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Brzeg Dolny

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(Weitergeleitet von Dyhernfurth)
Brzeg Dolny
Wappen von Brzeg Dolny
Brzeg Dolny (Polen)
Brzeg Dolny (Polen)
Brzeg Dolny
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Wołowski
Gmina: Brzeg Dolny
Fläche: 17,2 km²
Geographische Lage: 51° 16′ N, 16° 43′ OKoordinaten: 51° 16′ 15″ N, 16° 43′ 15″ O
Höhe: 102–199 m n.p.m.
Einwohner: 12.536 (1. Januar 2024)
Postleitzahl: 56-120 bis 56-122
Telefonvorwahl: (+48) 71
Kfz-Kennzeichen: DWL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: WołówBreslau
Eisenbahn: PKP–Linie 273 Breslau–Stettin
Nächster int. Flughafen: Breslau

Brzeg Dolny [ˈbʒɛk ˈdɔlnɨ] (deutsch: Dyhernfurth) ist eine Stadt im Powiat Wołowski der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde mit 16.129 Einwohnern (Stand 1. Januar 2024).

Geographische Lage

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Dyhernfurth, ostnordöstlich von Liegnitz und südsüdöstlich von Wohlau, auf einer Landkarte von 1905
Kleine Fähre am linken Oderufer, im Hintergrund der Turm der Stadtkirche (2006)

Die Stadt liegt in der Region Niederschlesien, am nördlichen Ufer der Oder, etwa 25 Kilometer nordwestlich von Breslau und zehn Kilometer südsüdöstlich der Kleinstadt Wołów (Wohlau).

Eingang zum Gartenpavillon der Schlossanlage, nach 1945 als Sitz der Gemeindeverwaltung genutzt (2008)
Bronzeplastik auf der Schlossterrasse an der Oder (2015)
Bronzeplastik im Schlosspark (2015)
Ehemaliges Kutschenhaus (2013)
Ehemaliges Wachhaus auf dem Schlossgelände (2024)
Ruinenrest des Mausoleums der Familie von Hoym (2024)

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Brsega 1353. Das Dorf und Gut gehörte zum Herzogtum Breslau, das Herzog Heinrich VI. bereits 1327 als ein Lehen an den böhmischen König Johann von Luxemburg vergeben hatte. Nach Heinrichs VI. Tod 1335 fiel es als erledigtes Lehen durch Heimfall an Böhmen. Der ursprüngliche Ortsname ist dem slawische Wort brzeg, für Hochufer (deutsch: Brieg), wurzelverwandt; in Urkunden des 14. und 15. Jahrhunderts wird es auch brzig, brcziegk, przick, im 17. Jahrhundert noch Prsig genannt.[1][2] Nachdem im Jahre 1345 der jüdische Friedhof in Breslau geschlossen werden musste, wurden hier bis 1761 auf dem jüdischen Friedhof Breslauer Juden bestattet.[1] Entsprechend einem Privileg des preußischen Königs Friedrich II. durften die Breslauer Juden ab 1761 wieder in Breslau bestattet werden, wo sie seit 1763 auch einen eigenen Friedhof, ein Lazarett und ein Gemeinhaus kaufen duften.[3] Wirtschaftlich eher unbedeutend, verfügte der Ort ab dem 15. Jahrhundert über das Privileg einer Fähre über die Oder.

Schloss Dyhernfurth mit dem Gartenpavillon (links), nach 1945 wiederaufgebaut und genutzt als Kulturzentrum bzw. als Sitz der Gemeindeverwaltung (2007)

Im 16.Jahrhundert war dieser Flecken ein Dorf ohne Kirche und gehörte einem Heinrich von Falkenhain. 1573 wurde Georg von Falkenhain Grundherr, 1623 Florian von Falkenhain. Nach dessen Ableben 1659 kaufte 1660 der kaiserliche Oberamtskanzler Schlesiens und Hauptmann zu Glogau, Georg Abraham Freiherr von Dyhrn († 1671), die Grundherrschaft und begann mit dem Ausbau des Ortes.[4] 1663 wurde Brzeg in Dyhernfurth umbenannt. Zugleich verlieh der böhmische Landesherr Leopold I., in seiner Eigenschaft als König von Böhmen, Dyhernfurth das Stadtrecht. 1667 erlangte der Grundherr die kaiserliche Konzession zur Errichtung einer Buchdruckerei. Sein Nachfolger, der Baron von Glaubitz, erlaubte es 1688 dem Rabbiner Sabbatai Ben Josef, amtlich auch Sabatki genannt,[5] der auch als Buchhändler tätig war, in Dyhernfurth eine jüdische Buchdruckerei zu gründen.[6][7] 1689 kaufte Sabbatai von Privat für 17 Schlesische Taler ein bereis in älterer Zeit als Judenfriedhof genutztes Gelände auf und erhielt von der Stadt die Erlaubnis, es wieder als Friedhof nutzen zu dürfen.[8] Er baute die Druckerei auf, überließ deren Leitung aber noch zu seinen Lebzeiten seinem ältesten Sohn, Joseph Sabbatai. Die jüdische Buchdruckerei, die überregionale Bedeutung erlangte,[9] war noch gegen Ende des 18. Jahrhundert die einzige dieser Art in Schlesien.[10]

Nach dem Schlesischen Krieg 1742 fiel Dyhernfurth mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Ab 1770 war die Herrschaft Dyhernfurth im Besitz der Familie des schlesischen Provinzialministers Carl Georg Heinrich von Hoym, dem der preußische König Friedrich Wilhelm II. 1786 die Grafenwürde verlieh. Er ließ zwischen 1780 und 1785 ein Schloss und verschiedene Bauten für den Schlosspark nach Entwurf des Architekten Carl Gotthard Langhans erbauen. Mit der Dyhernfurther Privilegirten Zeitung (1771–1772) erschien hier die erste jüdische Zeitung im Heiligen Römischen Reich, wobei für den deutschen Text die hebräische Schrift benutzt wurde. Damals waren die in der Druckerei beschäftigten Juden von besonderen steuerlichen Abgaben befreit, und der Druckereibesitzer hatte nur einen bestimmten Beldbetrag unmittelbar an den Domänenfiskus zu entrichten.[11] Die jüdische Druckerei bestand bis 1834 und musste dann wegen Verarmung ihres letzten Besitzers aufgegeben werden.[12][1]

Nach der Neugliederung Preußens gehörte die Stadtgemeinde Dyhernfurth[13] ab 1816 zum Landkreis Breslau und ab 1818 zum Landkreis Wohlau, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. 1860 wurde ein kleines Hospital gegründet. Mit dem Anschluss an das Schienennetz erfolgte ab 1875 ein wirtschaftlicher Aufschwung.

Schloss und Gutsbezirk Dyhernfurth befanden sich um 1893 im Besitz von Marie A n t o i n e t t e Henriette Hedwig Gräfin von Saurma-Jeltsch, geb. d`Abzac-Hoym (1860–1913),[14] auf Dyhernfurth, die Fideikommissherrin der aus den sechs Rittergütern Bschanz (315 ha, 1937 umbenannt in Schanzberg), Kranz (590 ha, mit Vorwerk Odervorwerk), Dyhernfurth (295 ha), Seifersdorf (461 ha), Klein Sürchen (140 ha) und Wahren (291 ha) bestehenden Majoratsherrschaft Dyhernfurth war.[15] Ihre Nachfolgerin als Fideikommissherrin wurde 1913 Johanna Maria Antoinette Hedwig D o r o t h e a Gräfin von Saurma-Jeltsch, geb. am 26. Februar 1891 in Dyhernfurth.[14]

Um 1910 hatte die Stadt eine evangelische Pfarrkirche, eine Synagoge, ein Krankenhaus, ein Bankhaus, Krammärkte, Wollwaren- und Tonwarenfabrikation, Bierbrauerei, eine Molkerei, Mühlen und ein Holzsägewerk.[16] Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 164,2 Hektar großen Gemarkungsfläche der Stadt Dyhernfurth 68 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 52 Pferde, 97 Stück Rindvieh, acht Schafe, 152 Stück Borstenvieh, 32 Ziegen sowie 178 Gänse, 28 Enten, 958 Hühner, ein Truthuhn und 64 Bienenstöcke hielten. Am 1. Dezember 1913 standen im Stadtbezirk 821 Apfelbäume, 718 Birnbäume, 1440 Pflaumen- und Zwetschgenbäume, 147 Kirschbäume, 14 Aprikosenbäume, 117 Pfirsichbäume und 70 Walnussbäume. Zu den gleichen Zeiten wurden im 287,2 Hektar umfassenden Gutsbezirk Dyhernfurth sechs viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 17 Pferde, 41 Stück Rindvieh, 16 Stück Borstenvieh, neun Ziegen sowie acht Gänse, acht Enten, 164 Hühner und sieben Truthühner hielten. Im Gutsbezirk Dyhernfurth standen 89 Apfelbäume, 118 Birnbäume, 103 Pflaumen und Zwetschgenbäume, 25 Kirschbäume, vier Aprikosenbäume, 38 Pfirsichbäume und vier Walnussbäume.[17] Am 2. Dezember 1913 und am 13. März 1926 wurden Teile des Gutsbezirks Dyhernfurth in die Stadtgemeinde Dyhernfurth eingegliedert.[18] Am 1. April 1927 wurde der Gutsbezirk Dyhernfurth nicht mehr unter den Gutsbezirken des Kreises Wohlau aufgeführt.[19]

Um 1935 hatte Dyhernfurth unter anderem zwei Hotels, vier Gasthöfe, eine Städtische Sparkasse, drei Baugeschäfte, eine Buchdruckerei, einen Destillationsbetrieb, eine Eisenwarenfabrik, drei Getreidehandlungen, ein Holzsägewerk, eine Molkerei, drei Mühlen, eine Ofen- und Tonwarenfabrik, zwei Viehhandlungen, einen Zeitungsverlag, zwei Zementwarenfabriken und drei Ziegeleien.[20] Die I.G. Farben und die Schickert-Werk Bad Lauterberg errichteten in den 1930er Jahren in Dyhernfurth eine Produktionsstätte für chemische Kampfstoffe wie Tabun und Sarin.

1939 hatte Dyhernfurth 2013 Einwohner. Während des Zweiten Weltkrieges entstanden die beiden Außenlager Dyhernfurth I und II des KZ Groß Rosen in der Stadt.

Im Jahr 1945 gehörte die Stadt Dyhernfurth zum [[Kreis Wohlau im Regierungsbezirk Breslau der preußischen Provinz Niederschlesien im Deutschen Reich.

Am 26. Januar 1945 erreichte die Rote Armee den Ort. Am 5. Februar gelang der deutschen Kampfgruppe Sachsenheimer im Rahmen der Niederschlesischen Operation ein Gegenangriff. Während der Kämpfe brannte das Schloss aus, das chemische Werk überstand sie unzerstört. Im März 1945 übergab die Rote Armee Dyhernfurth zusammen mit fast ganz Schlesien der Verwaltung der Volksrepublik Polen. Anschließend wurde Dyhernfurth in Brzeg Wołowski und 1947 in Brzeg Dolny umbenannt. Die Einwohner wurden 1945/46 vertrieben und der Ort mit Polen besiedelt, die teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen waren, das an die Sowjetunion gefallen war. Durch den Rückgang der Bevölkerung verlor Brzeg Dolny das Stadtrecht.

1947 nahm das chemische Werk die Produktion wieder auf. Es entwickelte sich unter der Bezeichnung Rokita-Werk zu einem der größten polnischen Chemiehersteller. 1954 erhielt Brzeg Dolny das Stadtrecht zurück, und bei einer Zählung 1959 lebten etwa 9000 Menschen in der Stadt. Das Schloss wurde wieder aufgebaut, jedoch ging dabei seine ursprüngliche Gestalt verloren.

Einwohnerentwicklung

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Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1794743darunter 132 Juden; offenes Städtchen oder Marktflecken, das zu den Dörfern gezählt wird, mit 105 Feuerstellen (Haushaltungen), einer evangelischen Kirche, einem Schloss, einem Vorwerk, einer evangelischen Schule, einer katholischen Schule und einer Oderfähre; im Ort befindet sich eine jüdische Buchdruckerei, die einzige dieser Art in Schlesien[10]
18181040Stadt und Schloss, adlige Besitzung, mit einer Mutterkirche[21]
18251183darunter 361 Katholiken und 206 Juden; Hauptort der Majoratsherrschaft Dyhernfurth (benannt 1660 nach dem Freiherrn v. Dyhern), mit einer evangelischen Mutterkirche und einer Synagoge, einer evangelischen Schule, einer katholischen Schule, einer jüdischen Buchdruckerei und einer Fähre über die Oder[22]
18401368darunter 387 Katholiken und 114 Juden; Stadt mit einer evangelischen Pfarrkirche, einer evangelischen Schule, einer Schule und einer Oderfähre; die jüdische Buchdruckerei ist wegen Verarmung des Besitzers seit 1834 eingegangen[12]
18521512am Jahresende[23]
18641554am 1. Dezember, Gemeindebezirk und Gutsbezirk zusammen[24]
18671472am 3. Dezember, Gemeindebezirk und Gutsbezirk zusammen;[25] nach anderen Angaben 1470 Einwohner[26]
18711543am 1. Dezember, Gemeindebezirk und Gutsbezirk zusammen (davon 1000 Evangelische, 491 Katholiken, drei sonstige Christen und 49 Juden) und im Gutsbezirk [25]
18851669am 1. Dezember, davon 1594 im Gemeindebezirk (1078 Evangelische, 478 Katholiken, zwei sonstige Christen und 36 Juden) und 75 im Gutsbezirk (46 Evangelische, 29 Katholiken)[27]
18901606am 1. Dzember, davon 1534 im Gemeindebezirk und 72 im Gutsbezirk[28]
19001389meist Evangelische; Stadt mit einer evangelischen Kirche, einer Synagoge, einem Schloss, Tonwarenfabrikation und Bierbrauerei[29]
19051389am 1. Dezember, davon 1294 in der Stadt (869 Evangelische und 412 Katholiken mit deutscher Muttersprache, fünf mit polnischer Muttersprache sowie acht Juden) und 95 im Gutsbezirk (24 Evangelische und 71 Katholiken mit deutscher Muttersprache)[30]
19101366am 1. Dezember, davon 1265 in der Stadtgemeinde und 101 im Gutsbezirk; Stadt mit einer evangelischen Pfarrkirche und einer Synagoge[16]
19331761[31]
19392013[31]
Historisches evangelisches Bethaus, errichtet 1743–1744 in Stadtmitte als Fachwerkkirche
Ehemalige evangelische Stadtkirche, mit massivem Turm von 1797, Langhaus 1845 in Massivbauweise erneuert, seit 1945 katholisch (Aufnahme 2013)
Innenraum der Stadtkirche (Aufnahme 2010)

Im 16. Jahrhundert gab es in Prsig noch keine Kirche. Nach der Reformation besuchten die Evangelischen die 1525 evangelisch gewordenen Kirchen zu Wahren und zu Seifersdorf. Diese beiden Kirchen wurden ihnen nach Vertreibung des letzten lutherischen Pastors, M. Andreas Hempel jun., am 10. November 1653 weggenommen; die Evangelischen hielten sich darnach von 1653 an bis 1741 an die Kirchen in Klein Ausker und Mondschütz.[7] Am 21. September 1742 übergab die evangelische Bürgerschaft Friedrich II. eine Bittschrift wegen der Errichtung eines eigenen Bethauses.[4] Der König bewilligte den Bau am 27. September 1742,[32] doch wurden durch den katholischen Grundherrn, Leopold Graf von Sternberg, Hindernisse verursacht. Die Grundsteinlegung erfolgte 1743 dennoch, und das Gebäude war 1744 fertiggestellt.[33] 1771 wurde ein neues Pfarrhaus gebaut, wozu Graf Hoym, Patron der Kirche, die Materialien stiftete.[4][33] 1784 wurde das Kirchengebäude erweitert, 1797 erhielt es einen massiven Turm mit Uhr und drei Glocken. 1845 erfolgte abermals eine bauliche Erweiterung. Die Kanzel befand sich über dem Altar, die eingebaute Orgel hatte zehn Register.[33]

Pastoren von der Reformation bis 1945
  1. Johann Georg Frölich, 1744–1760, * 1694 in Pokuschel, Kreis Sorau, Niederlausitz, hatte in Wittenberg studiert, war kurze Zeit Rektor in Trachenberg gewesen, 1744 nach Dyhernfurth berufen, am 9. Oktober in Breslau ordiniert, am 12. September 1745 eingeführt, war in seinem letzten Amtsjahr krankheitsbdeingt dienstunfähig und wurde seit 30. Juni 1760 von dem Hilfsprediger Carstädt, seinem Nachfolger, vertreten; † 2. August 1760, während Kriegswirren einen Tag nach dem Einfall russischer Truppen im Ort[7]
  2. Friedrich Wilhelm Carstädt, 1761–1772, wurde 1761 Pastor in Dyhernfurt und 1772 versetzt[34][7]
  3. Johann Gottfried Fulde, 1772–1795, * 21. Sepember 1718 in Nimptsch, besuchte bis zu seinem 14. Lebensjahr die dortige Stadtschule und seit 1732 das Magdalenäum in Breslau, studierte von April 1743 an Theologie in Leipzig, hielt sich seit 1748 als Kandidat in Breslau auf, wurde nach Versetzung Carstädts 1772 nach Dyhernfurth berufen, am 2. Oktober ordiniert und am 8. November eingeführt, 1795 emeritierte er aus Altersgründen, sein Stellvertreter wurde der Kandidat der Theologie Gottfried Heinrich Carl Hanke[7][35]
  4. Gottfried Heinrich Carl Hanke, 1795–1819, * 12. Juli 1768 in Lissa, ordniniert am 5. Juni 1795;[35] † am 6. März 1819 in Dyhernfurth, er war in dritter Ehe verheiratet mit der bedeutend jüngeren Schriftstellerin Henriette Hanke, geb. Arndt (1785–1862).[36]
  5. Riebel, seit 1851, * 22. April 1815 in Carlsruhe O/S, studierte an den Universiäten Halle und Breslau bis 1838, 1843 Hilfsprediger in Groß Wartenberg, 1848 Pastor in Droschkau[33]
  6. Immanuel Paul Georg Krebs, Pfarrer seit Frühjahr 1882, war zuvor Pfarrvikar in Dyhernfurth[37]
  7. Richard Groh, seit 1892, * 12. Dezember 1865 in Kempen, Provinz Posen, absolvierte Ostern 1886 die Lateinische Hauptschule in Halle,[38] ordiniert am 30. Juni 1891[39]
Katholische St.-Hedwigs-Kapelle

Den Katholiken stand vor 1945 die katholische Kirche im Dorf Wahren in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt zur Verfügung, außerdem die St.-Hedwigs-Kapelle auf dem Friedhof der Stadt. Die Hedwigskapelle wurde 1666 von dem Grundherrn Abraham Freiherr v. Dyhern gestiftet. Unterhalb ihres Hauptaltars wurde ein großer Stein aufbewahrt, der vor Errichtung der Kapelle vierhundert Jahre lang im Freien gelegen hatte und der der Sage nach einen Fußabruck der hl. Hedwig zeigt.[40]

Nach 1945 wurden die Kirche und das Pfarrgebäude in Dyhernfurth zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet. Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Stadtbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft ist größtenteils katholischer Konfession.

Sehenswürdigkeiten

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  • Ehemalige evangelische Stadtkirche, 1743–1744 zunächst als Fachwerkbethaus errichtet, im 19. Jahrhundert in mehreren Stufen massiv erneuert, seit 1945 katholisch
  • Das Schloss Dyhernfurth wurde 1780–1785 vom damaligen Grundherrn Carl Georg Heinrich Graf Hoym nach Entwurf des Architekten Carl Gotthard Langhans errichtet und im 19. Jahrhundert von französischen Architekten umgebaut. Bei Kriegsende 1945 wurde es zum großen Teil zerstört, später teilweise wieder aufgebaut und 1998 renoviert.
  • Neben dem Schloss befindet sich das sogenannte Kleine Schloss, das als Beamtenwohnhaus diente.
  • Der Schlosspark wurde ebenfalls nach Entwurf des Architekten Carl Gotthard Langhans nach dem Vorbild des Wörlitzer Parks angelegt. Er war ursprünglich in drei Zonen gegliedert: Lustgarten (mit Teich und Inseln sowie Teehaus, Weinberghäuschen, Badesalon, Wasserspiel und Fasanerie), Nutzgarten (mit Mühle, Seidenraupenzucht und jüdischer Druckerei) und Meditationsgarten (mit Ruine einer neugotischen Kapelle von 1789, Eremitage, Grotte, Jüdischem Friedhof sowie dem Mausoleum der Familie von Hoym im Stil eines Griechischen Tempels). Es diente bis 1945 als Begräbnisstätte des Erbauers Carl Georg Heinrich Graf Hoym und seiner Nachfahren.
  • Die St.-Hedwigs-Kapelle auf dem Friedhof wurde 1666 erbaut.

Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Brzeg Dolny gehören die Stadt selbst und 13 Dörfer mit Schulzenämtern.

Partnerschaften

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Persönlichkeiten

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Söhne und Töchter der Stadt

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Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten

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  • Sabbatai Ben Josef (1641–1718), jüdischer Schriftsteller und Sänger, Gründer der ersten jüdischen Buchdruckerei im Jahre 1687
  • Karl Georg von Hoym (1739–1807), preußischer Staatsmann, verstarb in Dythernfurth
  • Henriette Hanke (1785–1862), Schriftstellerin aus Jauer, verbrachte viele Jahre als Gemahlin des dortigen Pfarrers in Dyhernfurth und beschrieb in ihren Werken das Dyhernfurther Schloss und das Mausoleum
  • Hans Otte (1926–2007), Komponist, Pianist und Rundfunkredakteur, verbrachte seine Jugend in Dyhernfurth
  • Dyhernfurth, Stadt und Rittergut, rechts der Oder, Kreis Wohlau, Regierungsbezirk Breslau, Provinz Schlesien. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Dyhernfurth (meyersgaz.org).
  • Friedrich Albert Zimmermann: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, Zwölfter Band, Verlag Johann Ernst Tramp, Brieg 1795, S. 174–175, Ziffer 40 (Google Books).
  • Hugo von Saurma-Jeltsch (Hrsg.): Wappenbuch der Schlesischen Städte und Städtel. Ill.: L. Clericus, Comm. Goerlich & Coch, Berlin 1870, Sp. 44–45 (Google Books).
  • Schlesisches Güter-Adreßbuch. Verzeichniß sämmtlicher Rittergüter und selbständigen Guts- und Forstbezirke, sowie solcher größeren Güter, welche innerhalb des Gemeindeverbandes mit einem Reinertrag von etwa 1500 Mark und mehr zur Grundsteuer veranlagt sind. Fünfte Ausgabe. Verlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1894 , S. 195–196 (Google Books).
  • Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Schlesien. In: Kröners Taschenausgabe. Band 316; Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 86–87.
  • Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München·Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 185–186.
Commons: Brzeg Dolny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Joseph Partsch: Schlesien – Eine Landeskunde für das deutsche Volk auf wissenschaftlicher Grundlage. Teil II: Landschaften und Siedelungen, Hirt, Breslau 1911, S. 372 (Google Books).
  2. Hugo von Saurma-Jeltsch (Hrsg.): Wappenbuch der Schlesischen Städte und Städtel. Ill.: L. Clericus, Comm. Goerlich & Coch, Berlin 1870, Sp. 44–45 (Google Books).
  3. Friedrich Albert Zimmermann: Geschichte und Verfassung der Juden im Herzogthum Schlesien, Verlag Gottlieb Löwe, Breslau 1791, S. 34 (Google Books).
  4. 1 2 3 Christian Friedrich Emanuel Fischer, Carl Friedrich Stuckart: Zeitgeschichte der Städte Schlesiens, Band 3, Schweidnitz 1819 (oder später), S. 58 (Google Books).
  5. Moritz Grünwald: Die Namen der Juden, in: Das Jüdische Zentalblatt, S. 91–100, insbesonder S. 96, Fußnote (7) (https://www.google.de/books?id=18gOAAAAQAAJ&pg=PA96 Google Books]).
  6. J. Landsberger: Zur Geschichte der jüdischen Buchdruckerei in Dyhernfurth und des jüdischen Buchhandels, in: Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums, Neununddreißigster Jahrgang, Breslau 1894/1895, S. 120–133 (Google Books), S. 187–192 (Google Books) und S. 230–238 (Google Books).
  7. 1 2 3 4 5 Siegismund Justus Ehrhardt: Presbyterologie des Evangelischen Schlesiens, Teil I, Zweiter Hauptabschnitt, bei Johann Gottfried Pappäsche, Liegnitz 1781, S. 596–599 (Google Books).
  8. Moritz Grünwald: Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Dyhernfurth a.O., Breslau 1881 S. 5–6 (Google Books).
  9. Herbert C. Zafren: More on Dyhernfurth. In: Studies in Bibliography and Booklore, Bd. 10 (1971/1972), Heft 1/2, S. 62–68, hier S. 62.
  10. 1 2 Friedrich Albert Zimmermann: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, Zwölfter Band, Verlag Johann Ernst Tramp, Brieg 1795, S. 174–175, Ziffer 40 (Google Books).
  11. Friedrich Albert Zimmermann: Geschichte und Verfassung der Juden im Herzogthum Schlesien, bei Gottlieb Löwe, Breslau 1791, S. 91 (Google Books).
  12. 1 2 Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage, Graß, Barth und Comp., Breslau 1845, S. 812 (Google Books).
  13. Stadt Dyhernfurth (Territoriaal.de)
  14. 1 2 Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser, Justus Perthes, Gotha 1916, S. 825–826 (Google Books).
  15. Schlesisches Güter-Adreßbuch, Fünfte Ausgabe, Korn, Breslau 1894, S. 195–196 (Google Books).
  16. 1 2 Dyhernfurth, Stadt und Rittergut, rechts der Oder, Kreis Wohlau, Regierungsbezirk Breslau, Provinz Schlesien. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Dyhernfurth (meyersgaz.org).
  17. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat – Auf Grund der Ergebnisse der Vieh- und Obstbaumzählung vom 1. Dezember 1913, der Viehzählung vom 2. Dezember 1912 und anderer amtlicher Quellen, Heft 6: Provinz Schlesien, Berlin 1915, 1. Regierungsbezirk Breslau, 8. Kreis Wohlau, S. 52–53, Ziffer 2 (Google Books), und S. 56–57, Ziffer 137 (Google Books).
  18. Stadt Dyhernfurth (Territorial.de)
  19. Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1928, S. 344–477, insbesondere S. 414, 23. Kreis Wohlau (Google Books).
  20. Klockhaus' kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs für Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe, Band 1 B, Berlin 1935, 2. Teil, Provinz Schlesien, S. 1521 (Google Books).
  21. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 1: A–F, Halle 1821, S. 270, Ziffer 1084 (Google Books).
  22. Johann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht aller Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien. Breslau 1830, S. 125–126 (Google Books).
  23. Uebersicht des Flächenraums und der Einwohnerzahl des Preussisches Staates, und Alphabetisches Verzeichniss der Städte in demselben, mit Angabe der Civil-Einwohnerzahl am Schlusse des Jahres 1852. Decker, Berlin 1854, S. 12 (Google Books).
  24. Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlgung im Regierungsbezirk Breslau, Berlin 1868, 24. Kreis Wohlau, S. 2–9, Ziffer 49–50 (Google Books)
  25. 1 2 Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Schlesien und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. Berlin 1874, S. 60–61, Ziffer 2 (Google Books).
  26. Reinecke: Preußisches Staatshandbuch – Mit einer statistisch-topographischen Uebersicht, bei F. Berggold, Berlin 1870, S. 403 (Google Books).
  27. Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen – Auf Grund der Materialien der Volkszählung am 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, Band VI: Provinz Schlesien, Berlin 1887, S. 70–71, Ziffer 2 (Google Books), und S. 78–79, Ziffer 151 (Google Books).
  28. <Königliches statistisches Bureau: Viehstandslexikon für den preußischen Staat, Heft VI: Provinz Schlesien – Auf Grund der Materialien der Viehzählung vom 1. Dezember 1892 und anderer amtlicher Quellen, Berlin 1894, S. 28, Ziffer 2 (Google Books), und S. 31, Ziffer 151 (Google Books).
  29. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 5, Leipzig/Wien 1905, S. 321 (Zeno.org).
  30. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen – Auf Grund der Materialien der Volkszählung am 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen, Heft VI: Provinz Schlesien, Berlin 1908, S. 382–383, Ziffer 2 (Google Books), und S. 388–389, Ziffer 141 (Google Books).
  31. 1 2 Michael Rademacher: Wohlau. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  32. Heinrich Pigge: Die religiöse Toleranz Friedrichs des Großen nach ihrer theoretischen und praktischen Seite – Auf Grundlage der Quellen, bei Heinrich Kirchheim, Mainz 1899, S. 312 (Google Books).
  33. 1 2 3 4 F. G. Eduard Anders: Historische Statistik der Evangelischen Kirche in Schlesien, bei Gottlieb Wilhelm Korn, Breslau 1867, S. 403–404 (Google Books).
  34. Johann Adam Hensel: Protestantische Kirchengeschichte der Gemeinen in Schlesien, Verlag David Siegerts, Leipzig und Liegnitz 1768, S. 765, Ziffer 9 (Google Books).
  35. 1 2 Schlesische Provinzialblätter, Band 21, Breslau 1795, S. 601 (Google Books).
  36. Carl Wilhelm Otto August von Schindel: Die deutschen Schriftstellerinnen des neunzehnten Jahrhunderts, Band 3: Nachträge und Berichtigungen, F. A. Brockhaus, Leipzig 1825, S. 149–156, insbesondere S. 151 (Google Books).
  37. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Breslau, Stück 21, 26. Mai 1882, S. 130 (Google Books).
  38. Festschrift zur Zweihundertjährigen Jubelfeier der Franckeschen Stiftungen und der Lateinischen Hauptschule am 30. Juni und 1. Juli 1898, Halle a. S. 1898, S. 227, Nr. 1100 (Google Books).
  39. Das evangelische Deutschland, Band 2, bei Schulze & Co., Leipzig 1898, S. 324 (Google Books).
  40. Richard Kühnau: Mittelschlesische Sagen geschichtlicher Art, Breslau 1929, S. 82–83 (Google Books).