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Diamond Teeth Mary

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Mary McClain (links) und Ida Goodson (1982)

„Diamond Teeth“ Mary McClain (* 27. August 1902 in Huntington, West Virginia, USA als Mary Smith; † 4. April 2000 in Saint Petersburg, Florida, USA) war eine US-amerikanische Blues- und Gospelsängerin sowie Vaudeville-Entertainerin, deren Karriere als Künstlerin sich von den 1910er bis in die 1990er Jahre erstreckte.[1]

Mary Smith wurde am 27. August 1902 in Huntington (West Virginia) geboren. Sie war eine Halbschwester der Bluessängerin Bessie Smith (Bessies Mutter war eine von Marys vier Stiefmüttern). Im Alter von 13 Jahren riss sie von zuhause aus, um den Schlägen ihrer vierten Stiefmutter zu entgehen; sie verkleidete sich als Junge und sprang auf einen Zug Richtung Tennessee. In Memphis schloss sie sich als Sängerin und Akrobatin einem Zirkus an. Später arbeitete sie als Chortänzerin in verschiedenen Minstrel und Medicine Shows und war als „Walking Mary“ bekannt.[1] Von Zeit zu Zeit arbeitete sie mit Bessie Smith zusammen und war bei deren Tod im Jahr 1937 anwesend.[2][3][4][5][6]

In den 1940er Jahren ließ sie Diamanten aus einem Armband entfernen und in ihre Vorderzähne einsetzen; dies verschaffte ihr den neuen Künstlernamen „Diamond Teeth Mary“.[1][2][3] Die Diamanten wurden schließlich wieder entfernt, um die Arztrechnungen ihrer Mutter begleichen zu können. Später wurden die Edelsteine jedoch wieder ersetzt.[3] Sie trat in Nachtclubs, Theatern und Wandershows auf und tourte mit den United Service Organizations (USO) durch Europa.[2] Unter anderem sang sie im Apollo Theatre, im Cotton Club und in der Carnegie Hall und hatte Auftritte mit Billie Holiday, Sarah Vaughan, Ray Charles, Count Basie, Nat King Cole und Duke Ellington auf.[1][4][5][6]

Im Jahr 1960 ließ sie sich in Bradenton (Florida) nieder und heiratete 1964 ihren zweiten Ehemann Clifford McClain. Sie begann Gospel statt weltlichen Blues zu singen. Ende der 1970er Jahre wurde sie von Steven Zeitlin von der Smithsonian Institution aufgespürt, um an dem Dokumentarfilm über Medicine Shows Free Show Tonite mitzuwirken. Sie trat beim Smithsonian Festival of American Folklife und danach bei anderen Festivals auf. 1980 sang sie für Präsident Ronald Reagan im Weißen Haus.[1][2][7]

Sie nahm ihr erstes Album mit dem Titel If I Can’t Sell It, I’m Gonna Sit on It auf, das 1993 bei Big Boss Records erschien. In den 1990er Jahren tourte sie erneut durch Europa und trat bis kurz vor ihrem Tod am 4. April 2000 – im Alter von 97 Jahren – weiterhin auf Blues-Festivals auf. Ihre Asche wurde – wie sie es gewünscht hatte – auf den Bahngleisen an der Heritage Station in Huntington verstreut, wo sie 1915 auf einen Zug gesprungen war. Heute steht eine Gedenktafel an dieser Stelle, und eine Straße in der Nähe wurde 2013 in „Diamond Teeth Mary Way“ umbenannt.[1][2]

Zu den Geschichten, die Mary über ihre lange Karriere erzählte, gehörte, dass sie eine Zeit lang mit dem Baseballstar Satchel Paige zusammengelebt hatte und dass der junge Elvis Presley Howlin’ Wolf und sie beim Schnapstrinken bediente.[3][4] Mary war dreimal verheiratet, zuletzt mit einem 30 Jahre jüngeren Mann.[1]

Erinnerungstafel in Huntington
  • 1986: Florida Folk Heritage Award[8]
  • 2010: Blues & Gospel Singer Marker „Diamond Teeth“ Mary McClain, West Virginia Blues Society[9]
  • 2011: Aufnahme in die West Virginia Hall of Fame[10][6]
  • 1993: If I Can’t Sell It, I’m Gonna Sit on It
  • 1993: Walking Mary’s Blues
Commons: Diamond Teeth Mary – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 Aaron-Michael Fox: Diamond Teeth Mary: West Virginia’s Queen of the Blues. Downtown Huntington (englisch), abgerufen am 29. Mai 2026
  2. 1 2 3 4 5 Steve Goff: Heritage & Legacy: „Diamond Teeth“ Mary Smith McClain. Born & Bred, 14. November 2024 (englisch), abgerufen am 29. Mai 2026
  3. 1 2 3 4 Mary ‚Diamond Teeth‘ McClain, Blues Singer. African American Registry (englisch), abgerufen am 29. Mai 2026
  4. 1 2 3 Diamond Teeth Mary. Big Boss Records (englisch), abgerufen am 29. Mai 2026
  5. 1 2 August 27, 1902: Blues Legend ‚Diamond Teeth Mary‘ Born in Huntington. West Virginia Public Broadcasting (englisch), abgerufen am 29. Mai 2026
  6. 1 2 3 ‚Diamond Teeths‘ Mary McClain. Huntington Women’s History (englisch), abgerufen am 29. Mai 2026
  7. „Diamond Teeth“ Mary Smith McClain. Florida Division of Arts & Culture: 1986 Florida Folk Heritage Award (englisch), abgerufen am 29. Mai 2026
  8. Diamond Teeth Mary. Florida Department of State, Divison of Arts and Culture: Florida Music Tours (englisch), abgerufen am 29. Mai 2026
  9. „Diamond Teeth“ Mary McClain. The Historical Marker Database (englisch), abgerufen am 29. Mai 2026
  10. „Diamond Teeth“ Mary McClain. West Virginia Hall of Fame Inductees of 2011 (englisch), abgerufen am 29. Mai 2026