Echternach
| Wappen | Karte | |||
|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | ||||
Echternach | ||||
| Staat: | ||||
| Koordinaten: | 49° 49′ N, 6° 25′ O | |||
| Kanton: | Echternach | |||
| Einwohner: | 5936 (1. Januar 2025)[1] | |||
| Fläche: | 20,5 km² | |||
| Bevölkerungsdichte: | 289,7 Einw./km² | |||
| Gemeindenummer: | 1005 | |||
| Website: | www.echternach.lu | |||
| Politik | ||||
| Bürgermeister: | Carole Hartmann (DP) | |||
| Schöffen: | Ben Scheuer (LSAP) Jean-Claude Strasser (LSAP) | |||
| Wahlsystem: | Proporzwahl | |||
| Sitzverteilung im Gemeinderat: | ||||
| Regierende Fraktion: | DP, LSAP | |||
| Opposition: | CSV, déi gréng | |||
| Echternach: Einwohnerzahlen von 1821 bis 2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1821 | 3.251 | |||
| 1871 | 3.822 | |||
| 1910 | 3.527 | |||
| 1922 | 3.202 | |||
| 1935 | 3.280 | |||
| 1947 | 3.141 | |||
| 1960 | 3.389 | |||
| 1970 | 3.792 | |||
| 1981 | 4.149 | |||
| 1991 | 4.216 | |||
| 2001 | 4.610 | |||
| 2011 | 4.960 | |||
| 2021 | 5.650 | |||
| 2024 | 5.869 | |||
| Quelle(n): Institut national de la statistique et des études économiques (STATEC) | ||||
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde Echternach wird von einer Koalition aus der liberalen DP und der sozialistischen LSAP regiert.
Zur Kommunalwahl im Juni 2023 kandidierten vier Parteilisten, wovon alle vier den Einzug in den Gemeinderat schafften.
| Partei | Sitze: 11 | Stimmenanteil | Stimmenanteil |
|---|---|---|---|
| Demokratesch Partei (DP) | 3 | 31,46 % | |
| Chrëschtlech-Sozial Vollekspartei (CSV) | 3 | 25,83 % | |
| Lëtzebeurger Sozialistesch Aarbechterpartei (LSAP) | 3 | 25,23 % | |
| Déi Gréng | 2 | 17,49 % |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sankt-Willibrordus-Basilika (siehe Geschichte)
Im Inneren der Basilika befindet sich das Dokumentationszentrum zur Springprozession. Dort geben Tafeln Auskunft über die Geschichte und den Verlauf der Springprozession. Ein Dokumentarfilm veranschaulicht die Prozession durch Bilder und Musik. Das große Wandbild mit der Darstellung der Prozession wurde vom Maler Lucien Simon im Auftrag der Luxemburgischen Regierung für die Weltausstellung 1937 in Paris gemalt.
Das Abteimuseum
Das Abteimuseum stellt Faksimiles der schönsten Handschriften aus, die in Echternach hergestellt wurden und bietet einen Überblick über das Leben und Werk des Heiligen Willibrord.
Peter-und-Paul-Kirche
Mit ihren merowingischen, romanischen und gotischen Stilelementen ist diese auf einem ehemaligen römischen Kastell gebaute Kirche einen Besuch wert. Interessant ist der römische Springbrunnen in der Kirche.
Hihof – Museum für Vorgeschichte & Echternacher Porzellan
Gezeigt wird die Evolution und Tätigkeit der Menschen anhand von Werkzeugen und Waffen während eines Zeitraums von mehr als einer Million Jahren. Außerdem eine Sammlung von Echternacher Porzellan aus dem 19. Jh.
Römische Villa
Das moderne Besucherzentrum vermittelt ein anschauliches und lebendiges Bild des Alltags im Herrenhaus einer der größten römischen Villenanlagen nördlich der Alpen. Inszenierungen mit lebensgroßen Figuren sowie Modelle liefern Einblick in das luxuriöse Hausinnere.
Das moderne Konzert-, Tagungs- und Seminarhaus bietet ein reichhaltiges Kultur- und Kongressprogramm.
Kulturrundweg "Via Epternacensis"
Sehenswürdigkeiten und Museen sind beim Kulturrundweg in 15 Etappen durch Echternach und entlang der früheren Ringmauer zu entdecken. Das Rathaus (Denzelt) am Marktplatz stellt ein bedeutendes historisches Denkmal aus dem 15. Jh. dar. Rokoko-Pavillon (18. Jh.) im Stadtpark, Orangerie, ein Klostergarten, Vorwerk aus der Diadochenzeit und der merowingischen Epoche auf der Anhöhe der St. Peter-und-Paul Kirche. Sie war lange Zeit Pfarrkirche und ist eines der ältesten Heiligtümer des Landes.
Der Folder ist erhältlich bei der Tourist-Info.
St.-Willibrord-Basilika
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Basilika Echternach
- Blick zur Basilika
- Kirchenschiff
- Willibrord-Flügelaltarbild in der Basilika
- Christus-Torso in der Basilika
- Grab Willibrords in der Krypta der Basilika
- Deckenbilder in der Krypta
- St.-Willibrord-Quelle in der Krypta
- Statue des heiligen Willibrord in der Basilika
Abtei und Innenstadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Eingangsportal zur Abtei
- Abtei (Ostflügel)
- Gerichtsgebäude „Dënzelt“ mit Fassaden-Statuen
- Detail am Dënzelt
- Dënzelt in Echternach
- Innenstadt
- Justizkreuz
- Springprozession auf dem Marktplatz
- Rathaus
Stadtmauer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Zeichnung im Cartularium von Johannes Bertels (Archives Nationales de Luxembourg)
- Südlicher Teil der Stadtmauer mit Wachtürmen
- Stadtmauer mit rekonstruiertem (2001–2003) Ostturm
- Wegekreuz (16. Jh.) an der Innenseite der Stadtmauer
- Früherer Wachturm, im 19. Jh. zum Wohnturm umgebaut
Echternacher Springprozession
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Am Dienstag nach Pfingsten findet die Echternacher Springprozession statt, eine jährlich zelebrierte Tanzprozession, die in ähnlicher Form auch im Trierer Stadtteil Biewer beim sogenannten Schärensprung ausgeführt wird. Bei der Springprozession „springen“ die Teilnehmer zu Marschmusik ausgehend vom Innenhof der früheren Abtei durch die Stadt zur Krypta in der Echternacher Basilika, der Begräbnisstätte des heiligen Willibrord. Mit der Prozession wird der Heilige geehrt, der von hier zu seiner Missionarstätigkeit nach Friesland aufbrach. An der Veranstaltung nehmen auch regelmäßig zahlreiche Gläubige aus den missionierten Gebieten teil.
Wie es zum Springen kam, ist nicht eindeutig geklärt. Eine Theorie besagt, dass die Sprünge auf die Bewegungen von Epileptikern zurückgehen, die sich von einer Pilgerfahrt Heilung ihrer Krankheit erhofften. Die neuere Forschung bevorzugt jedoch die These, dass die Springprozession viel älter als die Verehrung Willibrords ist und aus germanischen und frühchristlichen Kulttänzen hervorging. Seit 2010 gehört die Echternacher Springprozession zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO.[4]
Musikfestivals
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Festival International Echternach
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Echternacher Musikfestspiele wurden von den beiden Luxemburger Musikliebhabern Georges Calteux und Jean Kraft ins Leben gerufen. Im Jahre 1975 fanden sie schnell Freunde und Förderer. Unter ihnen auch der weltweit bekannte Pianist Cyprien Katsaris, der das Festival als musikalischer Leiter mehr als 30 Jahre lang prägte.
Adrien Meisch, ehemaliger Botschafter Luxemburgs und Musiker, schrieb als dessen Präsident von 1985 bis 2007 die Geschichte des Festival International Echternach maßgeblich mit. Von 2007 bis 2013 übernahm Georges Santer, derzeit luxemburgischer Botschafter in Paris, das Präsidentenamt. Dann folgte von 2013 bis 2017 Julien Alex, auch ehemaliger Botschafter, als Präsident. Adrien Meisch blieb dem Festival als Ehrenpräsident weiter verbunden.
Musikalische Größen wie Benny Goodman, Yehudi Menuhin, Mstislaw Rostropowitsch, Montserrat Caballé, Anne-Sophie Mutter, Gidon Kremer, Alfred Brendel oder z. B., Arcadi Volodos, Christian Zacharias oder George Benson (um nur einige wenige zu nennen), sind in Echternach ebenso aufgetreten wie Nachwuchs oder Preisträger aus dem In- und Ausland. Zahlreiche Werke gelangten in Echternach zur Uraufführung. Sie sind im Auftrage des Festival International Echternach entstanden zur Förderung junger Komponisten.
Musikalisch spannt das Festival einen Bogen von mittelalterlichen Klängen bis zur Klassik und von Jazz bis zur Weltmusik. Von 2008 bis 2017 findet im Rahmen des Echternacher Festivals im September auch ein Jazzfestival statt.
Aufführungsorte sind: die Basilika, die Peter-und-Paul Kirche und seit 2008 das Kulturzentrum Trifolion u. a.
2017 war es das Aus des Festival International Echternach. Nach einem Jahr Pause wurde 2019 das Echterlive (Open-Air-Festival) ins Leben gerufen.
E-Lake Festival
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Idee eines Festivals wurde 1983 unter dem Motto "ACTING FOR YOUNG PEOPLE!" aufgrund des Mangels an Attraktionen in der Region Echternach geboren.
Mit der Magie der Musik aller Genres wendet sich das Musikfestival "e-Lake" an die Mehrheit der jungen Menschen und versucht, sie am Ufer des Echternacher Sees zusammenzubringen. Es ist ein Festival, das ausschließlich von Jugendlichen für Jugendliche organisiert wird. Und da man die finanzielle Situation junger Menschen sehr gut kennt, wäre es immer das Ziel, den Besuchern eine Veranstaltung mit kostenlosem Eintritt vorzustellen!
Die Musikstile umfassen Rock und Pop, Electro und House bis Reggae.
Angesichts des wachsenden Erfolgs der Veranstaltung freuen sich die Mitglieder des Jugendclubs Echternach (CJE), jedes Jahr ein attraktiveres Musikfestival zu organisieren.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Söhne und Töchter der Stadt
- Heinrich IV. (1112–1196), Graf von Luxemburg
- Johannes Holler (1614–1671), Weihbischof in Trier und Rektor der Universität Trier
- Charles Munchen (1813–1882), Rechtsanwalt und Politiker
- Jos Namur (1823–1892 ebenda), Apotheker und Gymnasialprofessor
- Caspar Mathias Spoo (1837–1914), Industrieller und Politiker
- Rudolf Palgen (1895–1975), Romanist, Italianist, Germanist und Danteforscher
- Albert Hoefler (1899–1950), Journalist, Literaturkritiker, Dichter und Romancier
- Robert Schaffner (1905–1979), Politiker (DP), unter anderem zweimal Bürgermeister von Echternach
- François Gillen (1914–1997), Künstler
- Paul Spang (1922–2009), Historiker und Archivar
- Victor Conzemius (1929–2017), Kirchenhistoriker
- Jules Hoffmann (* 1941), Biologe und Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin
- Hans Günter Hockerts (* 1944), deutscher Historiker
- Carole Dieschbourg (* 1977), Politikerin
Personen die am Ort gewirkt haben
- Michael Franz Josef Müller (1762–1848), Schöffe des Hochgerichts, Deputierter der Landstände und Friedensrichter
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Martin Zeiller: Echternach. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Westphaliae (= Topographia Germaniae. Band 8). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1647, S. 78–79 (Volltext [Wikisource]).
- Martin Zeiller: Echternach. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Circuli Burgundici (= Topographia Germaniae. Band 16). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1654, S. 228–230 (Volltext [Wikisource]).
- Camille Wampach: Urkunden und Quellenbuch zur Geschichte der altluxemburgischen Territorien bis zur Burgundischen Zeit. 10 Bände, Luxemburg 1935–1955.
- Henri Trauffler: Die Abteistadt Echternach im Mittelalter. Trier 1996 (Phil. Diss.).
- Camille Wampach: Geschichte der Grundherrschaft Echternach im Frühmittelalter, Untersuchungen über die Person des Gründers, über die Kloster- und Wirtschaftsgeschichte aufgrund des liber aureus Epternacensis (698–1222). Luxemburg 1929/1930.
- Thomas Webers: Familienbuch der Gemeinde Echternach 1796–1923. Gemeinde Echternach, 2016.
- Michele C. Ferrari: Die Abtei Echternach 698–1998. Cludem, Luxembourg 1999, ISBN 2-919979-12-4.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Population by canton and municipality, citizenship and sex. Abgerufen am 5. Oktober 2025.
- ↑ Jos. A. Massard: 1886–1996: Hundertzehn Jahre elektrisches Licht in Echternach. Ein Beitrag zur Geschichte der öffentlichen und privaten Beleuchtung im 19. und frühen 20. Jahrhundert in Luxemburg mit Blick ins deutsche Grenzgebiet. (PDF; 12,99 MB); Annuaire de la Ville d’Echternach 1996; S. 101–144.
- ↑ Ciné Sura: Geschichte. Ciné Sura Echternach, abgerufen am 7. Juni 2018.
- ↑ Hopping procession of Echternach. UNESCO, abgerufen am 7. Juni 2018.
