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Sandrasselottern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Echis)
Sandrasselottern

Gewöhnliche Sandrasselotter (E. carinatus)

Systematik
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
ohne Rang: Toxicofera
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Vipern (Viperidae)
Unterfamilie: Echte Vipern (Viperinae)
Gattung: Sandrasselottern
Wissenschaftlicher Name
Echis
Merrem, 1820

Die Sandrasselottern (Echis) sind eine Gattung der wüstenbewohnenden Vipern. Lebensraum der Sandrasselottern sind trockene wüstenartige Gebiete Indiens, Sri Lankas, Arabiens und Nordostafrikas. Die Schlangen gelten als gefährlich und sind jährlich für etwa 100.000 Bissunfälle verantwortlich.[1]

Die Sandrasselottern sind kleine bis mittelgroße Vipern. Sie werden durchschnittlich 30 bis 50 cm lang, die Maximallängen liegen bei 80 bis 90 cm. Sie haben einen deutlich vom Körper abgesetzten Kopf mit dreieckiger Form, der Körper wirkt im Vergleich zu anderen Vipern relativ schlank. Der Körper der Tiere ist gefleckt, die Grundfärbung variiert zwischen Grau- und Brauntönen.

Ihren Namen verdanken sie ihren seitlichen Schuppen, die durch Aneinanderreiben ein raschelndes Geräusch wie zwei aneinandergeriebene Blätter Schleifpapier erzeugen. Dabei nehmen sie eine charakteristische Drohgestik ein, bei der sie Körperteile aneinander reiben, um ein „zischendes“ Warnsignal zu erzeugen.[2][3]

Sandrasselottern sind vorzugsweise dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber verstecken sich die Schlangen gerne unter Gebüsch, Steinen und Haufen trockenen Holzes. Wie auch andere Wüstenschlangen können sich Sandrasselottern seitenwindend fortbewegen.

Arabische Sandrasselotter (Echis coloratus)

Die Gattung umfasst nach aktuellem Kenntnisstand 12 Arten (Stand: Dezember 2022):[4][5]

Neben diesen werden in verschiedenen Quellen die weitere Art benannt:

Gefährlichkeit

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Die Sandrasselottern gehören wegen ihres potenten Gifts sowie der häufigen Bissunfälle zu den für den Menschen gefährlichsten Giftschlangen. Es wird geschätzt, dass sie jährlich für mehr als 5.000 Todesfälle verantwortlich sind – mehr als jede andere Schlangengattung.[6] Sie sind zwar oft nicht länger als 50 cm, haben aber relativ große Giftzähne. Sie sind aggressiv und angriffslustig. In Erregung versetzt, legen sie ihren Körper in Schlingen und reiben sie aneinander; dadurch entsteht ein rasselndes Geräusch. Der Kopf liegt in der Mitte der sich kreiselnden Spirale. Ergibt sich eine passende Gelegenheit, schlagen sie mit großer Wucht zu. Vermutlich zischen die Tiere deshalb nicht, weil dadurch sehr viel Feuchtigkeit über die Nasenlöcher ausgestoßen wird.

  • E. Nicholas Arnold, Michael D. Robinson, Salvador Carranza: A preliminary analysis of phylogenetic relationships and biogeography of the dangerously venomous Carpet Vipers, Echis (Squamata, Serpentes, Viperidae) based on mitochondrial DNA sequences. In: Amphibia-Reptilia. Band 30, Nr. 2, 2009, S. 273–282, doi:10.1163/156853809788201090 (englisch).
Commons: Echis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive ) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  2. David Mallow, David Ludwig, Göran Nilson: True Vipers: Natural History and Toxinology of Old World Vipers]. Krieger Publishing, 2003, ISBN 9780894648779.
  3. APC Textbook of Forensic Medicine and Toxicology. Avichal Publishing, 2017, ISBN 9788177394191, S. 640.
  4. nach ITIS
  5. Echis In: The Reptile Database
  6. What are the world's deadliest animals? BBC News, 15. Juni 2016, abgerufen am 16. September 2018 (englisch).