Edgar Moreau

Edgar Moreau[1] (* 3. April 1994 in Paris) ist ein französischer klassischer Cellist.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Edgar Moreau wurde am 3. April 1994 in Paris geboren.[1] Als Sohn von Antiquitätenhändlern begann er im Alter von vier Jahren mit dem Cellospiel, nachdem er bei einem Spaziergang mit seinem Vater in einem Antiquitätengeschäft ein Cello gehört hatte.[1][2] Mit sieben Jahren erhielt er zusätzlich Klavierunterricht und wurde 2010 am Konservatorium von Boulogne-Billancourt ausgezeichnet.[1] Nach Studien bei Xavier Gagnepain setzte er seine Ausbildung am Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris in der Celloklasse von Philippe Muller sowie in der Kammermusikklasse von Claire Désert fort.[1] Anschließend studierte er an der Kronberg Academy bei Frans Helmerson.[3]
Im Alter von elf Jahren debütierte er mit dem Orchester des Teatro Regio Torino in Turin mit dem Cellokonzert von Antonín Dvořák.[3] 2009 wurde er beim Rostropowitsch-Wettbewerb ausgezeichnet.[1][3] Internationale Beachtung fand er insbesondere 2011, als er im Alter von 17 Jahren den zweiten Preis beim Internationalen Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau gewann.[3] 2014 erhielt er zudem den Young Concert Artists Award.[3]
Seitdem konzertiert er regelmäßig in bedeutenden Sälen wie der Carnegie Hall in New York, der Berliner Philharmonie, dem Musikverein Wien, dem Concertgebouw Amsterdam, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Seoul Arts Center, Théâtre des Champs-Elysées in Paris, Teatro alla Scala in Mailand, Teatro La Fenice in Venedig, der Philharmonie de Paris, Wigmore Hall in London sowie der Suntory Hall in Tokio.[3] Zu den internationalen Festivals, bei denen er regelmäßig auftritt, zählen das Verbier Festival, die Salzburger Festspiele, das Edinburgh International Festival, Sommets Musicaux de Gstaad sowie das Martha Argerich Festival in Hamburg.[3]
Moreau arbeitet mit zahlreichen bedeutenden Dirigenten zusammen, darunter Gustavo Dudamel, Myung-Whun Chung, Tugan Sokhiev, Marin Alsop, Manfred Honeck, Lahav Shani, Elim Chan, Mikko Franck, Jakub Hrůša, Alain Altinoglu, Pablo Heras-Casado, Andris Poga, Valery Gergiev, François-Xavier Roth, Vasily Petrenko, Jukka-Pekka Saraste, Julian Rachlin, Lionel Bringuier, Andrés Orozco-Estrada und Nathalie Stutzmann.[3] Zu den Orchestern, mit denen er als Solist aufgetreten ist, zählen unter anderem das London Symphony Orchestra, das Philharmonia Orchestra, die New York Philharmonic, die Los Angeles Philharmonic, das Philadelphia Orchestra, das Mahler Chamber Orchestra, die Filarmonica della Scala, die Wiener Symphoniker, die Münchner Philharmoniker, das Israel Philharmonic Orchestra, das Orchestre de Paris, das Orchestre Philharmonique de Radio France und das Orchestre National de France.[3]
Besondere Bedeutung hat in Moreaus künstlerischer Tätigkeit die Kammermusik. Er musiziert regelmäßig mit Künstlern wie Martha Argerich, Yo-Yo Ma, Renaud Capuçon, Khatia Buniatishvili, Daniil Trifonov, Sir András Schiff, Gidon Kremer, Emmanuel Pahud, Lisa Batiashvili, Julian Rachlin, Nicholas Angelich, Sergei Babayan, Bertrand Chamayou und David Kadouch.[2][3] Darüber hinaus trat er unter anderem gemeinsam mit Pinchas Zukerman, Maxim Vengerov, Vadim Repin, Leonidas Kavakos, Vilde Frang, Ilya Gringolts, Tabea Zimmermann, Nobuko Imai und Mischa Maisky auf.[4]
Von 2015 bis 2018 gehörte Moreau zur Reihe Junge Wilde des Konzerthauses Dortmund.[5] Am 27. November 2015 spielte er bei einer Gedenkfeier für die Opfer der Anschläge vom 13. November 2015 in Paris die Sarabande aus der zweiten Suite für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach.[6]
2013 unterzeichnete Moreau einen Exklusivvertrag mit Warner Classics & Erato. Sein Debütalbum Play mit dem Pianisten Pierre-Yves Hodique erschien 2014.[3] Es folgten zahlreiche weitere Einspielungen, darunter Giovincello mit dem Ensemble Il Pomo d’Oro unter Riccardo Minasi, das 2016 mit einem ECHO Klassik ausgezeichnet wurde, Offenbach & Gulda mit Les Forces Majeures unter Raphaël Merlin, das Familienalbum A Family Affair, Transmission mit Werken von Bruch, Bloch, Korngold und Ravel sowie Einspielungen der Cellokonzerte von Henri Dutilleux und Mieczysław Weinberg mit dem WDR Sinfonieorchester Köln unter Andris Poga.[3] Gemeinsam mit Renaud Capuçon und Bertrand Chamayou wirkte er an den Alben Debussy: Musique de Chambre und Saint-Saëns: Sonates & Trio mit.[3] Mit David Kadouch veröffentlichte er mehrere Duoaufnahmen.[3] 2024 erschien das Album Rococo mit den Rokoko-Variationen von Pjotr Iljitsch Tschaikowski gemeinsam mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter Michael Sanderling sowie Werken von Frédéric Chopin mit David Kadouch.[3] 2026 veröffentlichte er mit seinen Brüdern David und Jérémie als Moreau Trio eine Einspielung der Klaviertrios von Franz Schubert.[3]
Für seine künstlerischen Leistungen wurde Moreau mehrfach ausgezeichnet. 2009 erhielt er einen Preis beim Rostropowitsch-Wettbewerb, 2011 den zweiten Preis beim Internationalen Tschaikowski-Wettbewerb und 2014 den Young Concert Artists Award.[3] 2012 wurde er als Adami Révélation Classique ausgezeichnet.[3] 2013 erhielt er bei den Victoires de la musique classique die Auszeichnung Révélation soliste instrumental de l’année, 2015 wurde er dort als Soliste instrumental de l’année geehrt.[3] Weitere Förderungen und Preise erhielt er unter anderem von der Fondation Banque Populaire, der Fondation d’Entreprise Safran sowie als „Young Soloist Award“ des französischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks.[3] 2016 wurde seine Aufnahme Giovincello mit einem ECHO Klassik ausgezeichnet, 2017 wurde er zum ECHO Rising Star ernannt.[3]
Seit September 2023 ist Moreau Professor für Violoncello am Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris.[3] Er spielt ein Violoncello von David Tecchler aus dem Jahr 1711 sowie einen Bogen von Dominique Peccatte.[3]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Edgar Moreau bei Discogs
- Edgar Moreau bei MusicBrainz (englisch)
- warenrclassics: Edgar Moreau (Biografie). Abgerufen am 2. März 2019.
- Kronberg Academy: Egar Moreau. Abgerufen am 1. März 2019.
Einzelnachweise und Bemerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 Der Artikel ist eine Übersetzung des gleichlautenden Artikels der französischsprachigen Wikipedia.
- 1 2 Jan Peter Ibs: Edgar Moreau im Porträt | Cellist auf Mission | concerti.de. In: concerti.de. 28. Mai 2017 (concerti.de [abgerufen am 16. Mai 2026]).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Edgar Moreau. Abgerufen am 16. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Postcard from Verbier Festival. Abgerufen am 16. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Junge Wilde – eine Retrospektive. Abgerufen am 16. Mai 2026.
- ↑ Node news | Warner Classics. Abgerufen am 16. Mai 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Moreau, Edgar |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer klassischer Cellist |
| GEBURTSDATUM | 3. April 1994 |
| GEBURTSORT | Paris |