In der Literatur wird die Synthese ausgehend von N,N,N′,N′-Tetramethylhexamethylendiamin mit Phosgen und 3-Hydroxypyridin beschrieben. Distigmin-Bromid entsteht durch Alkylierung mit Methylbromid.[3]
Distigmin ist wie Neostigmin eine quartäre Ammoniumverbindung mit starker Acetylcholinesterase-Bindung, die nach Hydrolyse verzögert renal ausgeschieden wird. Es ist kaum fettlöslich, durchdringt die Blut-Hirn-Schranke nicht und beeinflusst auch die ganglionäre Übertragung im autonomen Nervensystem nicht wesentlich.
Die durchschnittliche Absorptionszeit beträgt 10 Stunden, die Bioverfügbarkeit bei oraler Gabe 4,65%. Die Plasmahalbwertszeit liegt bei 65 Stunden, die Acetylcholinesterase wird für etwa 38 bis 40 Stunden reversibel gehemmt.[11][12] Wiederholte Einnahme zeigt keine Kumulation der Wirkung auf die Acetylcholinesterase-Hemmung.
Nach intravenöser Gabe fanden sich 4% der Substanz im Kot wieder, 85% wurden renal ausgeschieden.[7]
Häufig deuten Nebenwirkungen auf eine Überdosierung. Muskarin-artige Nebenwirkungen überwiegen gegenüber Auswirkungen auf die Muskulatur und können mit Atropin oder ähnlichen Stoffen ausgeglichen werden.
Sehr häufig wird ein verlangsamter Puls beobachtet, der in seltenen Fällen lebensbedrohlich arrhythmisch werden kann. In Einzelfällen kommt es auch zu Vorhofflimmern und zum Herzstillstand. Diese Nebenwirkungen sind besonders in der postoperativen Behandlung zu beachten.
Ebenfalls sehr häufig sind Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche, häufig ist der Speichelfluss erhöht. Darm- und Muskelkrämpfe, Harninkontinenz, unwillkürliche Muskelzuckungen und Schluckbeschwerden treten gelegentlich auf, im Extremfall Lähmungen. Selten kann es zu Benommenheit, Sprachstörungen, unregelmäßiger Menstruation, Hautausschlägen und Krampfanfällen kommen.
Durch Verkrampfung der Atemwege tritt selten Atemnot bei erhöhter Schleimbildung auf. Distigmin kann durch Pupillenverengung, Akkommodationsstörungen und erhöhten Tränenfluss die Sehkraft beeinträchtigen.[10]
↑PatentanmeldungUS2789981:Bis-carbamic acid ester compounds, and a process of making same.Angemeldetam19.September 1955,veröffentlichtam23.April 1957,Anmelder:Österr. Stickstoffwerke,Erfinder:Otto Schmid.
↑Arzneispezialitätenregister der AGES, abgerufen am 2. März 2016.
1234Patienteninformation zu Ubretid im Arzneispezialitätenregister der AGES. Abgerufen am 1. März 2016.
↑Vree TB, Waitzinger J, Hammermaier A, Radhofer-Welte S.:Absolute bioavailability, pharmacokinetics, renal and biliary clearance of distigmine after a single oral dose in comparison to i.v. administration of 14C-distigmine-bromide in healthy volunteers. In: Int J Clin Pharmacol Ther. 37. Jahrgang, 1.August 1999, S.393–403, PMID 3485122 (englisch).
↑Derek G. Waller, Andrew G. Renwick, Keith Hillier: Medical Pharmacology and Therapeutics, Saunders Ltd.; 3. Edition (2009), ISBN 978-0-7020-2991-2.
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