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Schlacht bei Dogali

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(Weitergeleitet von Dogali)
Schlacht bei Dogali
Teil von: Eritreakrieg (1886–1889)

Schlacht bei Dogali
(Gemälde von Michele Cammarano)
Datum 26. Januar 1887
Ort Dogali, Eritrea
Ausgang Sieg der Äthiopier
Konfliktparteien

Abessinien

Italien 1861 Königreich Italien

Befehlshaber

Alula Engida

Italien 1861 Carlo Gené
Italien 1861 Tommaso De Cristofori

Truppenstärke

angeblich 7.000 (italienische Angaben)

562 (512 Italiener und 50 Baschi-Bosuk)

Verluste

unbekannt

480 (430 Italiener und 50 Baschi-Bosuks)

In der Schlacht bei Dogali wurde am 26. Januar 1887 eine italienische Armeeabteilung von einem abessinischen Heer unter Ras Alula Engida geschlagen. Der Niederlage ging am 25. Januar 1887 die Belagerung von Saati voraus.

Nach der Vereinigung Italiens begann sich auch das Königreich Italien, für die Kolonialisierung Afrikas zu interessieren. In diesem Sinne wurde 1882 der Hafen und die Bucht von Assab am Roten Meer von der genuesischen Reederei Rubattino übernommenen, die bereits 1869 mit Einwilligung der italienischen Regierung die Nutzungsrechte dieser Gebiete erworben hatte.[1]

Am 5. Februar 1885 landete ein italienisches Expeditionskorps unter dem Befehl von Oberst Tancredi Saletta und unter britischer Einwilligung in der nördlich von Assab gelegenen ägyptischen Hafenstadt Massaua. Nach dem Abzug der Ägypter aus Massaua, begannen die Italiener eine Pufferzone um die Stadt zu errichten und nahmen im August 1985 das von den Ägyptern aufgegebene Fort Saati etwa 28 westlich von Massaua in Besitz. Ein von Ras Alula Engida gestelltes Ultimatum, mit dem er die Italiener zum Abzug aus Saati aufforderte, blieb ungehört. Da aber Engida von Kaiser Yohannes IV. den Befehl erhielt, die Mahdisten unter Osman Digma zu bekämpfen, blieb das äthiopische Ultimatum zunächst ohne Folgen.[2]

Brockhaus´ Conversations-Lexikon schrieb 1887 im Artikel „Abessinien“[3]:

Der italienische Oberbefehlshaber, Generalmajor Genè, ließ die Stadt gegen die Landseite hin befestigen und besetzte dieselbe mit 3.000 Mann. Aus türkischem Dienste wurde in den italienischen ein Korps von 1.000 Mann Baschi-Bosuks übernommen und zur Besetzung der nächsten Dörfer verwendet, auch wurden einige vorgeschobene Posten auf den vorliegenden Höhen zum Schutze der dort einmündenden Handelsstraßen befestigt und mit italienischen Truppen besetzt. Man traf mit Umsicht Vorkehrungen, um die Truppen gegen die schädlichen Einflüsse der örtlichen und klimatischen Verhältnisse zu schützen, doch litt die Garnison sehr durch bösartige Fieber und Mangel an Trinkwasser.

Im Januar 1887 rückten abessinische Truppen unter General Ras Alula gegen Massaua vor, denen der Negus (Yohannes IV.) mit einem größeren Heere im Abstande von neun Tagesmärschen folgte. Ras Alula griff die aus den vorgeschobenen Posten auf den Höhen von Sahati zurückgehenden italienischen Truppen (512 Mann nebst 50 Baschi-Bosuks) [am] 25. Januar an und sprengte dieselben [am] 26. Januar nach mehrstündigem Kampfe, in welchem die Abessinier starken Verlust erlitten, aber alle Geschütze und viele Waffen erbeuteten, auseinander. Nur 82 verwundete Italiener, darunter 1 Offizier, entkamen nach Massaua.

bzw. im Artikel „Italien“[4]:

Der König von Abessinien, welcher in Massaua den natürlichen Hafen seines Landes sah, ohne dessen Besitz dasselbe vom Meere ganz abgeschnitten war, schickte seinen General Ras Alula vor. Dieser griff [am] 25. Januar 1887 den am weitesten vorgeschobenen italienischen Posten bei Saati an und wurde zurückgeschlagen, überfiel aber [am] 26. Januar eine von dem rückwärts gelegenen stärkern Fort Monkulla aus abgesandte Kolonne, die Bedeckung eines Proviant- und Munitionszuges, und tötete gegen 500 Mann.

Davon leicht abweichend findet sich im gleichen Band im Artikel „Saati“[5]:

S[aati] wurde geschichtlich denkwürdig durch den Angriff der Abessinier unter Ras Alula. welche [am] 24. Jan[uar] 1887 diese befestigten Höhen zu nehmen suchten, aber mit großem Verluste abgewiesen wurden. Das gegen 20.000 Mann starke abessin[ische] Heer blieb jedoch, anscheinend ohne daß General Gené hiervon Kenntnis erlangte, in den schluchtenreichen Abhängen der Höhen von S[aati] stehen und griff [am] 26. Jan[uar] eine zur Verstärkung der vorgeschobenen Posten heranrückende Abteilung (gegen 550 Mann) ital[ienischer] Truppen überraschend an. Trotz heldenmütigen Widerstands erlagen die Italiener, nachdem sie ihre ganze Munition verschossen und dem Feinde sehr große Verluste beigebracht hatten, bei Dogali schließlich der Übermacht; nur 1 Offizier und gegen 130 Mann entkamen, sämtlich verwundet, dem Handgemenge und konnten sich in der Nacht vom Schlachtfelde nach dem befestigten Posten von S[aati] retten. Nach dieser Niederlage wurden einige befestigte Außenposten seitens der Italiener geräumt; aber auch die Abessinier zogen sich weiter von Massaua zurück und enthielten sich weiterer Angriffe.

General Genè, der für die Freilassung einer nach der Schlacht in abessinische Gefangenschaft geratenen italienischen Abordnung dem General Ras Alula 1000 Gewehre und mehrere Flüchtlinge bzw. Gefangene ausgeliefert hatte, wurde abberufen und durch General Saletta ersetzt. Außenminister Carlo Felice Nicolis Robilant bot seinen Rücktritt an und machte ihn vom Ausgang eines von Francesco Crispi beantragten Misstrauensvotums abhängig, das aber abgelehnt wurde. Dennoch wurde im Rahmen einer Kabinettsumbildung im April 1887 Robilant als Außenminister durch Premier Agostino Depretis und Kriegsminister Cesare Ricotti-Magnani durch General Bertole-Viale ersetzt sowie Crispi als Innenminister in die Regierung aufgenommen. Im Juli dann stürzte Depretis schließlich und Crispi wurde sein Nachfolger.

In der Nähe von Massaua hatten indessen am 27. und 28. März 1887 weitere kleine Gefechte stattgefunden. Erst nach dem äthiopischen Herrscherwechsel kam es 1889 zum Friedensschluss. Der auf Kaiser Yohannes IV. folgende Negus Menelik II. unterzeichnete den Freundschaftsvertrag von Wetschale, den Italien als Protektorat auslegte, was 1895 zu einem erneuten Italienisch-Äthiopischen Krieg führte, der 1896 in der Schlacht von Adua mit einer noch empfindlicheren italienischen Niederlage endete.

  • Camillo Antona-Traversi: Sahati e Dogali: 25 e 26 gennaio 1887. Tipografia Fratelli Pallotta, Rom 1887.
  • Agostino Gaibi: Dogali. In: Enciclopedia Italiana. Band 13: Dis–Enn. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1932.
  • Angelo Del Boca: Gli Italiani in Africa Orientale: Dall’unità alla marcia su Roma. Bari, Laterza 1976.

Einzelnachweise

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  1. Francesco Filippi: Noi però gli abbiamo fatto le strade: Le colonie italiane tra bugie, razzismi e amnesie. Bollati Boringheri, Turin 2021, ISBN 978-88-339-3702-1, S. 19–20.
  2. Angelo Del Boca: Gli Italiani in Africa Orientale: Dall’unità alla marcia su Roma. S. 208–209.
  3. Brockhaus´ Conversations-Lexikon, 13. Ausgabe. Supplementband, Seite 2f. Leipzig 1887
  4. Brockhaus´ Conversations-Lexikon, 13. Ausgabe. Supplementband, Seite 448f. Leipzig 1887
  5. Brockhaus´ Conversations-Lexikon, 13. Ausgabe. Supplementband, Seite 637. Leipzig 1887