Easy Company
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Easy Company, 2. Bataillon, 506. US-Fallschirmjägerregiment der 101. US-Luftlandedivision | |
|---|---|
Insignie des 506. US-Fallschirmjägerregiments | |
| Aktiv | 1942 bis 1957, mit Unterbrechung zwischen 1945 und 1954 |
| Staat | |
| Teilstreitkraft | |
| Truppengattung | Luftlandetruppen |
| Typ | Kompanie |
| Unterstellung | |
| Spitzname | "Easy Company" |
| Motto | "Currahee" (We Stand Alone) |
| Marsch | Blood on the Risers |
| Schlachten | Zweiter Weltkrieg
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| Führung | |
| Colonel des Regiments | Robert Sink |
| Ehemalige Bemerkenswerte Kommandeure |
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Die E Company, 2. Bataillon, des 506. US-Fallschirmjägerregiments der 101. US-Luftlandedivision war eine Kompanie in der United States Army. Die Kompanie wurde mit dem Rufzeichen Easy versehen, nach dem Funkrufzeichen für „E“ der von den Amerikanern im Zweiten Weltkrieg benutzten Buchstabiertafel.
Die Erfahrungen der Mitglieder der Kompanie im Zweiten Weltkrieg sind Thema des 1992 erschienenem Buch Band of Brothers des Geschichtswissenschaftlers Stephen E. Ambrose und der gleichnamigen HBO-Miniserie Band of Brothers – Wir waren wie Brüder, die im Jahre 2001 erschien.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Training und Zusammenstellung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das 506. Fallschirmjägerregiment war ein experimentelles Luftlanderegiment, das im Jahr 1942 aufgestellt wurde, um aus C-47-Transportflugzeugen in feindliches Gebiet abzuspringen.
Die Easy Company wurde in Camp Toccoa, Bundesstaat Georgia, unter dem Kommando von Oberleutnant Herbert Sobel aufgestellt. Bevor die Truppen mit der Luftlandeausbildung begannen, absolvierten sie die üblichen Kampfübungen und das körperliche Training, das zur Fallschirmjägerausbildung dazugehörte. Eine der Übungen, die zur Ausbildung der Truppen dazugehörte, war es den Currahee, einen großen, steilen Hügel, zu belaufen.
Herbert Sobel sorgte dafür, dass die Truppen in eine ausgezeichnete körperliche Verfassung erreichte, sodass sie den Abschnitt der Sprungausbildung, der das körperliche Training umfasste, überspringen konnten.[1]
Easy Companys dritter Kommandant, Oberleutnant Richard Winters – ursprünglich Leutnant und Zugführer des 2. Zugs unter Sobel, später als Major Kommandant des 2. Bataillons – sagte aus, dass die Kompanie „über drei Gewehrzüge und eine Kommandosektion verfügte. Jeder Zug beinhaltete drei Gewehrtrupps je zwölf Mann und einen Sechsmann-Mörsertrupp. Easy verfügte außerdem über ein Maschinengewehr pro Gewehrtrupp und einen 60-mm-Mörser pro Mörsertrupp“.[2]
Meuterei und Protest gegen die Führung Sobels
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Während die Kompanie auf die Invasion der Normandie wartete, wurde sie in Aldbourne, Wiltshire, England, stationiert.
Die Spannungen zwischen Winters und Sobel spitzten sich in der Zeit zu. Winters begann an Sobels Fähigkeit zu zweifeln, die Kompanie in den Kampf zu führen. Viele der eingezogenen Männer respektierten Winters für seine Kompetenz und machten sich Sorgen über die Führung Sobels. Sobel versuchte in der Zeit, Winters wegen falscher Anschuldigung der „Nichtausführung eines rechtmäßigen Befehls“ gerichtlich zu belangen.[3] Winters, der seine Bestrafung als ungerecht empfand, beantragte, dass seine Schuld von einem Militärgericht überprüft werde. Einen Tag nachdem Winters Bestrafung durch den Bataillonskommandanten Major Robert L. Strayer aufgehoben wurde, brachte Sobel eine neue Anklage gegen Winters vor. Während der Untersuchungen wurde Winters in den Kompaniehauptsitz versetzt und als Bataillonsküchenoffizier eingesetzt.[4]
Mehrere Unteroffiziere der Kompanie stellten dem Regimentskommandeur, Colonel Robert F. Sink, ein Ultimatum: Sobel ersetzen oder sie würden ihre Posten aufgeben. Colonel Sink war davon nicht sehr beeindruckt. Er degradierte zwei Unteroffiziere mit Portepee, die er für die Rädelsführer hielt, zurück in die Mannschaftslaufbahn und versetzte sie in andere Kompanien: Terrence „Salty“ Harris (in die A Company versetzt, wurde von einem Scharfschützen am 18. Juni 1944 während der Schlacht um Carentan getötet) und Myron Ranney, versetzt in die I Company.[5]
Sink enthob jedoch Sobel des Kommandos der Easy Company gab ihm das Kommando einer neuen Fallschirmausbildungsschule in Chilton Foliat.[6] Winters Anklage wurde aufgehoben und er kehrte als Leutnant zum 1. Zug zurück. Winters sagte später, dass ungeachtet seiner Differenzen mit Sobel der Erfolg der Easy Company zu einem gewissen Anteil auf dessen strengem Training und hohen Anforderungen beruhte.[7]
Im Februar 1944 wurde Oberleutnant Thomas Meehan das Kommando über die Easy Company übertragen.[6]
Kurz nach ihrer Versetzung traten Harris und Ranney den Wegbereitern bei, die aus rund 80 Freiwilligen von jeder Einheit, die zuerst landen würden, bestanden und den Weg für die Hauptwellen der Invasion bereiteten.[8] Fünf Tage vor der Invasion wurde Ranney auf eigenen Wunsch zurück zur Easy Company versetzt.[5]
Operation Overlord
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Für Operation Overlord war es die Mission der Easy Company, die Zugänge zu "Causeway 2", einer vorab ausgewählten Route für die alliierten Kräfte abseits Utah Beach, einzunehmen und alle Hindernisse zu beseitigen, damit alliierte Truppen, die von See aus landen würden, ungehindert passieren könnten.
In den frühen Morgenstunden des 6. Juni 1944 startete die Easy Company vom Militärflugplatz Upottery in Devon, England, und wurde über der Halbinsel Cotentin in der Normandie, Frankreich, abgeworfen. Die Easy Company flog in acht Flugzeugen, aufgeteilt in die Gruppen 66 bis 73, mit 17 Fallschirmjägern pro Flugzeug.
Vernichtung der Gruppe 66
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Großteil der Kommandosektion der Easy Company wurde der Gruppe 66 zugeteilt, während Robert Burr Smith und Joseph "Red" Hogan den anderen Flugzeugen zugeteilt worden waren, um Gewicht zu sparen.[9] Die 17 Mitglieder der Gruppe 66 waren Kompaniechef Thomas Meehan und drei Unteroffiziere mit Portepee: Oberfeldwebel Bill Evans, Stabsfeldwebel Murray Roberts (Versorgungsfeldwebel) und Feldwebel Elmer Murray (Organisationsfeldwebel).[10] Feldwebel Carwood Lipton sagte später, er hätte verschiedene Kampfsituationen gemeinsam mit Feldwebel Murray strategisch geplant, während der Rest der Kompanie sich am Tag vor dem Sprung Filme angesehen hatte.[11]
Flugzeug 66 leitete eine Diamantformation mit Flugzeug 67 links und Flugzeug 68 rechts, während Flugzeug 69 dem Flugzeug 66 im Nachlauf folgte. Über Frankreich wurde das Flugzeug 66 von Flugabwehrfeuer getroffen. Der Pilot des Flugzeugs legte eine 180 Grad Wendung ein und schaltete die Landungslichter an, als Flugzeug an Höhe verlor. Das Flugzeug kollidierte aber mit einer Hecke und explodierte, wodurch alle an Bord starben.[12] Der Absturz wurde von Ed Mauser vom 2. Zug der Easy Company beobachtet, der von Flugzeug 69 absprang, nachdem es von Flakfeuer getroffen wurde, als der Pilot grünes Licht gab. Mausers Nacken wurde durch den Propellerwind seines Flugzeugs nach hinten gerissen, und er schwebte mit dem Gesicht nach hinten, sodass er einen Blick auf Flugzeug Nr. 66 richten konnte.[13]
Angriff auf Gutshof Brécourt
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Da Meehan nach der Landung fehlte – es wurde erst später herausgefunden, dass er bei dem Unglück von Flugzeug 66 gefallen war – übernahm Richard Winters als höchstrangiger Offizier innerhalb der Easy Company das Kommando. Nach der Landung zerstörten fünfzehn Fallschirmjäger der Easy Company eine Batterie von vier 105-mm-Haubitzen der deutschen Truppen in der Nähe des Gutshofs von Brécourt, Sainte-Marie-du-Mont, die die über "Causeway 2" am D-Day vorrückenden Truppen der Westalliierten bedrohte.[14]
Änderungen in der Führung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Verlust von Offizieren und Unteroffizieren am D-Day resultierte in einer Veränderung in der Führungs- und Kommandostruktur der Easy Company. Leutnant Raymond Schmitz, Zugführer vom 2. Zug der Easy Company, gehörte formal noch zur Einheit, wurde jedoch am Tag vor dem D-Day bei Aldbourne verwundet, nachdem er von Richard Winters verlangt hatte, sich mit ihm zu prügeln. Er wurde ersetzt durch Buck Compton.[15]
| Entwicklung der Kommandostruktur | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Position | D-Day Amtsinhaber | D-Day Neue Leitung | Market Garden | Bastogne | Hagenau |
| Kommandeur | Oberleutnant Thomas Mehaan | Oberleutnant Richard Winters | Hauptmann Richard Winters/Oberleutnant Frederick Heyliger | Oberleutnant Norman Dike Jr | Oberleutant Ronald Speirs |
| Stellvertretender Kommandeur | Unbesetzt | Unbesetzt | Oberleutnant Harry Welsh | ||
| Führer des 1. Zugs | Oberleutnant Richard Winters | Leutnant Harry Welsh | Oberleutnant Buck Compton | Oberleutnant Thomas Peacock/Oberleutnant Jack Foley | Oberleutnant Jack Foley |
| Führer des 2. Zugs | Leutnant Warren Roush | Leutnant Buck Compton | Oberleutnant Buck Compton | Hauptfeldwebel Donald Malarkey (kommissarisch) | |
| Führer des 3. Zugs | Leutnant Robert Mathews | Leutnant Warren Roush | Leutnant Edward Shames | Leutnant Edward Shames | Leutnant Edward Shames |
| 1. Zugassistent | Leutnant Harry Welsh | Unbesetzt | Leutnant Robert Brewer | Leutnant Jack Foley | |
| 2. Zugassistent | Leutnant Buck Compton | Unbesetzt | Leutnant Henry Jones | ||
| 3. Zugassistent | Feldwebel C. Carwood Lipton (kommissarisch) | Leutnant Francis O’Brien | |||
| Leitender Unteroffizier | Stabsfeldwebel William Evans | Feldwebel James Diel (kommissarisch) | Stabsfeldwebel C. Carwood Lipton | Stabsfeldwebel C. Carwood Lipton | |
| Feldwebel des 1. Zugs | Feldwebel Leo Boyle | Feldwebel Leo Boyle | Feldwebel Floyd Talbert | ||
| Feldwebel des 2. Zugs | Feldwebel James Diel | Unteroffizier William Guarnere | Feldwebel William Guarnere | ||
| Feldwebel des 2. Zugs | Feldwebel C. Carwood Lipton | Feldwebel C. Carwood Lipton | Hauptfeldwebel Amos J. Taylor | Hauptfeldwebel Amos J. Taylor | Feldwebel Paul Rogers |
Die Dienstgrade wurden per NATO-Rangcode an die deutsche Sprache angepasst:
| |||||
Carentan
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Die Eroberung von Carentan erlaubte es den Amerikanern, die Fronten bei Omaha und Utah Beach zu verbinden und so einen Versorgungszugang zur Front bereitzustellen. Die Deutschen waren sich der strategischen Bedeutung von Carentan bewusst und hatten Verteidigungslinien errichtet. Donald Malarkey schrieb später, dass Oberleutnant Winters ihn als Mörserfeldwebel des 2. Zugs eingesetzt hatte.[16]
Die viertägige Schlacht um Carentan begann am 10. Juni 1944. Die Easy Company, gemeinsam mit Dog- und Fox Company, folgten einer Straße nach Carentan, als bei einer Kreuzung zwei deutsche Maschinengewehre das Feuer auf sie eröffneten. Mörser und Panzer griffen kurz darauf in das Gefecht ein. Die amerikanischen Soldaten suchten Deckung in den Gräben. Winters wurde, wie Malarkey es später beschrieb, "heißer als ich ihn je gesehen habe".[16] Er erlitt am Ende des Gefechts eine kleine Verletzung an seinem rechten Unterschenkel durch ein abprallendes Schussfragment. Die Deutschen führten einen Gegenangriff, den das 2. Bataillon abwehren konnte.[16]
Verluste
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zum Zeitpunkt, als die Easy Company von der Front abgezogen worden war, waren 22 Soldaten gefallen, einschließlich der 17 aus Flugzeug 66, das am D-Day explodierte. Weitere 43 weitere Soldaten waren verwundet worden, was einer Verlustrate von 47 % entsprach.[16] Winters Kriegsstammrolle zeigte, dass von 139 Soldaten der Easy Company, die England in der Nacht vom 5. Juni 1944 verlassen hatten, nur noch 69 Soldaten und fünf Offiziere übrig waren: Winters, seine drei Zugführer Buck Compton, Harry Welsh und Warren Roush sowie Roushs Assistent Francis L. O’Brien.[12]
Operation Market Garden
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Als Teil des missglückten Militärunternehmens Operation Market Garden hatte die Easy Company die Aufgabe, die britischen Kräfte bei Eindhoven zu unterstützen, indem sie Straßen und Brücken verteidigte. Dies sollte den britischen Panzerdivisionen ermöglichen, nach Arnhem vorzurücken und eine Rheinüberquerung über eine große Brücke im September 1944 durchzuführen.
Die Easy Company landete in der vorgesehenen Landungszone in den Wäldern nordwestlich von Son en Breugel und folgte der Straße nach Son, hinter den beiden anderen Kompanien des 2. Bataillons. Als sie die Brücke von Son erreicht hatten, gerieten sie unter feindlichen Beschuss und die Brücke wurdevon den Deutschen zerstört. Nachdem die Pioniere ihres eigenen Regiments eine Behelfsbrücke errichtet hatten, rückten die Easy Company und der Rest des 506. Fallschirmjägerregiments nach Eindhoven aus. Diese Ereignisse wurden in der Serie Band of Brothers ausgelassen. Dort wird dargestellt, dass die Easy Company in den Niederlanden landete und nach Eindhoven marschierte, um sich dort mit der vorrückenden britischen Armee zu verbinden
Am 19. September rückte die Easy Company nach Helmond vor, begleitet von sechs Cromwell-Panzern der britischen 11. Panzerdivision.[17] Ihr Vorrücken wurde von der deutschen 107. Panzerbrigade bei Nuenen gestoppt und sie waren gezwungen, sich nach Tongelre zurückzuziehen.[17] In den darauffolgenden Tagen verteidigte die Easy Company die Städte Veghel und Uden, bis die Infanterie des XXX Corps diese Aufgabe übernahm. Im weiteren Verlauf von „Market Garden“ schloss sich die Easy Company und der Rest der 101. Luftlandedivision mit anderen verbündeten Einheiten nördlich von Nijmegen zusammen.
Am Ende der „Operation Market Garden“ löste die Easy Company die 43. (Wessex) Infanteriedivision des Vereinigten Königreichs in Zetten ab.[18] Am 5. Oktober 1944 kämpfte der 1. Zug in der Schlacht um "die Insel", die zwischen dem Niederrhein und der Waal lag. Gemeinsam mit einem Zug der Fox Company und unterstützt von der Royal Artillery hatten sie zwei Kompanien der Waffen-SS in die Flucht geschlagen.[19] Colonel Sink hatte einen allgemeinen Befehl erlassen, in dem er den 1. Zug der Easy Company für Tapferkeit im Einsatz lobte. Er bezeichnete den Angriff als "gewagten Akt und geschicktes Manöver gegenüber einem zahlenmäßig überlegenen Streitmacht".[20]
In der Nacht von 22. zum 23. Oktober war die Easy Company am Unternehmen „Pegasus“ beteiligt, mit dem mehr als hundert britische Soldaten befreit wurden, die sich seit der im September 1944 stattgefundenen Schlacht um Arnhem in von Deutschland kontrollierten Gebieten nahe des Dorfes Renkum (Niederrhein), versteckten.
Am Südufer eines niederländischen Flusses beobachteten eine Gruppe kanadischer Pioniere und eine Patrouille der Easy Company das Signal der Zielgruppe. Sie ließen ihre Boote zu Wasser, während sich die Briten 500 bis 800 Meter flussaufwärts vom Übergangspunkt befanden. Nach Erreichen des Nordufers errichtete die Easy Company einen kleinen Sicherheitsbereich, derweil ihre Soldaten Richtung Osten vorrückten, um die Briten zu lokalisieren.[20] Diese bewegten sich schnell flussabwärts und innerhalb von 90 Minuten wurden alle evakuiert, außer einem Russen, der von den Deutschen gefangen genommen wurde. Die Briten wurden später zurück ins Vereinigte Königreich geflogen, wo sie sich den Männern anschlossen, die in der Operation Berlin entkamen.
Neun Soldaten der Easy Company fielen in den Niederlanden, und mindestens 40 wurden verwundet.
Ardennenoffensive
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Von Dezember 1944 bis Januar 1945 kämpfte die Easy Company mit dem Rest der 101. Luftlandedivision in Belgien in der Ardennenoffensive. Die 101. hatte die Aufgabe, strategisch bedeutsame Kreuzungen bei Bastogne zu halten, und wurde darauf schnell von den Deutschen eingekesselt. Die Easy Company kämpfte in eisiger Kälte unter deutschen Artilleriebeschuss, ohne angemessene Winterbekleidung und mit nur begrenzter Verpflegung und Munition.
Zwischen dem 1. und 13. Januar übernahm die Easy Company die Kontrolle über Bois Jacques in Belgien, zwischen den Städten Foy und Bizory. Die Easy Company hatte die Aufgabe bekommen, Foy einzunehmen.
Das Divisionskommando beorderte den Angriff auf 9:00 Uhr. Kompaniechef Oberleutnant Norman Dike führte die Easy Company im Angriff vorwärts. Anschließend beorderte er den 1. Zug, geführt von Oberleutnant Jack Foley, nach links und verlor den Kontakt zu ihnen. Dike befahl dem Rest der Easy Company, Deckung zu suchen, nachdem sie unter Beschuss geraten waren. Da die Kompanie nicht vorankam, teilten seine Untergebenen Oberleutnant Dike mit, dass sie getötet würden, wenn sie nicht in die Stadt vorrückten, da sie nun ungeschützt dem feindlichen Beschuss ausgesetzt waren. Hauptmann Winters, früherer Kompaniechef und nun Bataillonskommandeur, teilte ihm dasselbe per Funk mit. Dike befahl dem 1. Zug eine Flankierungsmission rund um die Stadt durchzuführen. Danach suchte er Deckung und erstarrte, wobei er Winters Befehle ignorierte. Stabsfeldwebel Carwood Lipton, leitender Unteroffizier zu dem Zeitpunkt, sagte später aus, dass "er zusammenbrach".[21]
In beiden Fällen wurde Dike umgehend von Oberleutnant Ronald Speirs auf Befehl von Hauptmann Winters abgelöst. Um Dikes vorherige Befehle zu widerrufen, rannte Speirs selbst durch die Stadt und die feindlichen Linien, da der 1. Zug keine Funkverbindung hatte. Er schloss sich der I Company an und übermittelte die Befehle.[22] Nachdem er dies erledigt hatte, rannte er zurück durch die besetzte Stadt. Stabsfeldwebel Carwood Lipton sagte später aus, dass die Deutschen so schockiert gewesen sein, einen Amerikaner durch ihre Linien rennen zu sehen, dass sie vergessen hätten zu schießen.[23] Ronald Speirs wurde zum Kompaniechef ernannt und behielt diese Position bis zum Ende des Krieges.[24]
Mit der Einnahme von Foy hatten die Westalliierten die Deutschen in der Schlacht um Bastogne besiegt. Später rückte die Easy Company zusammen mit dem Rest des 506. US-Fallschirmjägerregiments weiter nach Deutschland vor. Die Easy Company hatte 82 Verluste erlitten, darunter 14 Gefallene.[25]
Endphase des Krieges und Besatzungsaufgaben
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Nach einem Aufenthalt in Hagenau, wo Winters zum Major befördert wurde und das Kommando über das 2. Bataillon übernahm, kehrte die Easy Company im April 1945 an die Front zurück. Sie rückte nach Deutschland vor, beteiligte sich zunächst an der Einnahme des Ruhrgebiets und rückte anschließend nach Bayern vor.
Am 28. April, als sich die Kompanie und das Regiment in Landsberg am Lech positionierten, entdeckten Soldaten der nahe stationierten 12th Armored Division ein Konzentrationslager, das Lagerkomplex Dachau gehörte. Das von den SS-Wachen verlassene Lager wurde durch das 506. Fallschirmjägerregiment und die 12th Armored Division befreit. Auf Befehl von General Taylor, dem Kommandeur der 101. Luftlandedivision, mobilisierte das 506. die Einwohner von Landsberg und beauftragte sie mit der Säuberung des Lagers.[26]
Später rückte die 506. weiter nach Bayern, wo die Easy Company den Obersalzberg bei Berchtesgaden erreichte, um Adolf Hitlers Kehlsteinhaus einzunehmen. Wie die 2e division blindée und die 3rd Infantry Division beanspruchte auch die Easy Company, die erste Einheit zu sein, die diese Position erreicht hatte. Innerhalb der Mauern des Kehlsteinhauses verkündete Major Winters am 8. Mai 1945 den Offizieren der Easy Company die Bedingungslose Kapitulation der deutschen Armee.[27]
Das Ende des Krieges in Europa bedeutete aber noch nicht die Rückkehr in die Heimat. Stattdessen wurde die Easy Company zusammen mit dem Rest des 506. Fallschirmjägerregiments nach Österreich zu weiteren Besatzungsaufgaben geschickt. Das Regiment wurde in Zell am See stationiert, wo es sich ausruhen und für einen möglichen Einsatz an der Pazifikfront trainieren konnte. Obwohl es keine Feinde mehr gab, verzeichnete die Easy Company dennoch Verluste durch Unfälle. Dabei wurde Feldwebel Grant, einer der Führungskräfte der Kompanie, von einem betrunkenen Soldaten schwer verletzt. Am 14. August 1945 bedeutete die Ankündigung der Kapitulation Japans das endgültige Ende des Krieges.
Nachkriegszeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Easy Company wurde zusammen mit dem Rest des 506. Fallschirmjägerregiments im November 1945 aufgelöst. Sie wurde im Januar 1954 als Trainingseinheit wieder aufgestellt. Mit der Abschaffung der Regimenter im Rahmen des Pentomic-Systems im Jahr 1957 wurde die Tradition der Easy Company aufgelöst.
Zusammensetzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei Camp Toccoa, Georgia, setzte sich die Easy Company aus 140 Soldaten zusammen. Bei Kriegsende waren insgesamt 366 Soldaten in der Easy Company als Angehörige aufgeführt, aufgrund von Versetzungen und Ersatzrekrutierungen. 49 Männer der Easy Company waren im Kampf gefallen.[28] Obergefreiter Bradford Clark Freeman war das letzte lebende Mitglied der Easy Company, bevor er am 3. Juli 2022 verstarb.[29]
Regimentskommandant
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kompaniechefs
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Hptm Herbert Sobel
-
OLt Thomas Meehan († D-Day)
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Maj Richard Winters
-
Hptm Frederick Heyliger
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OLt Norman Dike Jr
-
Hptm Ronald Speirs
Offiziere
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Hptm Lewis Nixon
-
OLt Jack Foley
-
OLt Edward Shames
-
OLt Harry Welsh
-
OLt Robert Mathews († D-Day)
-
Lt Thomas Peacock
-
Lt Harry Jones
Unteroffiziere
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HptFw Donald Malarkey
-
Fw Charles "Chuck" Grant
-
HptFw George Luz
-
HptFw Franck Perconte
-
Uffz Warren "Skip" Muck († Bastogne)
- HptFw William Evans († D-Day)
- HptFw Burton "Pat" Christenson
- Fw Earl "One-Lung" McClung
- Fw Myron "Mike" Ranney
- Fw Floyd Talbert
- HptFw Amos "Buck" Taylor
- Uffz Terence "Salty" Harris
- Uffz Clarence "Clancy" Lyall
- Uffz Robert Mann
- Uffz Richard Owen († D-Day)
- Uffz Paul "Hayseed" Rogers
- Uffz Benjamin Stoney († D-Day)
- Uffz Elmer Murray Jr († D-Day)
- Uffz Carl Riggs († D-Day)
- Uffz Murray Roberts († D-Day)
- Uffz Alton More
- Uffz Wayne Sisk
- Uffz Robert Burr Smith
- Uffz Robert "Popeye" Wynn
Mannschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]-
Korporal Forrest "Goody" Guth.
-
Korporal Walter "Smokey" Gordon.
-
Korporal Donald Hoobler († Bastogne).
-
Korporal Joseph "Joe" Liebgott.
-
Korporal Alex Penkala († Bastogne).
-
Technischer Korporal Eugene "Doc" Roe.
-
Obergefreiter Albert Blithe.
-
Obergefreiter Edward "Babe" Heffron.
-
Obergefreiter David Kenyon Webster.
-
Obergefreiter Eugene Jackson
- Korporal Gordon Carson
- Korporal Herman Collins († D-Day)
- Korporal William Dukeman († Niederlande)
- Korporal Dewitt Lowrey
- Korporal Francis Mellet († Foy)
- Korporal Jerry Wentzel († D-Day)
- Korporal Ralph Wimer († D-Day)
- Technischer Korporal John McGrath
- Obergefreiter Walter Eggert
- Obergefreiter Gerald Flurrie
- Obergefreiter Bradford Freeman
- Obergefreiter Siles Harrelson
- Obergefreiter Walter Hendrix
- Obergefreiter John Janovek († Österreich)
- Obergefreiter James McMahon
- Obergefreiter Edward Mauser
- Obergefreiter Edwin Pepping
- Obergefreiter Garland Smith
- Obergefreiter Georges Smith
- Obergefreiter Edward Tipper
- Gefreiter Leo Boyle
- Gefreiter Roy Cobb
- Gefreiter Georges Elliot († D-Day)
- Gefreiter John Eubanks
- Gefreiter Antonio Garcia
- Gefreiter William Garrard
- Gefreiter Thomas Harrel
- Gefreiter Lester Hashey
- Gefreiter Harold Hayes († Bastogne)
- Gefreiter A.P Herron († Foy)
- Gefreiter Richard Hughes († Bastogne)
- Gefreiter Eugene Jackson († Haguenau)
- Gefreiter Joseph Jordan († D-Day)
- Gefreiter John Julian († Bastogne)
- Gefreiter Joseph Lesnewski
- Gefreiter John Lynch
- Gefreiter Carl McCauley
- Gefreiter William McGonigal Jr († D-Day)
- Gefreiter Joachim Melo
- Gefreiter James Miller († Nuenen)
- Gefreiter John Miller († D-Day)
- Gefreiter Sergio Moya († D-Day)
- Gefreiter Patrick Neil († Bastogne)
- Gefreiter Ernest Oats († D-Day)
- Gefreiter Patrick O'Keefe
- Gefreiter Cleveland Petty
- Gefreiter David Pierce
- Gefreiter Joseph Ramirez
- Gefreiter Charles Rhinhardt
- Gefreiter Carl Sawosko († Foy)
- Gefreiter John Sheeley
- Gefreiter John Shindell († Bastogne)
- Gefreiter John Smith
- Gefreiter Gerald Snider († D-Day)
- Gefreiter Ralph Spina
- Gefreiter Ralp Stafford
- Gefreiter Elmer Telstad († D-Day)
- Gefreiter Robert Van Klinken († Nuenen)
- Gefreiter Allen Vest
- Gefreiter Thomas Warren († D-Day)
- Gefreiter Harold Webb († Foy)
- Gefreiter Kenneth Webb († Foy)
Gliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Easy Company war wie folgt gegliedert:[2]
| Einheit |
|---|
| Kommandosektion |
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|
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Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]General Eisenhower verlieh am 15. März 1945 der 101. Luftlandedivision, für ihre Leistungen bei der Schlacht um Bastogne, die Presidential Distinguished Unit Citation.[23]
| World War II Victory Medal | |
| European-African-Middle Eastern Campaign Medal | |
| Presidential Distinguished Unit Citation |
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ambrose, Stephen (1992). Band of Brothers. New York City: Simon & Schuster. ISBN 978-0-7432-2454-3.
- Winters, Richard D.; Kingseed, Cole C. (2006). Beyond Band of Brothers. Waterville, Maine: Large Print Press. ISBN 978-1-59413-236-0.
- Brotherton, Marcus (2010). A Company of Heroes: Personal Memories About the Real Band of Brothers and the Legacy They Left Us. New York City: Berkley Caliber. ISBN 978-0-425-23420-4.
- Alexander, Larry (2005). The Biggest Brother: The Life of Dick Winters, The Man Who Led the Band of Brothers. New York City: NAL Caliber. ISBN 978-0-45121-510-9.
- Brotherton, Marcus (2009). We Who Are Alive and Remain: Untold Stories from the Band of Brothers. New York City: Berkley Caliber. ISBN 978-0-42522-763-3.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Stephen E. Ambrose: Band of Brothers. Simon & Schuster, New York City 1992, ISBN 978-0-451-21510-9, Kap. 2, Sp. 2.
- ↑ a b Richard D. Winters, Cole C. Kingseed: Beyond Band of Brothers. Large Print Press, Waterville, Maine 2006, ISBN 1-59413-236-4, S. 16–17.
- ↑ Richard D. Winters, Cole C. Kingseed: Beyond Band of Brothers. Large Print Press, Waterville, Maine 2006, ISBN 1-59413-236-4, S. 54–55.
- ↑ Richard D. Winters, Cole C. Kingseed: Beyond Band of Brothers. Large Print Press, Waterville, Maine 2006, ISBN 1-59413-236-4, S. 55.
- ↑ a b Marcus Brotherton: A Company of Heroes: Personal Memories About the Real Band of Brothers and the Legacy They Left Us. Berkley Caliber, New York City 2010, ISBN 978-0-425-23420-4, S. 156.
- ↑ a b Richard D. Winters, Cole C. Kingseed: Beyond Band of Brothers. Large Print Press, Waterville, Maine 2006, ISBN 1-59413-236-4, S. 57.
- ↑ Richard D. Winters, Cole C. Kingseed: Beyond Band of Brothers. Large Print Press, Waterville, Maine 2006, ISBN 1-59413-236-4, S. 287.
- ↑ Marcus Brotherton: A Company of Heroes: Personal Memories About the Real Band of Brothers and the Legacy They Left Us. Berkley Caliber, New York City 2010, ISBN 978-0-425-23420-4, S. 255.
- ↑ Larry Alexander: The Biggest Brother: The Life of Dick Winters, The Man Who Led the Band of Brothers. NAL Caliber, New York City 2005, ISBN 978-0-451-21510-9, S. 60.
- ↑ Larry Alexander: The Biggest Brother: The Life of Dick Winters, The Man Who Led the Band of Brothers. NAL Caliber, New York City 2005, ISBN 978-0-451-21510-9.
- ↑ Stephen E. Ambrose: Band of Brothers. Simon & Schuster, New York City 1992, ISBN 978-0-7432-2454-3, S. 65.
- ↑ a b Larry Alexander: The Biggest Brother: The Life of Dick Winters, The Man Who Led the Band of Brothers. NAL Caliber, New York City 2005, ISBN 978-0-451-21510-9, S. 79.
- ↑ Kevin M. Hymel: Ed Mauser: Easy Company's Silent Brother. In: Warfare History Network. Abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Gal Perl Finkel: 75 years from that long day in Normandy – we still have something to learn. In: The Jerusalem Post. 12. Juni 2019, abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
- ↑ Larry Alexander: The Biggest Brother: The Life of Dick Winters, The Man Who Led the Band of Brothers. NAL Caliber, New York City 2005, ISBN 978-0-451-21510-9, S. 85.
- ↑ a b c d Don Malarkey: Easy Company in France: After D-Day. In: The History Reader. Abgerufen am 21. November 2025 (englisch).
- ↑ a b Stephen E. Ambrose: Band of Brothers. Simon & Schuster, New York City 1992, ISBN 978-0-7432-2454-3, S. 127.
- ↑ Stephen E. Ambrose: Band of Brothers. Simon & Schuster, New York City 1992, ISBN 978-0-7432-2454-3, S. 143.
- ↑ Stephen E. Ambrose: Band of Brothers. Simon & Schuster, New York City 1992, ISBN 978-0-7432-2454-3, S. 149.
- ↑ a b Stephen E. Ambrose: Band of Brothers. Simon & Schuster, New York City 1992, ISBN 978-0-7432-2454-3, S. 153.
- ↑ Stephen E. Ambrose: Band of Brothers. Simon & Schuster, New York City 1992, ISBN 978-0-7432-2454-3, S. 208.
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