suffrgaette, Huddersfield, Records. In: KC1060. West Yorkshire Archives Service, abgerufen am 9. Januar 2026 (englisch).
  10. Yvette Huddlestone: Most famous Yorkshire names you've never heard of. Yorkshire Post, 15. Dezember 2016, abgerufen am 9. Januar 2026 (englisch).
  11. Henryk Zientek: Edith Key Centre provides base for five charities in Huddersfield town centre. Yorkshire Live, 24. Juni 2014, abgerufen am 9. Januar 2026 (englisch).
  12. Building name changes. University of Huddersfiel, 5. April 2016, abgerufen am 9. Januar 2026 (englisch).