Dorak
Dorak ist ein Dorf im Nordwesten der Türkei und ist heute als Mahalle von Mustafakemalpaşa in der Provinz Bursa organisiert.
Dorak liegt an einem den Uluabat-See überblickenden Hügel nahe einer alten Verbindungsstraße zwischen Mustafakemalpaşa und Bursa.[1] Es hatte 2019 154 Einwohner.[2] Es liegt etwa 22 Kilometer vom Stadtkern Mustafakemalpaşas entfernt.[3]
Der Ort ist landwirtschaftlich geprägt, vor allem die Käseproduktion hat eine gewisse lokale Bedeutung. Der früher verbreitete Anbau von Tabak wurde seit den 1970ern von Olivenbäumen und in jüngerer Zeit auch dem Anbau von Feigen verdrängt. Früher war Dorak bekannt für seine aus dem Schilf des Uluabat-Sees geflochtenen Schilfmatten, die hier statt Kelims verwendet wurden.[1] Tourismus spielt eine gewisse Rolle, da der Hügel einen Panoramablick auf den Uluabat-See bietet.[3]
Der örtlichen sagenhaften Überlieferung nach ließen sich vor 700 oder 400 Jahren turkmenische Nomaden in Dorak nieder, nachdem ein Ziegenbock ihnen eine Wasserstelle gezeigt hatte. Sie sollen den Ort zunächst „Durak“ genannt haben. Auf dem benachbarten Hügel Pazartepe lag eine griechische Siedlung mit einem Markt. Von 1961 bis 1995 hatte das Dorf eine eigene Schule.[1]
Internationale Bekanntheit erlangte der Ort in der Folge der Dorak-Affäre um angebliche Grabfunde aus der frühbronzezeitlichen Yortan-Kultur nahe Dorak. Die Affäre führte 1966 zum Widerruf der Grabelizenz für Çatalhöyük des Archäologen James Mellaart.[4]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Rasim Balaban: DORAK’TAN İZLENİMLER, Mücadele Gazete vom 30. November 2025 (türkisch)
- ↑ Population of Mustafakemalpaşa Neighborhoods, Bursa, nufusu.com
- 1 2 Dorak Observation Terrace, rota.bursa.com.tr (türkisch)
- ↑ The Dorak Affair, or The Girl on the Train, Biblical Archaeology Society
Koordinaten: 40° 6′ N, 28° 35′ O